
A. S ä u g t Jh i e r e.
Oliiothiere zuschrieb, welche aber wohl dem Fossilen EleplinnLen
oder einer ändern Are Mastodonte angehören. Ein Backenzahn wiegt
zuweilen eil C Pfund und drilber. Der Rüssel dürfte so wie bei
dem Elephanten gewesen seyn. Die Glieder des Ohio'thiers sind
stärker, der Kopf länger , die Alveolen der Stofszähue horizontaler,
der Bauch eingezogener als es bei dem Elephanten der Fall ist.
Das Thier mochte wohl in Sümpf - und Moor-Gegenden leben;
wahrscheinlich sich auch -von denselben Dingen wie das Nilpferd
und das wilde Schwein, nämlich von Wasserpflanzen> Wurzeln
u. s. w . genährt haben.
Die Reste dieses grofsen Mastodontes finden sich fa§t in allen
Staaten von Nordamerika; weiter als bis. zu 43 Breite hat man
aber keine sichere Beweise von der ehemaligen Existenz jenes
Thiers. Häufiger war es in den westlichen , als in den östlichen
Ländern; wohl deshalb, weil dort mehr Salz-Sümpfe sin d , die
das Oliiothier lieben ipochts. In solchen Salz - Morästen werden
vorzüglich viele Knochen desselben angetroffen*
Die Knochen und Stoßzähne des Ohiothiers werden meist in
perpendikulärer Richtung stehend entdeckt. Die Thiere mufften
also wahrscheinlich lebendig in den Sümpfen versunken seyn. .Zuweilen
begleiten sich mehrere Skelette an einem Orte und in Amt*
rika zuweilen Elephanten - Knochen die vom Mastodonte.
Selten sind den .aus den Salz-Sümpfen Nordamerikas gegrabenen
Knochen noch weiche erkennbare Theile anhängend.
Einzelne Knochen-und Zähne des Ohiothiers sind in grofsen Naturalien
- Sammlungen nicht selten, aber ganze Gerippe sind bis
jezt nur in Philadelphia aufgestellt.. Ch a r l e s W ilson P e a l e l i e ß
nämlich in der Provinz' N ew - York im Jahre 180J. zw e i, beinahe
vollständige, Skelette ausgraben.. Die Knochen wurden zusammen-,
gesezt und das eine dieser gigantesken Gerippe', und zwar das vollständigste,
befindet-sich im PEAiü’schen Museum zu Philadelphia.
Das andere wurde von seinem Sohne, R e m b r a n d P e a l e , nach Loh*-
don gebracht, wo er es" öffentlich sehen- liefs.
Von v i e r a n d e r e n A r t e n M a s t o d o n t e , die von geringerer
Gröfse sind als das Ohiothier, aber auch durch die Zähne kenntlich
, fanden sich Reste in Fra nkreich (Simorre im Gers 7 Departement,.
Montabussard bei Orleans) , Italien ( Toskana , ' Val d’Arno ,
Piemont), Deutschland (Sachsen), Amerika (Peru, Brasilien, Terra
firma). Sie kommen zum Theile in I ungeheurer Menge wie auf dem
Riesen-«Felde bei Santa Fe de Bogota in Terra firma v o r , und was
besonders merkwürdig i s t , liier in einer Höhe von 1300 Toisen
über der Fläche des Meeres,
Nur in Amerika sind die Mastodonte - Knochen häufig, sonst
überall selten. Sie liegen in geringer Tiefe und sind im Allgemeinen
unter allen fossilen Knochen am besten erhalten. Oft
sind, sie von Eisen, die Zähne von Simorre aber, wie der Türkis,
von Kupfer durchdrungen.
3. T a p i r . Zwei Arten«
Die erste von der GrÖfse des noch lebenden Tapirs, aber durch
die hintern Backenzähne von ihm unterschieden. —— Im aufgeschwemmten
Lande. . Languedoc (Montagne noire).
Die zweite Art (R i e s e n - T a p i r , T a p i r g i g a n t e s , q u e
C u v ie r ) hatte die GröCse -eines Elephanten. —- . Im aufgeschwemmten
Lande. Co.mminge, Vienne in Dauphine.
4 . P a l ä o t h e r iu m . (C u v ie r ’s.)
Eine ausgestorbene Gattung. In .der Gestalt mochte das-Paläothe-
rium das . Mittel zwischen dem Rhinozeros und Tapir halten. Wahrscheinlich
hatte es einen Rüssel. C u v ie r entdeckte bis jezt-zehen
Arten, welche durch die Gröfse und durch 'die Zahl der Zehen
von einander abweichen. Diese Arten haben nämlich die Gröfse
eines Pferdes bis zu der eines Kaninchens.
In der neuesten Flözkalk- und Gyps- Formation. Montmartre. ^
Orleans (M'ontabussard)T Buchsweiler (Bastberg).' Issel.
5 . R h i n o z e r o s d e r V o r w e i t . ( Rhinozeros antiquitatis B l u m
e n b a c h . ) Eine eigentümliche Art. Es unterscheidet sich von
den lebenden durch bestimmte Merkfriale. Der Schädel hat überhaupt
einen gröfserm Umfaiig, besonders ist er länger. Die Ilinter-
hauptsschärfe ist stark zurück geneigt, die Axe des Gehörgangs
hat eine schiefe Richtung, die Nasenscheidewand ist knöchern, die
Augen lagen mehr nach hinten und in der obern Kinnlade hatte
das Thier keine Schneidezähue. Der wichtigste Charakter des fossilen
Rhinozeros besteht aber in .der Bildung seiner Nasen -X..
'eben und in ihrer Verbindung mit de/n Tuzisiv-Knochen. 5
durch ist es nicht nur vom noch vorhandenen,- sondern überlu»
v o n ’allen ändern bekannten Thieren verschieden, Wahrscbeii
’lieh war es zweifach gehörnt. - Die Hörner., mußten Weit v(
- ’einander abstehen und sich niclit wie bei dem lebenden Doppelt
hörnten berühren.
Im aufgeschwemmten Lande-, Mergel, Flufssande, in LcW
gern etc. Sibérien. Deutschland (Herzberg am Harze, Burg T00J
Ballstädt, Kannsladt, Eppelsheim bei Alzei). Italien (VeroJ
Monte Pulguasco bei PiacSiiza, Piemont). Frankreich. England,
Zumal häufig in Sibérien, wo o ff die Rhinozeros-Knocln
in Begleitung derer des fossilen Elephanten Vorkommen.' Aland
mal finden sich hier auch Reste Vom Rhinozeros mit noch \V|
chen ^heilen y Haaren etc. So das oben erwähnte am Willi
■iutg.grab.ite, -
6. H ip p o p o t am u s. Zwei Arten finden sich fossil.
Die erste Art hat die Gröfse des .jezt lebenden und ist ihm a«
sonst gleich.
Im aufgeschwemmteft Lande. Val d' Arno* Languedoc (Moni»
lie r , Mosson). 1
Ein zweite Art ist 'weit kleiner, mithin pieht mehr Vorhang
Die fossilen Knochen zeigen, 'daß-dieses-Nilpferd -nur so grofs *
ein wilder Eber war.
Frankreich*
1 . S c h W e i i i ,
Im Mergel. 'Heimberg bei 'Göttingen. Im Torfe,
•8. A n o p l'o th e r i u m. ( C u v i e r ’s'.) Die ganze Gattung ist niclit mein!
vbertd. Ähnlich dem Schweine nach Zähnen (jedoch .ohne Spizzäk
und Füßen macht das Anoplötlierium von der Oranttng, welche ii
Rhinozeros, den Tapir * das Sch wem etc. umfaßt > den Übergang :
den wiederkaüenden Tliieren. 'C u v i e r entdeckte die Reste-.vön fi
Arten dieser Gattang, von der Gröfse eines Vollkommnen wili
Schweins bis zu der einös Hasen.
In der neuesten Gyps-Forinatioft. Paris' (Montmartre, Antony).
Paläotherien und Anoplotherien mochten w o h l in iumpfigi-n f
genden gelebt haben.
‘CuVtER mach’t iibjr das Vorkommen der fossilen Pachydermes -
aufgeschwemmten Landes nachstehende Bemerkungen *), — In ,i
aufgeschwemmten Lande ; welches den Grund der Thäler ausfiilli «
- die grofsen Eb en en bedeckt-, linden Sich allein ¡Ais der Ordnung!
Pachydermen die Knochen von e ilf A rten , nämlich: v o n eim
R h i n o z e r o s , z w e i N i I p f e r d e n- ( H i p p o p o t a m in
t w e i T a p i r e n , . e i n e m E l e p h a n t e n .und f ü n f
d o n t 'e n . Alle diese Arten sind jezt den Klimaten, 'w o man 1
fossilen. Reste- antrifft, ganz fremd. Die "fünf Mastodonte allein ö
nen als e in e besondere, unbekannte, der des Elephanten sehr d
kommende, Gattung angesehen^werden. Alle andere Arten gehen
zu Gattungen, w e lch e gegenwärtig noch in der he iß en Zone e»
ren . D r e i v o ii diesen Gattungen beobachtet man bios in dem 11
K on tin en te ,n äm lich Rhinozeros , Hippopotamus, Eléphant. E
vie rte Gattung — Tapir — b ew o h n t n u r allein 1 das neue. Diesel
Verk e ilu n g gilt nicht bei den. fossilen Knochen. In dem alten Km
tinente w u rd e n -Tapir-Kriocben ausgegraben und man hat Elepb*
ten - Gebeine im neuen entdeckt.
Obgleich nun, diese A rten bekannten G a t t u n g e n angehören, sm
terscheiden sie sich doch merklich v on den bekannten A r t e n , sie muss
v daher als eigenthiimliche A r ten , und nicht als b lo ß e Abändenmf
betrachtet werden. In Ansehung des kleinen Hippopotamus und fl
Riesen-Tapirs ist dies unbestritten; auch in Hinsicht des fossilen Bl
»o z ero s ist es noch sehr g ew iß und in Betreff des Elephanten <“
Tapirs höchst wahrscheinlich , obgleich weniger offenbar. Das grof|
Nilpferd ist die einzige Art unter den e ilf fo ssilen, von dem ®
nicht g enug Theile be siz t, um mit Bestimmtheit sagen z u künnti
, , ob es von dem gegenwärtigen verschieden ist oder nicht.
Unter den cü f Arten w a r blbs eine — das gröfse Mastodonte
» 'vor CuviEn als ein verlornes Thier'bekannt. Zw e i andere, das Bl>
nozeros und der Elcphant, Waren richtig in Hinsicht der Gattung 1"
stimmt; indefs ist C u v i e r der erste g ew e s en , der ihre spezili-'d
' Versch ied en h eit mit Genauigkeit zeigte. Sieben Arten — nïmlid
das kleine Nilpferd , die beiden .Tapir und die vier Mastodonte vt
geringerer Gröfse — waren vo r C u v i e rV Untersuchungen ganz 111
bekannt. Die eilfee Art — das gröfse Nilpferd — bleibt noch einig
•Ungewißheit unterworfen.
Die Kndclien dieser Arten finden sich fast überall in gleichen t
, géfstiitten, oft unter Gebeinen anderer Th ie re , w elch e ebenfalls den«
•unserer Zeit ähnlich sind. Ihre Lagerstätten sind im aufgeschwemm'«
*) Annales du Muséum d'histoire naturelle. T. VIH. p. 265 ff. u. 420 ff.
A. S ä u g t h i e r e. — B. V ö g e l . — C. A m p h i b i e n .
Lande, Mergel oder Sand, und immer m ehr oder w en iger unter-der
Oberfläche. Es ist daher wahrscheinlich, dafs jene Reste in der Iez-
ten oder in einer der lezteren Katastrophen der Erde vergraben wurden.
An vielen Orten sind ihre Knochen v on Seethier j Resten begleitet,
an weniger zahlreichen Orten trifft mau gar nichts von diesen bei
den Knochen an und zuw eilen enthält selbst der Sand oder Mergel,
Welcher die leztpfen bedeckt, SOßwasser - Konchylien, Niclit eine
einzige ganz glaubwürdige Beobachtung thut d a r , daß die Knochen
v on regelmäßig geschichtetem, See - Scliaalthiere enthaltendem, Gesteine
bedeckt gewesen se i und, mithin das Meer sich lange und
ruhig über denselben v e rweilt habe.. .
Die Katastrophe", welch e diese Quadrupeden betraF, w a r demnach
eine große aber vorübergehende Meer - Ueberschwemmung. Diese
erhob sich aber nicht Uber hohe Gebirge, demi man nimmt da kein
solches aufgeschwemmtes Land w a h r , dem ähnlich , in welchem dergleichen
Knochen'Vorkommen, -und auch diese erscheinen dort -nicht
mehr, selbst nicht in liocn gelegenen Thäfern, w en n es nicht .in e inigen
des wärmeren Theiis von Amerika der Fall ist. .
Die Knochen zeigen keine Spuren, daß sie fo rtgewälzt worden
Wären ; sie haben noch ihre Griithen , L e isten, Apophysen ; ~ sie sind
nicht abgeriehen, nicht zu ganzen Gerippen v e re inig t, sondern man
findet sie zerstreut und zum Theile zerbrochen, zuweilen in ihren
Höhlungen und -auf ihnen Milleporiteh und S e è -Scliaalthiere befestigt.
Weder die Kn ochen, noch die ganzen Leichname w u rd en ' folglich
durch die Finthen au s'd e r Ferne herbeigefiihrt, sondern von
diesen an den Orten angetroffen, w o sie vom Wasser bedeckt wur den
, so daß es das Ansehen g ew in n t, -als hätten die Thiere da ihre
Heimath gehabt und wären nach und nach gestorben.
Vor der Katastrophe lebten mithin diese Thiere in den Klimaten,
Wo man jezt ihre Denkmale ausscharrt. Diese Umwälzung brachte
ihnen den Untergang, und da man sie nirgends -mehr -entdeckt h a t ,
*0 . müssen-.jene' Arten ganz vernichtet seyn.
Der nördliche Erdstrich nährte also ehemals Arten , w e lch e zu
den, Gattungen des Elephanten, des Hippopotamus, des Rhin o ze ro s,
des Tapirs, sow ie des Mastodontes gehörten ; Gattungen, von w e l-
clien<'die v ie r ersteren jezt nur in -der heißen Zone und die lezte an
keinem Orte mehr gefunden werden.
Demungeachtet ist kein Grund dafür anzunehmen , daß die gegenwärtigen
Arten in den 'heißen Erdstrichen Abkömmlinge von jenen
, altern Thieren des Nordens sin d , _die sich in diesem Falle hätten
plözlich öder allmählig gegen den Aequator hinzielien müssen. Sie
sind nicht die nämlichen und w ir w erden durch eine Untersuchung
de r ältesten Mumien einsehen le rn en, dafg keine erwiesene Thatsaclie
uns z u der Annahme so beträchtlicher Veränderungen berechtigen
d a r f, als die sind, w e lch e man für eine ähnliche Umwandlung, zu-
mal unter w ild en Thieren , unterstellen müßte.
1. Säugthiere mit Schwimmfüfsen.
1. B ib e r .
Im aufgeschwemmten Lande, Torfe. Thal de la Somme. A sow
sehe Meer,
2. S e e h u n d . Von eigenen Arten.
Im Kalksteine. (In' Begleitung von See-Konchylien). Angers
(Doué. Cliavagne). Bordeaux.
3. W a l l r o f s . S e ck u.h. Von besonderen Arten.
Im Kalksteine, oft mit versteinerten Meer-Schaalthieren. Anjou.’
(Angers, Doué > Chavagne , Faveraye, Aubigné). Bordeaux. Eckarts-
leben. ' Ehr ich. Kent.
h. Wallfischartigc Säugthiere.
1. W a l l f i s c h .
Im Kalksteine, Verona. Piemont.
Im aufgeschwemmten Lande, Mergel, Sand. Monte Pulguasco
bei Riacenza. Sibérien. -
2. K a s c lie 1 0 t.
Im aufgeschwemmten Lande. Paris.
3. D e lp h in .
Im Muschelkalke. Angers. Im Mergel. Monte Pulgnasco.
G. F is c h e r gedenkt (Mémoires de la Socie'te imper, des Naturalistes
de Moscou. T. H. 1 8 0 9 .)-noch zweier fossilen^ jezt ganz
unbekannten Tliiere, deren Reste rieh in Rußland finden. Das
eine nennt er Elasmotheriurn. Es hat einen länglichen Kopf,
keine Schneide- und keine Spizzähne, aber auf jeder Seite 5
Backenkähne mit krummen Blättern. — Das andere Thier des-
Knochen am Azowschen Meere bei Tagomrok Vorkommen , gehört
zu den Glires und F. gibt ihm den Namen Trogontherium.
Es hat lange abgerundete Schneidezähne, und 4 abgeplattete gefurchte
B a c k e n z ä h n e . B e id e s o ll e n g e r in g e o d e r g a r k e in e A e k n l ic k k e it
mit den noch lebenden Tbier - Gattungen besizzen.
B. Vögel. (Ornitholithen.)
Die Knochen und Federn - Abdrücke von S u m p f - and S ch w i m m-
V ö g e ln , aber nur höchst selten.
Im Muschelfcafke. Heimberg bei Göttingen. Im neuesten Flözkalke.
Oeningen, Verona (Vestena nova). Im Gypse. Paris. In
Knochen - Brekzien. Gibraltar. Cette.
C. Ampjlibien. (Amphibiolithen.)
Selten.
a. Amphibien mit vier Füfsen.
1. S c h i ld k r ö t e . Schaalen und Knochen, meist von Wasser - , doch
auch vöii Land-Schildkröten.- Alle von unbekannten Arten.
Im bituminösen Mergelsclnefer (oder Üebeigangs-Thonschiefer ? )
Plattenberg „hei Glaris. Im Kalksteine. Brüssel ( Meisbrock). In
«ler Kreide. Mastricht (Petersberg). Im Gypse. A ix in der Provence!'
Paris. Im .aufgeschwemmten Lande. Burg ■ Tonna (Land-
Schildkröten), •
2 . Von einer Art K r ö t e , H a u s u n k e (Rana portentosa L.).
Im Oeninger Kalkschiefer,
3 . E id e c h s e n a r t ig e G e s c h ö p f e .
Eine Art G a v i a l (Gavial der'Vorwe lt, C r o c o d i l u s p r i s c u s
SÖMMERRliro).
Im jiingern Flöz - Kalksteine. Bayern (Daiting bei Monheim un-
W«!t Solenhofen). ' A lt.lo .f in Franke«. W h ii l y . — An allen die-
Sen Orten mit Ammoniten.
Herr Geheimerath von Sömmerring .zu München besizt das treffliche
Exemplar eines zu Daiting im dortigen Kaikschiefer gebrochenen
Gavials. -Die zw e i Platten enthalten beinahe das vollständige Gerippe
des Thiers. Herr von Sömmerring hat seine gründlichen und scharfsinnigen
Untersuchungen über dieses merkwürdige Petrefakt durch
e ine musterhaft bearbeitete Abhandlung in den' Denkschriften der
königl. Akademie der Wissenschaften zu München (Band IV.) nieder-
gelegt.
Reste von zwei ganz unbekannten , nicht mehr vorhandenen, mit
dem Gavial nahe verwandten, K r o k o d i l -Arten.
Im Kalksteine. • Das Vizentinische . (Rozzo). Im Mergel unter der
Kreide. Honßeurs Havre. — Alenfon. Angers. Mans. Dor-
setfhire..
Arten. M o ‘n i t o r.
Im bituminösen Mergelschiefer (Kupferschiefer). Thüringen (Suhl;
Kupfersuhl, Glücksbrunn, Rothenbürg an der Saale). Hessen (Riegelsdorf).
Der R i e s e n - M o n i t o r , Gegen 23 Fuß lang, wovon der
sechste Theil die Größe des Kopfs ausmacht. Wahrscheinlich in der
Vorwelt ein Bewohner des Meeres.
In der Kreide. Mastricht (Petersberg).
Zufolge einer Korrcspondenz-Nachriclit des Herrn v on Sömmerrixo,
beobachtete dieser Naturforscher Bruchstücke aus derselben Gegend, ,
w o man den C r o c o d i l u s p r i s c u s fand, die ganz offenbar ein
junges Thier v on der nämlichen Art verrathen , w eich e man im Petersberge
bei Mastricht entdeckte und einer bis jezt unbekannten,
.verlornen großen Eidechse -(aber keinem Krokodile) angehörten.
Der R i e s e n - S a 1 a m a n d e r (C u v ie r ’s) . ’
Im Oeninger Kalkschiefer.
Dies ist das berühmte Petrefakt, welches J. J. S c h e u c h z e r
i zu Zürich für einen Anthropolithen, für ein versteinertes
' Menschen- Gerippe hielt. Das eiste Exemplar Wurde im Jahre
> 1725 bei Oeningen entdeckt und von S c h e u c h z e r in einer
Dissertation beschrieben. Sie hat den Titel: H om o d i l u v i i
t e s t i s und erschien zu Zürich 1726 in 4to. Ein dazu gehöriger
Holzschnitt stellt die Versteinerung in natürlicher
Größe vor.
V a n M a r u m aus Haarlem kaufte im Jahre 1802 während
seiner Reise durch die Schweiz das ScHEUCHZER’s c h e Exemplar
von dem damaligen Besizzer der ScHEUCHZER’sc h e n Sammlung
für einen sehr mäßigen Preis,, und brachte es in das T e y -
l e r ’sc Iic Museum nach Haarlem, wo sich dieses merkwürdige
Petrefakt jezt befindet. Ein zweites, dem S cheuch ZER’s ch en
vollkommen ähnliches, Exemplar, ebenfalls aus den Oeninger
Steingruben, be*izt die Sammlung der. naturforschenden Gesellschaft
zu Zürich.'
J oh. .Ge sn er , v . R a z o um o w sk i , B l um e n b a c h , Gm e l in ,
A n d r ea e , V ogel und K a ro erklärten das ScHEUCHZER’sch e
Stück für. .einen versteinerten Wels (Silurus glanis) a ls den
größten S ü fsw a sse r - Fisch. C u v ie r glaubte schon nach Ansicht
der Abbildung, jenes Stücks, eine bis jezt unbekannte gi