
die Verhältnisse der Verwandtschaft zu ändern, oder das Unterscheiden von
ändern Fossilien u. 's. w .
Bei der Gattung des M e l a n i t s w ürde man in der Einleitung zu
bemerken ■ haben : d aß , bei der hoh en . Einfachheit, ihres Charakters,
keine Theilung in mehrere Arten möglich s e i; dafs die Farbe sich auf
das Sammetschwarze beschranke; dafs der Melanit sich fast nie anders
als in einer Mittelgestalt zwisch en der Lcüzft Krystallisation
und dem Dodekaeder des Granats finde; dafs ündurchsichtigkeit und
Bruch - Verhältnisse zu' seinen vorzüglichem Merkmalen gehören*
dafs endlich dieses-Fossil sich von der einen Seite sehr bestimmt vom
Granate unterscheide (dessen Farben- und Krystallisations - Suiten v o n
bedeutendem Umfange- sind .und v on denen jene das Schwarze des
Melanits nicht berühren, diese hingegen die Krystallform unseres
Minerals einschliefsen) , wahrend es von der anderen Seite der Gattung
des Granats in mehreren Kennzeichen sehr nahe trete und dafs,
wen n auch gleich kein Uebergang statt finde, dennoch beide Substanzen
durcli Sippschafts-Bande vereinigt seien. — In der Einleitung
zu der, in zw e i' Arten gesonderten , Gattung des Z i n n o b e r s müssen.
die iuannichfoltigen merkwürdigen Verhältnisse derselben geschü-
; d e r t, es mufs dargethan' w e rd en , w ie überaus scharf die Gattung,
ihres beträchtlichen Umfanges ungeachtet, charakterisirt und w ie ungemein
kenntlich Hie beiden Arten derselben bezeichnet sind.
Die Vergleichung der Gattung mit den ihr zunächst verwandten und .
die Hinweisung auf das, was jene von diesen trennt, mufs einer besonderen
Rücksicht gewiirdiget werden. Es ergibt sich darails nicht allein eine genauere
Bestimmung, sondern auch gleichsam -eine Kontrolle zur Arten-
Bildung.
So unterscheiden die lichtere F a rb e, äußere Gestalt, Art des
Glanzes, B r u c h , größere Durchsichtigkeit, geringere Härte und Ei-
‘ genschwere den O l i v i n vom A u g i t e . - Vom T o p a s e ist der
C h r y s o b e r y l l durch äufsere Gestalt, dichten B r u c h g e r in g e r e
* Durchsichtigkeit und gröfsere Härte verschieden, — Der, zwischen
schmalstrahlig und faserig das Mittel haltende, B iy ch > sow ie die stäng-
lichen Absonderungen; sind für den glasartigen Strahlstein vorzüglich
bezeichnend und dienen d a zu,’ ihn v on dem, in manchen anderen
Kennzeichen ihm sehr nahe stehenden, Pistazlte z u sondern.
Nachdem auf solche Weise der Gattungs - Charakter fixirt worden, mufs ’
die Abtheilung in Aiten', da wo sie eintvitt, motivirt werden.
Bei der Gattung de s M a l a c h i t s Ist es nothwendig die Merk-
^ malfe herauszuheben, wodurch die drei Arten derselben getrennt
erscheinen (äufsere Gestalten , Verhältnisse des Bruches u. i. w . ) . —
Bei den zw e i Arten, w elch e die Gattung des S c h ü r 1s aufzuweiseh
h a t, mufs gezeigt w e r d e n , w ie der e d l e S. sich von dem g e m e i n
e n , andere Kennzeichen abgerechnet, zumal durch Farbe und
'Durchsichtigkeit, durch Elektrizität und durch das Verhalten im
Feuer unterscheide.
Hierauf folgt die A r t e ri-B e s e h r e i b u n g. Zuerst werden die ä u -
f s e r e n M e r k m a l e in der oben angenommenen Reihefolge (Farbe, äufsere
Ge stalt, Oberfläche, Glanz u. s. w.) angegeben. Möglichste Kürze und
höchster Grad der Bestimmtheit, sowie der Gebrauch gut gewählter Kunst-.
Wörter gelten hier als allgemeine Regeln.
Die O r d n u n g iri d e r B e s c h r e i b u n g , welche keinen anderen
Zweck kennt als die Übersicht zut erleichtern, mufs konstant seyn und bei
allen Mineralkörpern unabänderlich befolgt werden,
Dafs manchen Fossilien diese oder jene Kennzeichen abgehen, dafs
bald die einen, bald die anderen Merkmale als vorzugsweise wichtig
und bezeichnend erscheinen und der Inhalt der Beschreibungen
sonach unendliche Modifikationen erleidet, macht hierin keinen Unterschied;,
Das Wichtigere wird vor dem minder Wichtigen bei
eiuer sorgsamen Vergleichung sehr leicht hervortreten und sodann
. ist man .auch befugt, darauf noch besonders hinzuweisen.
An die äufsern Kennzeichen i'eihen sich die in n e r e n - M e r k m a l e
nach allen den mannichfaltigen Verhältnissen, welche oben S. 63. ff. bestimmt
worden. Den Beschluss dieser' Abtheilung eines Fossilien-Gemäldes
macht eine v o l l s t ä n d i g e A n g a b e d e r B e s t a n d t h e i l e , wo das
Charakteristische des Gehaltes, der physische Grund, welcher ^Le Gattungs -
und- Arten - Verschiedenheit anzudeuten scheint, vorzüglich herausgehoben
werden mufs.
Die umfassende Beurtheilung einer Fossilien-Gattung oder Art heischt
endlich , dafs man dieselbe auch g e o g 11 o s t is c h kennen lerne und dafs
man über v ihre1 g e o g r a p h i s c h e n V e r h ä l t n i s s e unterrichtet werde.
Es ist darum aufser der Aufführung der äufseren und inneren Merkmale auch
die der K e n n z e i c h e n a u s dem V o r k om m e n erforderlich.
Die Kenntnifs einer Gattung gewinnt bei weitem an Interesse,
wenn man sie liier auf Gangen, dort auf Lagern, da in Gebirgs-
masseti, bald in ungeheuerer Menge , bald als Seltenheit , bald von
diesen, bald von jenen Mineralkörpern begleitet aiitrifft* wenn
man wahrnimmt, wie mit der einen oder der ändern Art des Vorkommens,
ihr Äufseres ziemlich genau Zusammenhänge wenn man'
sich überzeugt, dafs die beibrechenden Fossilien mitunter einen sehr
wesentlichen. Einfluß auf das Verschiedenartige des Fossilien-Habitus
behaupten. Ebenso interessant ist es den F u n d o r t eines Minerals
und seine La g e r s t ä t t e kennen zu lernen. Jenes ist der
Ort des Vorkommens eines Fossils ohne Rücksicht ob solches da-
i selbst gebildet., oder nur durch zufällige Umstände dajiin ver-
sezt worden. Diese, die Lagerstätte, bezeichnet den eigentlichen
Entstehungsort der Mineralien. Man pflegt den Ort des Vorkommens
auch s e k u n d ä r e L a g e r s t ä t t e asu nennen.
So ist uns v o n manchen Edelgesteinen nur die sekundäre Lager.
Stätte bekannt. Auch vom Gediegen-Platin wissen w ir v>enig übet
das ursprüngliche Vorkommen.
Nicht alle Arten einer Gattung, nicht alle Unterarten und Abäuderun-
gen einer Art ', werden zu gleiche» Zeit entdeckt. Daher kann man schon
eine oder einige derselben kennen, ehe man eine Vollständige und umfassende
Beschreibung zu entwerfen vermag-, und ohne eine solche dürfte eigentlich
kein Fossil im Systeme ein»/ Stelle finden, da dieses nur auf Resultaten voll,
gültiger Erfahrungen erbaut seyn darf. Die Beschreibungen jener, noch
niëht zur Genüge bekannter Gattungen oder Arten, müssen so ausführlich
als möglich und mit gröfster 'Genauigkeit entworfen werden. Denn da ein«
Art oder eine Abänderung nur einzelne Kennzeichen enthalten kann, so mufi
bei diesen eine desto gröfsere "Schärfe an gewendet werden, damit bei ähnli.
eben Vorkommenheiten eine Vergleichung der beschriebenen Gegenstände und
eine sichere Entscheidung möglich sei.
Anhangsweise endlich führt man diejenigen Individuen auf, welche den
Abänderungen irgend einer Gattung ihre Entstehung verdanken, allein durch
fremdartige Beimengungen so entstellt, oder durch natürliche 'Ursachen in ei-
. nëm solchen Grade verändert erscheinen, dafs ihre Merkmale in der Beschrei.
bung nicht aufgenommeu werden komuen.
Den Beschlufs der Beschreibung machen A n g a b e n d e r w i c h t i g s
t e n S y n o n j m e n und e t y m o l ö g i s ch e N a c h w e isu n g en
ü b e r N o m e n k l a t u r u. s. w.
Die HAÜr’sche Schule verfährt bei den Fossilien - Beschreibung««
nach ändern Grundsätzen. Hier wird der wesentliche Charakter
•eines Minerals nebst den physischen, geometrischen und chemischen
Kennzeichen, welche zusammen den Gattungs - Charakter ausma-
eben, dargelegt. Von diesem Charakter liat man alles ausgeschlossen.,
was blofs vorübergehenden Zufälligkeiten angehört, wie z.B.
die Farben, wenn sie von einem Stoffe herrühren, der nur zwischen
der Substanz «ingemengt ist. Bei der 'Angabe der geometrischen
Merkmale hat man nicht nur die Richtung des natürliche«
Gefüges berücksichtiget, sondern auch die gröfsere oder geringere
Leichtigkeit', mit der dasselbe aufgefundeu werden kann, ferner
den verschiedènen Grad seiner Genauigkeit in ei ne in und demselben
Krystalle. Endlich wird das Vcrhäitnifs der Dimensionen der Mas-
sentheilchen zu einander. Uud alles das angegeben, was dazu dienen
kann, um den theoretischen Kalkül auf die Dekreszenz- Gesezzc,
aus denen die Sekundär-Gestalten entspringen,. arizuwenden. Im
Verfolge der’.Anzeige der chemischen Merkmale wird das' Resultat
der Analyse der Substanz gegeben, welche das meiste Vertrauen
zu verdienen scheint. Die Tabellé der Abänderungen , welche auf
•diese Merkmale folgt, ist in der Regel in zwei Abschnitte getlieilt,
Der eine enthält die Beschreibungen der Formen, dev andere bezieht
sich auf die Zufälligkeiten des Lichtes., Die Formen sind
tlieils bestimmbar, d. h . sie lassen sich nach der Zahl, Anordnung
uud Neigung ihrer Flächen gegen einander geömetriscb
beschreiben, theils unbestimmbar, d. h. Resultate einer'verworrenen
oder, ungestümmen Krystallisation!, .so dafs die Geometrie sit
nicht zu beschreiben, sondern höchstens die schwankenden Ähnlich-
> keiten anzudeuten vermag, welche zwischen ihnen und bekannten
Gegenständen obwalten. Der höchste Grad dieser Formen - Undeutlichkeit
.ist mit dem Ausdrucke u n g e s t a l t e t (amorphe)^ bezeichnet
worden.
Die Beschreibung einer jeden bestimmbaren Varietät liefert nra
•einander den.Kamen , den sie trägt, den Gründsäzzen de^ Systems da
-Haìuì’schon Nomenklatur gemäfs. die Angabe ihres repräsentirenaa
Zeichens, ihre F igu r , ifir e Synonymen nach Home d e L’Isle oda
ändern Krystallotomen und endlich die Messungen ihrer vornehmst«»
x Winkel. 'Ist die Struktur- der Varietät v e rw ick e lt, so verbindet ro*
jn it ihrer Beschreibung Erläuterungen, welch e die Resultate der Ge
sezze , denen sie untergeordnet is t ,, noch deutlicher z u machen geeg-
'•net sind. ’ •’ *•
Die Angaben, welche sich auf Farbe und Durchsichtigkeit beziehen
machen den zweiten Abschnitt der Beschreibung -unter At(
Rubrik L i c h t - Z u f ä l l i g k e i t e n aus. Da eine jede beliebige
Form alle Varietäten von Farbe und Durchsichtigkeit zeigen tu«
umgekehrt eine jede Farbe und-ein jeder Grad von Durchsichtig"
keit sich mit ollen Formen verbinden kann, -so hält es diese Me
tliode für unnöthig, das System mit allen diesen Kombination»
• zu überladen. Sie findet es für zureichend, ein Mittel darzubieie°i
um diejenige genau bestimmen zu können, welche in irgend ein«
Varietät .vorkommt und diese Varietät vollständig zu-'beschreiben.
ÍSo -schliefst die Tabelle der Kennzeichen dès T e l a s i n s alle felgende
Kombinationen in-sich: klarer ..primitiver Telesin ; rother durchsichtiger
T. 5 durchscheinender ungestalteter X . u. s . w .
Wenn die Namen, welche füt eine Mineralien - Gattung ang^
nommen worden, für- verschiedene Gattungen, zu. Folge ellli
«trügerischen -Ähnlichkeit, wie die der Farbe, in Anwendung
kommen, .so mufs-dieser,.zweifache Gebrauch in einer besondei®11!
hinter 'die Übersicht der Varietäten zu sezzendeu., Tabelle angfg8"
heu werden. Jeder Artikel schliefst mit Anmerkungen, welche ih®
Lagerstätte des Minerals, die physischen -Eigenschaften dasselbe»
u. e. w . betreffen.
D. Oryktognostische Nomenklatur.
Sie beschäftigt sich mit den oryktogrtostischen Mineral-Namen nach ih-
• Bildung, Bedeutung ufid Zerglied- ung. Die o r y k t o g n o s t i s c h e
o n ie n h la tu r zerfällt nach diestyi Beziehungen - in drei Abschnitte:
Vo n "der B i l d u n g d e r M in e r a l -B e n e n n u n g e n ([Onomathesis).
V o n d e r G l-e i ch b e deu't un g ;d e r.'-j*1 1 b e n oder N a m e n -G e -
e in s c l i a f t '(¿Synonymik). III. V o n d e r Z er g l i e d e r ü n g u n d A b -
i tu n g d e r M in e r a l -N a ih e n (Etymologie).
Alle Mineral-Benennungen sind entweder
a) S y s t em a t i s c h e N am e n , die in Mineral-Systemen aufgenommen
sind .(Glimmer , Lasulit, Spröd- Glanzerz, Idokras) ; oder
b) T r i v i a l . -N a m e n , die den Fossilien imvgemeinen Leben (Kaz-
zengold) , in manchen Ländern (Schlackenerz zu Freiberg das Spröd-
Glauzerz — Keimenspath am Harze der Zeolith),- in Künsten uud
Gewerben (Spanische Kreide, Blutstein, Grieexiein-etc.) beigelegt
Werden;
In der Mineralogie sind nicht blos die Lateinischen Benennungen —
die immer "Weniger Aufmerksamkeit finden, — sondern alle Namen,
w elch e angenommene gute Systeme auffüb ren, als systematische zu
betrachten.
. In der Mineralogie herrscht keine allgemeine Nomenklatur für die
d Botanik die
Naturforscher aller Sprachen w ie in der Zooh
Lateinische. Am ersten dürfte noch eine allg.
Nomenklatur z u Stande kommen
gewählt werden. _
ie allgemeine mineralogisehe
‘oratiglieli Griechische Namen
ird in der Mineralogie bei Her A
l als A rt-Nam e der Gattung, .Quai
Der G a t t u n g s - N a m e w
nicht immer w iederh olt (P r a s e i
S i b e r i . t vom S ch -Ö r il, D o l
n e ) , w ie dies sonst in der Botanik und in ändern Theilen der Naturgeschichte
der Fall ist, w o man die Art blos durch .e in Be iwo rt
zum Gattungs-Namen* bezeichnet (Cervus Elaphus , C. Tarandus , Solanum
nigrum, S. Dulcamara etc.')!'
I . V o n d e r B i l d u n g d e r M in e r al-RTajnen.
Neue Namen .sind in drei Fällen erforderlich- a) Bei bekannten Gattunoder
Arten, wenn man aus richtigen Gründen die älteren Benennungen
ipassend findet. b) Bei einem schom bekannten Fossile, das zu einer be-
¡»idern Gattung gemacht werden^ soll, c) Bei erst entdeckten, sich als eigne
ungen oder Arten cliarakterisircnden, Mineralien.
Leider hat sich in neueren Zeiten die Sucht v e rg r ö fse rt, allgemein
bekannte Namen mit eben gemachten zu vertauschen. W ie sehr wird
das Studium der Mineraiogie .erschwert, w en n ein einziges Fossil oft
■ eine ganze Reihe Synonyme hat ? Namen sind Zeichen um' Sachen
oder Begriffe z u unterscheiden. Sind sie als s.olche allgemein bekannt,
, oder ist man allgemein übereingekonvraen, unter diesen Namen sich
die Sachen z u d en k en , welch e durch sie bezeichnet werdon sollen,
• so ist ihr Zweck e rr eicht, und sie müssen beibehaften w erd en , wenn
sie auch ?sonst nicht ganz passend w ä r e n , w ie A m e t h y s t , N e p
h r i t etc. Namen, die längst und überall angenommen sind — durch
ih r ' Alter schon ehrwürdig — dürfen daher nur. dann mit neuen verwechse
lt w e r d e n , wen n sie bei Erweiterung de r Wissenschaft zu
Widersprüchen führen oder falsche Begriffe befördern (Orientalischer
Chrysolith in S p a r g e l s t e i n , Flufsspach ¡ii| | f 1 u f s w eg en
dicht. Fl.)»' Auch neuere cingebrachte und verbreitete Benennungen -
sin d'nu r unter sehr triftigen Gründen z u verändern, so mufste dies
geschehen bei G r an a t i t (in Staurolitli) , b e i 'S a u a l p i t (inZ o isit),
fce’i 'W i i r f e 1 - Z e o l i t h (in Analzitn). — Aber N e s c h g y p s (für
Baryt), L u f t p l a c l » (für Wismnthglanz) , F e u e r g e l f (für Schwefelk
ie s) , ein führen zu wo llen — ist müßig und geschmacklos»
Die Veränderlichkeit der Charaktere der Mineralien macht die Bildung
bllkommener Benennungen überhaupt schwierig. Die Rücksichten, welche
in indefs,dabei zu beachten hat, sind nachstehende:
1) Die Mineral-Namen müssen charakteristisch bezeichnend seyn. Hier
welit sich nun die_ Benennung entweder auf ein ausgezeichnetes äufseres
nnzeichen; in der Krystallisation (.Anatds, Kreuzstein , Würfelerz) , im
'uclie (Thonschiefer, Blättererz) , 'in den abgesonderten Stücken (Schaalen-
-idef Stangenstein) etc., oder "auf das chemisch« Verhalten (Zeolith, Dias- ■
), oder auf einen merkwürdigen Bestandtheil (Natrolith, Borazit) , oder
die Ähnlichkeit des ganzen Äufsern mit einer bekannten Sache ( Pechstein,
'gmehl, Eisspath, Kazzenauge) , oder auf das Vorkommen und die Ent-
p’ing (Mora sterz, Pyroxen), oder auf die Benutzung (G raph it, Beilstein,
■golmatolith), oder auf die Geschichte des Fossils (A p a tit) etc.
2) Nach dem Beispiele anderer Tlioile der Naturgeschichte- kann einem
Rühmten Mineralogen oder einem ändern um die Mineralogie verdienten
»une durch eine Mineral - Benennung ein würdiges Denkmal gestiftet wer-
'(TVernerit, Hauyn, Dolomit — Prehnit, Zöisit). Es ist dabei nicht
,r-tde nothwendig, dafs der Mineralog i
: dem Fossile in Beziehui ; steht,
'durch, dafs er es endeckt hat etc.
D er Name eines Mineralogen darf lndefs nicht in einen Lateini- •
sehen etc. — der ih n bezeichnen soll — umgeändert und die Mineral -
■ Benennung hiernach gebildet werden', w ie L e p o r nach L ep u s-o ris
(Le Liev r e) * ) .'
■3) Die Mineral - Namen k önnen aber auch ohne allen Bezug auf das
Fossil seyn (Uran, Tellur, Titan, Tantalit, Zererit, Chabasie — wenn
-diese £jTamen analysirt werden). Solche, im'Grunde nicht bezeichnende, Namen
verdienen oft den Vorzug, wenn sich nicht «in sehr charakteristischer darbietet,
indem sie zur Unterscheidung nüzzen, ohne dafs man Zweideutigkeiten
befürchten mufs, wenn die Gattung sich in der Folge erweitert.
Nur würde cs dabei selir unpassend und unanständig s e y n , wenn
der Gegenstand, der den Namen g ib t, etwa gar eine politische Beziehung
i F o ssil, das auf Ell-a einbricht. Mit
nan jezt dieses Mineral durch Ergän-
h ä tte , w ie Y e n i t
Schlacht bei Jena z u Ehrc-n
demselben (Un) Rechte kör
zung eines einzigen Buchstabens nach der Schlacht bei Mont St. Jean
- { .-T.J e a n i t nennen.
4) Trivial - Namen, die allgemein verbreitet sind (tpuarz, Schörl) , oder
welche, bei .den. Alten schon gebräuchlich waren (Topas, Saphir, Beryll) ,
odef in der bergmännischen Sprache s ic h auszeichnctcn (W o lfram , Wach e),
oder in dem Lande-, wo das Mineral vorkommt, diesem beigelegt werden
..( Tinhal, S kor z a ) — erhalten oft das Bürgerrecht im Systeme und werden
dadurch zu systematischen Namen..
- : .1®) Findet sioli nichts Charakteristisches in dem Aeufsern, Innern oder
in der Geschichte des neuen Fossils für' seine Namengebung, so ist diese
auch wohl von dem Orte, wo es -vorkommt, zu nehmen (fserin, Qeyser-
s int er). Entdeckt, man es in..der Folge an ändern Orten ebenfalls, so kann
.für den Namen zum Grunde angenommen werden, dafs es nach dem Orte
benannt ist., wo man' es z u e r s t antraf (Vesuvian). lndefs sind solche
Namen doch im Allgemeinen zu vermeiden, we il sie oft zu Mifsverständ-
nis’sen Aulais geben« , So dürfte die Meinung häufig genug seyn, dafs» ein
nach dem Fundorte benanntes Fossil hur allein da und sonst nirgends einbräche.
Dies kann wohl oft nach der ersten Entdeckung eines Minerals angenommen
werden, in der Folge bietet sich aber auch nicht selten dasselbe
Fossil in ändern Ländern dem Naturforscher dar (Läbradorischer Feldspalh,
Arragonit, I g lit, Punammu- Nephrit, Arendalit, Andalusit, Ly discher
Stein).
6) Benennungen, wtflche wie in der Chemie die Mischung des Minerals
bestimmt ausdrücken, mithin die. E r k lä ru n g im Namen geben sollen
eignen sich im Allgemeinen nicht, für die Oryktognosie, so zweckmäfsig sie
syich in der Chemie sind (G yps ist besser als schwefelsaurer Kalk etc.). Diese
hat e s nämlich mehr mit e in fa ch em Verbindungen, jene mit weit zusam-meii-
g e se z te r e n M isch u n g en zu thuu. Dann ist auch die chemische Nome/iklatur
unter den Chemikern selbst nicht gleichförmig. Ferner werden die chemischen
Benennungen als mineralogische oft u n g eb ü h r lich lang und dadurch
unbequem (blätteriger schwefelsaurer. Strontianit). Endlich ist noch der
Nachtheil damit verbunden, dafs man nach den Fortschritten der S c h e id ek y n st
auch die chemischen Mineral - Benennungen umänderen müfste. So ist Boraz
i t als Mineral-Name besser wie boraxsaurer Kalk —— der bald darauf hätte
in boraxsaure Talkerde umgewandelt werden müssen.
Dasselbe gilt bei dem A r r a g o n i t e und dem A n h y d r i t e .
Ersteren hielt man anfangs für p h o s p b o r s a u r e n , dann für
K o h l e n s ä u r e n K a l k , jezt .aber wissen w i r , dafs nicht blos
k o h l e n s a u r e r K a l k , sondern auch k o h l e n s a u r e r S t r o n -
• t i an seine wesentlichen.Bestandtheile sind. Vom A n h y d r i t e glaubt
e man, e i ¡ei s a l z s a u r e r K a l k ; er erhielt deshalb den darauf
sich beziehenden Namen M u r i a t i t ; die neuesten Analysen’
erwiesen aber w a s s e r f r e i e n s c h w e f e l s a u r e n K a lk als
wesentlichen Bestandtheil.
Mineral. -Namen, nur v o n 'e in em merkwürdigen Bestandtheile
entnommen, w ie S o d a i i t h , können nicht'hierher gerechnet werden
und sind unverwerilich.
7) Nicht leicht nehme man die Benennung, von der Farbe. Ist diese
bei einem neu entdeckten Fossile noch so ausgezeichnet, so kann in der
Folge doch bei vermehrten Beobachtungen dasselbe Mineral in Abänderungen
von ändern. Farben sich zeigen, wodurch dann der Name unpassend
wird (Zöle stin , gelbe Blende , Olivin).
8 ) Die Mineral- Namen mit der Endsylbe ii (Allochröit, Zoisit) oder
lith — aus dem Griechischen \t$ o $ — (Lepidolith, Pharmakolith) verdienen
den Vorzug, da sie ohne bedeutende Veränderungen in andere Sprachen
aufgenommen werden können. Überhaupt sind die aus dem Griechischen
genommenen Namen die besten, weil sich darin verschiedene Worte leicht
und kurz verbinden und in alle Sprachen übertragen la ssen.
Viele Worte, welche schon ein 1 in der Endsylbe haben, be-
s lith nicht, sondern e rh a lten blos it. ( Tremolit
von Tremola, Automolit von CiVTOfxoX.0^ , Pimelit von
A l l e in dieser Nomenkjatu, aii^cniurre ncispieie sma von jv.un-
u«n - Namen vorgeschlagen und als solcho gebraucht worden.
»ngeführte Beispiele sind Mineralogen als Fossi-
_ dürfen des^Anha
lit von
irtflekijs)..
9) Die Mineral-Namen müssen sprachrichtig und nicht gegen die Regeln
der Wortbildung seyn, wie Fibrolith (Fibralith), Zerit (Zererit), Kera-
ph yliit (Keratopliyllit) , Semelin, Limbilitli , Aplom ' (Haplom), Grammatit
: (Ga-änimetit); . . . v' '
10) Ein jeder Name mufs nach seiner Abstammung geschrieben werden,
also nicht Amianth, Datholith , Authomolit.