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Gehäuse| als diese selbst zu Grand gegangen waten, darstelhen. Auf diese
Weise entstanden gleichsam Abgüsse, welche man S t e in k e r n e nennt« (So
die Hysterolithen , Trigonellen, die meisten Nautiliten, Muskuliten, Ammoniten
, Nerititen u. S. w.).
Bildeten die organischen Körper nur Abdrücke im Gesteine, so heifsea
diese S p u t e n s t e in e .
Zuweilen wurden die Steinkerne auch so hervorgebracht, dafs der organische
Körper oder sein Gehäus in ihrer Steinhülle sich allmählig auflösten,
der leere Raum sich -in der Folge mit einer Steinart anfiillte und auf diesem
Wege einen Abgufs lieferte (S t e i n k e r n e d e r S p u r e n s. t o i n e)»
U r b i l d e r d e r V r s t e i n e r ft n ; e n.
G e b i j - F o r m a t i o n e n
f ft k t e ft.
d e r Pi t f e ■
a u f g e s c luv em p i t e ,
r e e l - und L e h m la
' L a n,
Die O r i g i n a l e vieler Petrefakten sind noch gegenwärtig untet den
organischen Geschöpfen der Erde 'änzutreffen. So Unter den versteinerten
Fischen der Grönlfindische Häring (S a lm o a r c t i c u ' s ) etc.; unter den In»'
sektun Libellen - Larven,, L im u l u s P o h-y-f h e m us otc.; unter den petrefi-
zirten Schaalthieren T r o c h u s l i t h o p h o r u s , C y p r a e ä P e t t i c u l us-,
M u r e x t r i p i e r u s ^ A n om v a » i t r e a , B u l l a Fi,c u s N a'ut i lu s
P o mp i l i u s etc.; unter den Pflanzen-Versteinerungen manche Blä tter-Ab drücke
, manche Holzarten etc.
' Volt den häufigsten Versteinerungen aber sind die Naturkörpör, Welche
enen die Form.• gaben, jezt ungewifs' oder gänzlich unbekannt, 'so vofn
Ohiothierd , ■Höhlenbären , von den ¡Krokodilarten, Trilobiten , Ammoniten,
Phäiiten, Limiten, Graphiten, Belemniten, 'Orthozeratiten, von dem größten
Theile der Phytoliten. Bei den meisten Petrefakten sind die Prototypen bisher
nicht in ihren Arten , bei vielen nicht einmal in der Gattung lebend entdeckt
worden. In der an mannichfaltigen Petrefakten so reichhaltigen Gegend
von Paris, - zu Grignon u, s. w. fand Lajiarck unter1 ÖftO— 600 Arten
dortiger ’Versteinerter Kouchylien 40 — 50 Arten, deren Urbilder noch in
sehr entfernten'Ostindischen, Amerikanischen, Meeren da sinn. -£— Von einigen
Petrefakten- ist die Gattung- des Originals ganz ausgestorben (Megatlie-
rium, Paläotherium etc.). Von' ändern lebt zwar die Gattung noch, aber i n -
ganz entfernten, meist südlichen Gegenden (Elepliaht', Nilpferd, Tapir, Di-
delphis). Nur bei verhältriifsmäfsig wenigen ist die Art -noch- vorhanden
(Auerochs , Hyäne, die oben genannten Konchyliolithen u. s. w .) ; bei den.
wenigsten aber hat die Art noch jezt da ihre Heimath, wo Sich die fossilen
Reste befinden (Hirsch, Reh , Pferd , Hund, mantfhe Heliztten). m
Die Originale der Petrefakten waren bald Bewohner des Meeres (PVäll-
Jisch ,- Delphin , die meisten •versteinerten Scliaalthiere), bald des ShTswasscrs
(einige fossile Koncliylien und Fische) , bald des Landes (Rhinozeros', Büff
e l , Riesen-Elenn).
Bei Vergleichung der Versteinerungen mit ihren scheinbaren Originalen
muß, die gröfste Vorsicht und Umsicht, verbunden mjt den dazu unerläßlich
notwendigen Kenntnissen in den ändern Theilen der Naturgeschichte .
und in der vergleichenden Anatomie, angewendet werden, wenn man nicht
Fehlschlüsse machen will. Besonders mufs man sich vorgefafster 'Ideen enthalten
und die Phantasie zügeln.
A u f g e s c h w e m m t e G e b i r g e
N a g e l f lu h . — K a lk t uf-f. -
S a n d . T.'ra v e r'tin o . *:— Di« Lager von b itu m in ö s e
H ö l z e , A la u n e r d e dieser Formation. — T o r f . (-In dem nJ
sten aüfgeschwemmten Lande finden sich keine eigentliche verneinet
sondern mehr kalzinirte, oder inkxustirte, oder fast unveränderte (
- ganische Reste).
- P s e u d o - v u lk a n i s c h e P r o d u k t e . G e b r a n n t e r T b o n , ,
E r d s c h la c k e . — P o r z e l l a n j a s p - i s .
/ Oer gebrannte Thon und(der Porzellan-Jaspis enthalten nicht i
ten Abdrücke von Blattern . Farrenkräutern, RohrStängelnu. , 1
"Diese "Phytolithen waren Eigenthiun de'S Schieferthons; der das ilij,,
rial zu jenen Erzeugnissen des Feuers gewesen. Sehr selten
das Erscheinen V o n Petrefakten in der Erflschlacke, v on -vyeicbi
w ir doch ausgezeichnet deutliche Stücke in einer Suite vom
See bei Andernach finden. E s sind Balaniten und -ümbiliziten
io der Erdichlacke.
V e r b r e i t u n g u n d V o r k o m m e n «d
V e r s t e ' i n ' e r u n g e n .
o r
Die Ur - Gebirge besitzen gar keine- Ueberresle organischer Geschöpft«
Außer diesen kommeri. Versteinerungen in den meisten Gebirgsarten vor. E?
sind folgende:
ü e b e r g a n g s - G e b i r g e. G r a u w a c k e (selten). — U e_b e r g a n g s-
T h o n s cjbi e f e r (selten.). G r a u w i e k e n s ch i e f e r (selten).—
U e b e r g a n g s -K a l k s t e i n .
F l ' ö z -G e b i r g e . A e l t e s t e r F 1 ö z - S a n d s t e i n m i t s e in e n u n-
t e r g e o r d n e t e n S t e i n k o h 1 e n - L a g e r n , S c h i c f e r t li u n
u. s. w. A l p e n -K a lk s t e in . B i tu m i u ö s e r M c r g e l s c h i e f
e r . Z e c h s t e in . S t e i n k o h l e n - L a g e r deb F l ö z - K a l k s
t e i n s . — .J u r a - K a lk s t e in , H ö h l e tr - K a lk s t e in . — .
N e u e r e r S a n d s t e i n (bunter Sandstein, Quader - Sandstein). —-
M u s c h e l -K a lk (am reichsten . an Petrefakten). —- K r e id e (am
reichhaltigsten in Hinsicht der Verschiedenheit -einzelner' Gattungen
und Arten)..— N e u e s t e ,F l ö z -K a l k - u n d Gyp s -F o r m a t i Q n
(Paris u. a. O.). — S t e i n k o h l e n - G e b i r g e . — Mehrere Gebirgsarten
der F l q z t r a p p - F o r m a t i o n als: P o r p h y r s c h i e f
e r (selten), die M e r g e l - , S a n d - , T h o n - , S te i n k o h l e n - ,
T h o r i - E i s e n s t e i n - L a g e r und S c h i c h t e n (die des Thon-Eisensteins,
oft Versteinerungen in großer Menge enthaltend). (Der für
das Flöztrapp-Gebirge charakteristische Basalt hat keine Petrefakten).
Man hat Petrefakten -in allen Theilen, unter jeder Breite der Erd*
in beträchtlichen Tiefen und auf sehr bedeutenden Höhen entdeckt.
In Pembrokfhiro in einer Tiefe von -1000 Fufs,, zu Whitehaven
Kumberland 2000 Fufs tief, ebenso in. den Bergwerken vpn Wielitzka
ansehnlicher Tiefe hat -man noch 'Versteinerungen uiid Abdrücke gef und
So gewann sie auch D o n a t i auf dem Grunde des Adriatischen Meeres.
-UtrOA und Dombev beobachteten noch Versteinerungen auf den i
birgen von Peru über 2 0 0 0 'Toisen hoch ; d e Luc entdeckte sie auf i
Savöyschen Alpen in einer Höhe von 1/300 Toisen über dem Spiegel
Meeres; Saussure eben daselbst in einer Höhe von ‘984 Toisen'; Lama:
auf den Alpen der Dauphine in' einer Höhe 'von 1241 Toisen; Guerin
dem Vehtöüx in einer Höhe von- 1027 Toisen. Auf dem Gipfel des M
perdu, dem Höchsten "Berge der' Pyrenäen, '■Fand-‘RamOTjd nicht allein t
große Menge versteinerter See - Konchylien, sondern auch fossiles'Holz i
' ungeheuer viele Korallioliteti. Die Sp.izze des Mont perdu aber ist li
Toisen hoch über dem Meerte erhaben. Auch PicOt-Lä'peyhoüJe beoba
tete auf dem Mont perdu Reste von großen Quadrupeden, Konchylien t
Krustazeen in einer Hohe vOn' löiOO Toisen. Versteinerte See-Muscli
bemerkte IIuaiBOturt noch aüf der Arifleskette in einer Höhe von 2154 To
Sen. (In Europa kommen sie niir bis zu 1795 Toisen.' Höhe vor.) Ja
den Gebirgskuppeu von Quito gräbt man in'i-1282 Toisen vHÖhe Fossile El
pliantenknochcn aus. Auch in Australien 'sind Petrefakten häufige Erseht
nungeh. Per oft 'nahm ,‘Kon'cIiylio'lit’hen auf flen Gebirgen' von Neu -Hollaci
van Diemens - Land und -auf der Ostindischen Insel Timor wahr. 1
Timor hoch ih einer Höhe von 250 Toisen über dei Meeresfläche.
Gegenden und Orte, welche sich durch ihre Reichhaltigkeit und Mi
nichfaltigkeit an schonen Petrefakten auszeichijen, sind der Petersberg 1
JVIastricht, Paris, Grignon, Courtagnon, der JVIonte - Bolca bei Verona, l
Aptnninen (Toskana, Piacenza e tc .), Oeningen, der Heimberg bei Göttin’?,
Solenhofen, Aichstädt, Pappenheim, die Inseln Gochland und Oelandl
Schwed.cn, die Insel Shepe-y etc.
-T h a -t s -a c h e n u n d a l l g e m e i n e B e m e r k
u n g e n .
Manche Versteinerungen werden gern von ändern verschiedener aw
bestimmter Art begleitet, so Mytuliten von Ammoniten, Pektiniten
Trochiten, Chamiten von Turbiniten etc,
Alle Petrefakten finden sich entweder vollständig ( d. h. alle
Theile des Originals) oder unvollständig, was meist der Fall ist; aueb M
eigentlich xweischaaligen Konchylien kommt häufig nur die eine Schaale voi
Die Versteinerungen erscheinen entweder familienweise nach ihren Art*
and Gattungen, oder nur einzeln.
Die verschiedenen Gebirgs- Formationen enthalten auch im Allgem«in(
verschiedene eigentümliche Versteinerungen; die ältern überhaupt
aß die neuern Gebirgsarten. Jene besizzen im Allmeinen solche Petreßrt'1
welche von den gegenwärtigen organischen Geschöpfen in der Bildung
meisten entfernt sind, diese solche, welche sich den noch lebenden
nähern oder gar mit ihnen identisch sind.
Die völlige Begründung und nähere Bestimmung jenes für 'die 1
jgnosie sehr wichtigen Sazzes ist noch ein reichhaltiger Stoff für
n e r e , höchst interessante Untersuchungen. Befriedigende Resultate <
würden die Angabe des relativen Alters mehrerer Gebirgsarten
weitem weniger schwierig machen und auch auf die Beschaffe«
der organichen Wesen der Urwelt mehr Licht werfen. Zu 1
Nachforschungen in Hinsicht der den verschiedenen Haupt - Fo*®
' -tiohen der Gebirge eigenthumUchen Versteinerungen ist Übrigei
genaue Bestimmung der Ar ten der Petrefakten unumgänglich
-¿erlich.
Allgemeine Bemerkungen. System. 199
B e i. jeder Beschreibung eines Petrefakts ist cs noth Wendig sorgfältig
z u er&l tern , w ie die Formation i s t . in weicfiei; sich die organische
Gestalt fand; o b die Formation e tw ? blos lokal sei oder .nicht; ‘
von welcher Beschaffenheit die Gebirgsart der Versteinerung war.
Dadurch erhält eigentlich erst das Pettefakt seine -geognostischc Bedeutung.
Die Petrefakten von, Seethieren und Pflanzen erscheinen gewöhnlich in
i älteren, die Reste von Landtliieren in jüngern Gebirgsarten.
Die fossilen Thiere und Pflanzen, welche im Originale noch j'ezt da,
, jene angetroffen werden, leben, sind in der Regel von einer jüngern
•¡ode, als ,die Überreste von gegenwärtig ganz unbekannten oder lieifse
imen bewohnenden Thieren und Pflanzen.
Je älter das Gebirge i s t , um _ desto mehr sind seine Versteinerungen
jn Urbildern berrührend, welche auf einer sehr niedrigen Stufe der Or-
lisation standen. Die Übergangs-Formationen zeigen blös Korallen, Kon-
-lien, und Pflanzen-Versteinerungen. Die ältern Flözze bereits Ichtliyo-
ien, die neuern und neuesten aber Roste von Vögeln und Säugthieren
ledermfiusen, Didelphis - Arten, Paläoilierien , Anoplothcrien etc.).’ Nur
(ganz jungen Gebirgs - Gebilden kommen daher Säugtliier- Versteinerungen
, in alten nie.
Die Thonschiefer-Suite (Grauwacken-, Sandstein - Gebirge) dürfte im All-'
meinen mehr Pflanzen-, dio jüngern Glieder der Kalkstein - Folge mehr
:r- Versteinerungen besizzen.
In der Abwechslung der Lager der Versteinerungen ist oft eine Art
Regelmäßigkeit und gewisse Perioden zu erkennen.
Nicht selten finden sich die Reste' von Land- und Seethieren (Land-
Meer - Konchylien, Flufs- und See-Fische) an einem Orte mit einauder
:mengt, oder doch in denselben Schichten, und im nämlichen Gesteine.
is, Monte - Bolca.y
Zuweilen wechseln die Lager der Petrefakten von Meer - Geschöpfen
denen von' Land - Bewohnern ab. (Montmartre.)
Man beobachtet fossile Thiere an einem Orte zusammen, welche nicht
einem zugleich leben konnten. Der Monte Pulg^asco enthält vermengt
:hen vom Rhinozeros, Elephanten, Wallfische, Delphine und ein^ Menge
Jiylien , deren Urbilder in den Meeren von Indien, Asien, Afrika,
rika und Europa zu Hause sind.
Zitweilen zeigen sich versteinerte .Thiere und Pflanzen an einem Orte
Gesellschaft, welche — nach Vergleichung mit den gegenwärtigen —- .
einem nördlichen und aus einem südlichen Klima stammen.
Es bieten sich dem Naturforscher ;Thier-.und Pflanzen-Versteinerungen
solchen Klimateu an, wo die noch lebenden Arten oder Gattungen, mit
leben jene am meisten Übereinkommen, nicht ausdauern können.
In ganz nördlichen Gegenden werden Petrefakten von allen Klassen
egraben, deren Original-Arten oder -Gattungen wir jezt'nur in heißen
lern wahrnehmen. — ;Der- kälteste, im unvergänglichen Eise liegende,
il von Siberien liefert sehr häufig" die Knochen der in heißer Zöne heilten
Elephanten- und Rhinozcroi- Gattung. — In den Niederlanden , in
land, Baiern etc. würden Arten von Monitor und Gavial ausgegrabeu,
n lebende Verwandte wir nur in tropischen Ländern erblicken. — Der
te-Bolca enthält unter seinem Reichthüme 'an Versteinerungen Abdrücke
vielen Fischarten, delen Prototypen jezt die Meere von Ost- und
tindien bewohnen. — Der Bernstein nordischer Küstenländer umschliefst
t selten tropische Insektenarten und der Mo^uckisclie Krebs zeigt sich
deutlich im Steinreiche mitten-.in Deutschland (Solenhofen), t—r Am ' ei-
‘gsten an solchen Beispielen ist die weite Klasse der Helmintholithen.
raukreich (Grignon, (?ourtagnon) findet sich N a u t i l u s P om p i l i u s
völlig erhaltener, prächtiger Schaale fossil, eine Koncliylie, die jezt imr
den Indischen ' Gewässern und bei den Molucken zu Hause ist. In der
jend von Bordeaux erkennt man unter den dortigen Fossilien M u r e x
n l l u s -und T r o c h u s c o n c h y l i o p h o r u s ; jener kommt an der
e von Tranquebar, dieser in den Südamerikanischen Meeren lebend vor.
Paris erscheinen versteinerte Konchylien, deren Originale (C e r i t h i u m
ag o n um und C e r i th i um s e ,r r a t um ) C o o k in dei! Südsee (bei der
' ■dmis) lebend beobachtete. Ferner. M u r e x t r ip te r u s (z u Grignon
‘e)> der die Indischen Gew*»ser bewohnt.. Bei Beauvais wurde eine
e C r a s s a t e l l a entdeckt, deren Original P e r o n und L e s u e u r in den
a*»ern von Neu - Holland antrafen. Bei Ceseua zeigen sich Pholaditen
bei Rom Muriziten, deren analoge Arten ( P h o l a s p u s i l l ä L . und
r«9c M a g e l la n ic u s L .) sieh jezt im Ozean von Amerika und In-
»sowie in der Magellanischen Sttaße aufhalten. — Auch das Pflan.ten- jj| bietet Thatsachen der Art in großer Menge dar. Phytolithen, welche
badischen Früchten, Palmenstämnien, baumartigen Farrnkräutern, Pisang-
[Üeru und dem Bambos der Tropeuländer bei der Vergleichung sehr nahe
- oder mit ihnon Übereinkommen, werden in den Gebirgen des Nordens
gegraben. Aus den bituminösen Holz-Lagern der neuern Trappforma
von der Tanne hat man' Spermolithen erhalten, die ganz dem Samen e
Pistazienart gleichen , welche. S é e t z e n an der Grenze von Palästina fand.
Umgekehrt erscheinen aber auch zuweilen, jedoch sehr selten, fossile
Reste von Thieren im Süden, deren noch lebende Art oder Gattung i
in nördlichen, kalten Gegenden gedeiht. So erkannte C o v ie h in den K
dien - Brckzien • von Korsika Gebeine, welche einer Art aus der Gatti
Alpenhase ( L a g o m y s C u v î e r ) zukommen. Der Alpenhase aber ist
dem' Altaischen Gebirge in Siberien zu Hause.
Aus vielen richtigen Gründen ist anzunehmen, daß die tropischen
Thiere und Vegetabilien nicht durch Strömungen oder Flulhen des Me
von den Wendekreisen her an die Orte hingetrieben worden s i n d w o i
's ie jezt fossil autriffty sondern sie scheinen daselbst einheimisch gewesen
Endlich dürfte das wichtige Resultat der Petrefaktenkunde hinreichend
begründet dastehen, daß die V o r w e i t (sogenannte präadamitische, antidi
luvianische) Schöpfungen enthielt, die von der gegenwärtigen sehr abweichend
waren. Klima, Thiere und Pflanzen hatten einen ändern Cliarak
Ih dem Norden, in SiberieR, in England, Deutschland etc. mußte
heißes Klima die Elephanten, Rhinozcr , Löwen , Hyänen, Krokodile,
Palmen, Baum- Farrnkräuter etc. gedeihen lassen, die wir jezt noch in
zahlreichen Ruinen erblicken. Thiere und Vegetabilien dieser Vorwelt
charaktecisiren sich’ häufig durch ihre kolossalen Gestalten und mit Bewunderung
betrachten wir die Ungeheuern" Beingerüste des Ohiothiers des Mi
ilieriums, die, jezt beispiellos großen , Geweihe des Riesen - Elenns, sowie
die Abdrücke gigantesker tfuhrgewäöhse. ' Durch die niäditigen Revolutionen
unseres Planeten erlag das Klima und somit ’die Natur dieser frühem
Schöpfungen bedeutenden Veränderungen.
Die organischen Wesen wurden zw sehr v e r s c h ie d e n e n
P e r io d e n in den Schichten begraben und nicht durch eine e in ”
z ig e greise Umwälzung ging d,ie ganze .organische Welt za Grund.
Die Revolutionen wiederholten sich oft und immer zerstörten sie neue
organische Gestalten, welche unter den frühem Petrefakten nicht
vorhanden sind.
S y s t e m .
Die Versteinerung!;en können im allgemeinen Systeme der Naturgeschichte
unter den“ noch bestehenden Thieren- und Pflanzen aüfgeiiommen werden.
Sie erseheinen dann — als meist im Original«* ganz verlorne , von den Gegenwärtigen
Geschöpfen abweichende Arten — nach der aufgefundenen Ähnlichkeit
mit den'- iñ der Natur n’och -vorhandenen Gattungen in diesen als
ehemalige Bewohner der Erde, als nicht mehr existirende Arten unter den
lebenden eingereiht. Dies gilt iüdefs hur von den Zcrolithen. Bei den Pflanzen
- Versteinerungen reicht die Kemitniß'soweit nicht und man ist in den
häufigsten Fällen zufrieden, die Klasse bestimmen zu können. In Hinsicht der
Zoo lidien ist jene Methode schouron mehreren Naturforschern befolgt wor-
deu. So bringt Cdvier die uncergegangenen, fossilen Säugtliiere in das System
der Mammalien (z. B. in dei-Gattung Elephas folgt nach Eleph. Capen-
sis und E. Indiens als dritte Art der fossile Elephas viammonteus. — Ferner
unter den Pacliydermen die besondere, nur fossile Gattung Anoplotlierium
gleich nach der Gattung Sns u. s. w .) . Vorzüglich führten sie aber Kon-
chyliolögen in Beziehung auf die versteinerten Scliaalthiere aus. So haben
diese L in k e , • Lamarck , Bose- und -Momtfört/ in - ihre konchyliologischen
Systeme aufgenommen, wo sie — 1 da sie meist in ihren Originalen r nicht
mehr vorhanden sind — 'unter den -lebenden als riiu- fossil daseiend, aufgestellt
werdfen- (wie Murex fö ssilis , Dantalium vitreum , Ammoniies radialus ,
Echinus bicordatus u. s. w.).
Die Versteinerungen aber an sich, als eigener Tlieil der Schöpfung, betrachtet,
erfordern eine bestimmte Klassifikation und Anordnung in der Darstellung
riach der Aelinlichk'eit' ‘ihrer Form, d. h.' sie verlangen ein eigentümliches
System. Die Basis desselben hi'ufs ‘ ein 'bekanntes allgemeines System
dei- Naturgeschichte *) seyn. Dieses gibt die Glissen und Ordnungen
in welche dio Petrefakten —r soweit es nach den Daten über sie mö-lich
ist —- gebracht werden. Die" Unterabteilungen, sowie die Gattungen und
Arten, sind dem Petrefakten - Systeme eigentümlich und bestimmen sich nach
dem allgemeinen Habitus und nach der Struktur. Indtß wird auch hier auf
die Aeiiiifichkeit mit den lebenden Individuen, besonders bei den konchylio-
logischen Gattungen, Rücksicht genommen.
* ) In der nachfolgenden systematischen Üebersicht der Petrefakten w urde in
dieser Hinsicht das v on Blumexbuch angenommene befolgt.
D d, d 2