
Nadel zu Hülfe genommen. Man nähert zu diesem Zwecke d ie , 'auf einem
kleinen Gestelle ruhende, geriebene Siegellackstange der einen Kugel so weit,
dafs sie auf sie zu wirken vermag. In diesen»- Zustande besizt die, von
dem Siegellacke affizivt werdende, Kijgel -positive, Elektrizität. Sie .weicht
dem positiven Ende dès
ihr g einliierten Fossils aus und wird von dem ne«
gativen Ende desselbei
zogen. Die andere, dieser entgegenstehende,
Kugel des Apparats zeigt die entgegengesezten Erscheinungen. Sie besizt negative
Elektrizität und wird daher von dem ihr entgegenstehenden positiven
Mineralkörper angezogen, von einem negativ -elfektrisivteu , aber abgestofsen.
Dieses wechselseitig verschiedene Verhalten der Miueralkörper und des Apparats
findet in der Leliie von der Veriheiluug der Elektrizitäten seino Erklärung.
Zur Erforschung der aktiven Elektrizität, d. li. derjenigen, welche die
Fossilien in dem Siegellacke , wenn sie mit demselben gerieben werden, aufregen
, w ird folgeudcs Verfahren angewendet.
Die dazu bestimmte Lnckstange wird auf einer erwärmten, polirten und
mit etwas Mandelöl bestrichenen, Kupferplatte geebnet und abgeglättet.
Das Fossil mufs ebenfalls glatt und frei von rauhen Stellen seyn. Es wird
an einer Stange Siegellack, die als isolirende Handhabe dient, befestigt. Sodann
reibt man es mit der geebneten Siegellack- Stange, die hierauf den Kugeln
des beschriebenen Apparats (in welchen durch eine zweite , mit Wolle
geriebene, hinreichend nahe gebrachte Stange der Art die Elektrizitäten
durch Vcrtlieilung wirkend geworden sind) genähert wird und so die
Erscheinungen, wie oben bemerkt ist , beobachten läfst. In jedem Fossile,
das, mit Siegellack gerieben , diesem eine der beiden Elektrizitäten mittlicilt,
ist durch das Reiben stets die, der Elektrizität des Siegellacks entgegenge-
sezte, Elektrizität aufgeregt vorhanden.
Leiter der Elektrizitäten sind nur wenige Individuen aus der Klasse’der Erd-
und Steinarten. So der schwachleitende l.a zu lit, der Gadolinit, die Hornblende
, der Lepidolith, der siarkleitendc Bronzit, einige starkgefärbte dichte
Kalksteine.
Alle farbenlöse Salze, auch die reinen TVIetallsalze, sind Nichtleiter.
Unter den Infiammabilien leiten die Kohlenblende gut, die Steinkohlen schwach.
Die erwähnten ’ Substanzen werden rücksichtlich dieser "Eigenschaft dadurch
geprüft, dafs man mittelst derselben eine geladene Leidner Flasche zu
entladen sucht. Erfolgt diese Entladung durch ein Fossil nicht plözlich,
sondern erst nach einiger Zeit, so besizt. dasselbe schwache Leitungskraft,
Nur eine stark geladene Leidner Flasche kann hierzu angewendet werden.
Die Fahimen zu leiten kann in manchen Pallen zur Entdeckung
eines, in-.merklicher Meuge in einem Fossile vorhandenen, Metalls
führen, z. 31. des in . die Mischung des Jaspis eingehenden Eisens.
Zur Auffindung dieses Metall - Gehalts wird das , auf einem
— kleinen leuchterförmigen IsoJatorium liegende, Fossil mit dem Konduktor
einer arbeitenden Eie k tr isir m äs Chine in Verbindung gebracht.
Ziehen in diesem Zustande der demselben genäherte Finger, oder
die Kugel des Ausladers, knisternde Funken heraus, so ist dieses
ein Beweis von der Gegenwart eines Metalls., Im entgegengesezten
Falle entstehen nur rauschende Licht - Büschelchen.
Die Fossilien aus der Klasse der Metalle sind im Allgemeinen Leiter
der Elektrizitäten. Ausnahmen hiervon machen einige Erze und Oxyde.
So leitet G l a n z e r z n ich t, Z i n n o b e r nur sehr w e n ig , während
ß I e i g 1 a n z und die durch sichtigen krystalüsirren B l e n d e n
vortreffliche Leiter der E le k trizitäte n sind. U n te r den Oxyden ist
s c h w a r z e s M a n g a n o x y d ein sehr guter Le iter ; W e i i s -
B l e i e r z , leitet n ich t, das r o t h e - B l e i o x y d 'leitet kaum; die
B l e i e r d e ‘ ist ein guter Le iter ; s c h w a r z e s K o b a l t o x y d
zeigt geringe Leitungsfähigkeit. Manche unter den vorstehenden Substanzen
. so . namentlich das W e i f s - h l e i e r z e t c ,, erhalten durch
Beiben p o s it iv e E le k t r i z i t ä t .
Alle reguÜnische Metalle und ihre Legirungen leiten sehr gut. Sie
beobachten rücksichtlich der Stärke dieses Vermögens eine gewisse Reihenfolge.
Hildebrandt bestimmte sie dadurch, dafs er, in Länge und Durchmesser
gleiche, Spizzen aus verschiedenen Metallen verfertigt, nacheinander
an den Konduktor einer arbeitenden Elektrisirmaschine steckte und aus dem
grÖfseren oder geringeren Abstande, bei welchem diese Spizzen auf die An-1
näherung einer Hand oder eines ändern Leiters — der jedoch bei allen Versuchen
der nämliche seyn 1 niufste, — das elektrische Flüssige im Finstern .
auszuströmen aufingen, auf die. Leitungsfähigkeit dieser Spizzen schlofs.
Nachstehende Metalle und Legirungen wurden geprüft; die Stärke des Leitungsvermögens
eines jeden ist aus der Folge zu ersehen, in welcher solche
liier aufgestellt sind, so dafs sie von den ersteren bis zu dem lezten stufenweise
abnimmt.
1) Spiesglanznietall. 5) Messing.
2 ) Gold. 6 ) JVismuth.
3) Nickel. 7 ) Kupfer.
4) Silber.- Q)- Zinn.
9 ) Zink.
10) Eisen.
1 1) Blei.
S . Ü b - e r s i e h t - d e r b i s je :
K l a s s e i
12) Weicher, StahL
1 3) Harter Stahl.
b e k a n n t e n L e i t e r au s
M e t a l l e .
Winnoler . .. » sehr mittelniäfsigcr Leiter
Hornerz . . . . . schlechter Leiter.
Sprüd- Glanzerz, .. . sehr guter Leiter.
'Rothgültigerz 1 guter Leiter*
Kupferglanz . . ■ . ‘ . 1 sehr starker Leiter. .
Kupferkies. . . . . ebenso.
^Schwefelkies •. \ . ^ . • ebenso.
Eisenglanz ■. , ebenso.
Vulkanisches Eisen . . • mittelmäfsiger Leiter.
■Grau - Braunsteinerz sehr guter Leiter.
Bleiglanz .. sehr starker Leiter.
W e if s - Bleierz guter Leiter,
Die Blenden . sehr starke Leiter.
Glanz - und Speifskobalt . . sehr gute Leiter.
Schwarzer Erdkobalt . schwacher Leiter.
Phosphorsaures Eisen guter Leitei:.
Gediegen - Nickel . . - sehr guter Leiter.
■udrs.enikJiies , \ . , guter Leiter.
Grau - Spiesglanzerz . schwacher Leiter.
R o th -Spies glanzerz . ebenso.
Pecherz starker Leiter.
Vrünglimmer ■ . . . sehr, schwacher Leiter.
PVasserblei . ebenso. ,
Rauschgelb . , idioelektriscli.
Arsvnikbtiitlie . . , . ’ nicht leitend.
Titan-, Eisen . schwacher Leiter.
Titanit .' ; sehr schwacher Leiter.
Scheelerz . . . .. ebenso.
Fl^olfram . . . schwacher Leiter.
Tellur [ starker Leiter.
Ceverit ' ' . ' . ^ . sehr schwacher Leiter.
Die metallischen Leiter lassen in ihrem Verhalten gegen das Lid
den Wärmestoff, die reibende Einwirkung idioelektrisclier Körper und <
gen einander selbst gewisse Unterschiede bemerken , durch welche sie in d
Stand gesezt werden, gleich den idioelektrischen Körpern, Elektrizität In
vorzubringen.
I d , P l a t i n , S i l b e r , K u p f e r , E ise
Z i n n , S p i e s g l a n z , B l e i ,
lä fst n a c h dem R e i b e n , m itte lst d
ine e ig e n th üm lic h e e le k tr is c h e Spannui
’ä h n te r A g et
So Scheiben »
W i
- Jede dieser Substanz
Volta’sclien Kondensatoi
wahrnehmen, die'durch die Einwirkung obi
vermehrt oder vermindert werden kann.
Alle Metalle, Zinn und Spiesglanz ausgenommen, besizzen von N
die Eigenschaft von dem positiv - elektrischen Zustande zu dem negat
variiren zu können.
Werden z. B. die, durch Stangen Siegellack isolirten, Metallsch«
ben , bis auf den Eispunkt erkältet „ im indifferenten Zustand« dt
Strahlen der Morgensonne ausgesezt, so erweckt sich i
elektrische Kraft nach Maisgabe ihres Vermögens den Wäimes
zu leiten; zuerst be.i dem Silber, zuleztv bei dem Blei. Sie zei
hierbei Unterschiede in der elektrischen Kapazität. Silber i
Zinn stehen in der ersten; Kupfer und Zink in der zweiten
Platin und Gold iri der dritten; Blei, Spiesglanz Eisen und 0 »
rnuth in der vierten Reihe. Bei hohem Barometer- und niedrig1
Thermometerstande sind Wismuth und Eisen stets p o iitiv - , Zit
und Spiesglanz stets negativ - elektrisch. Dagegen werden Silh
Go ld , Platin , Kupfer, Zink und Blei bei höherem ThermonicN
Stande nach vorstehender Folge positiv - elektrisch-, tritt all
Kälte e in , so zeigen sie in umgekehrter Reihe sich neoativ'-c\'
trisirt, so dafs das Blei zuerst und das Silber zulezt diese Vci'i
derung erhält. — Niedriger Barometerstand , oder aiifserordcnrlidt
hohe Temperatur der 1 Atmosphäre, verursachen einen Übe
aller Metalle , Eisen und Wismuth •.
ausgenommen,
tiv - elektrischen Zustande.
D e r . W ä rm e s to f f e rw e c k t n ich t
l e n , sondi
die elektrische Kraft in den M<1,
bestimmt auch die Beschaffenheit dieser Kraft.
D essaiones fand im Monate M ä r z , bei heiterem Himmel >"
kaltem Nord w est w in d e , Morgens 5 U h r , Isolirte und geriebene Sein
ben v o n S i l b e r , G o l d . K u p f c r 'u n d Z i n k , i n d i f f é r é »
Sow ie die Sonne höher stieg, erhielten sie pi e g at i v e und dann P
« i t i v e Elektrizität. In diesem Zustande blieben sie bis zum Sownf
Un terga tu f sics nach »tnd nach
i n d i f f e r e n t wurden. Im Sommer h
gentheil ein. Die Metalle blieben , ohne
den , bis 11 Uhr Morgens in differ en t.,
kurzes Heiben, negative Elektrizität in
Zust ande sie sich bis zum Untergänge de:
stark p o s i t i-v - e l e k t r i s c h wurdet
aber wieder-in den indifferenten Zustand
t. e g a t i v und zule zt wieder
ri starker Hizze trat das Getm
Mittage zeigten ^sie, auf
starkem Grade» in welchem
Sonne erhielten und sodann
, mit Einbruch der Nftche
iurUckkclirteiK Winde und
Barometerstand zeigten sich hierbei v on grofsem Einflüsse. War dieser
leztere h o c h , und der "CVind w eh te ans N o rd , N o r d -W e s t , oder
W e s t , so besaßen d ie seh r aufregbaren Metalle hei warmer Witterung
p o s i t i v e , bei kalter Witterung starke n e g a t i v e Elektrizität. Bei
niedrigem Stand« des Barometers hingegen, bei S ü d - , Süd - West - oder
W e s tw in d , trat der umgekehrte Fall ein. Die Metalle waren dann
wen ig erregbar und s c h w a c h - n e g a t i v - e l e k t r i s c h bei ■
warmer Lu ft-; p o s i t i v - e l e k t r i s c h , w en n sich dieselbe zur
Kälte neigte. Plüzliche Verminderungen des Zustandes der Atmosphäre
Wirkten augenblicklich auf die elektrische Spannung der Metalle. -
Wurde eins davon in dem indifferenten, Zustande, ohne isolict zu
seyn , zwisch en den Fingern erwärmt, so w a r erst n e g a t i v e , sodann
stark n e g a t i v e Aenfserung z u bemerken; nach und nach ging
diese in den indifferenten Zustand über. Fortgeseztes Erwärmen hatte •
erneuerte elektrische Spannung zur F o lg e , welch e nun anhaltend
Be i allen diesen Versuchen war
Unterlage, (h ie r Siegellack) , welch.
Temperatur etc. affizirt w erden mit
kennen ; aber dafs'diese Unterlage nie
Scheiben verursachte, dafür spr.
Einfluß der i s o l i f e n d e n
on den Veränderungen in der
, auf die Metalle nicht z u v e r -
allein die Veränderungen in den
p h te ,sprechen die Beobachtungen, diiljä
md Metalle, entweder durch Aussezzen an die Sonne
men in den Händen, auf gleiche Temperatur ge-
die Metalle keine elektrische Erregbarkeit mehr
daher die elektrische Spannung der Unterlage über
imgekchrt jene des Metalls über die Unterlage, prä-
“ gen,
leztere
wenn Unterlagen \
oder durch Erwär
bracht wu rd en ,
das M e ta ll, und. v
.ponderiren oder n ich t, je nachdem die eine oder die andere Oberfläc
an denselben gröfser oder kleiner i s t , oder beide gleich grofs sind.
H Werden zwei heterogene metallische Leiter in .genaue Berührung geeilt
, so entsteht in beiden elektrische Wirkung.
Dies' ist der Fall, wenn eine polirte Zink - Platte und eine ähnliche
von Silber, beide mit. isolirenden Handhaben von Glas versehen,
auf einander gelegt werden. Sie zeigen, wenn man sie nach -
einiger Zeit wieder trennt, erstere .
Elektrizität.
| Diese Wirkung ist um so stärker, je verschiedener die Natur der sich
liiirendeu Metalle ist. Folgende Reihe enthält die Metalle nach dem
ra.lo ihrer elektrischen Stärke geordnet:
Z ink y stets -{- -elektrisch.
/ Blei.
. I Zinn.
/ Spiesglanz.
, I Arsenik. ■
• I Nickel.
| Kobalt.
\W ism p th .
\ Kupfer.
I Platin.;
I Gold.
| Silber.
\ Quecksilber.
■ ( Graphit. )
( Grau - Braunsteinerz•)
J e . weiter zwei und zwei dieser Körper in vorstehender Reihe
von einandev abstehen., um desto stärkere elektrische Erschein im-
i gen sind sie zU erzeugen fähig: und zwar wird der metallische
Körper aus einer der erstem Abtheilungen auf einen zweiten aus'
den untern Abtheilungen durch Berührung wirkend, positive
Elektrizität befiz/.cn. Ausnahme, hiervon macht das Grau- Braunsteinerz;
es erzeugt mit allen Metallen in Veibindung gesezt, d en Zink
ausgenommen,positive Elektrizität. Sowie das Zink als w ir k sam e s Metall
in der galvanischen K e tte auftritt, .ebenso zeigt dasselbe als krystal-
lisirter Galmei (zumal der in Würfeln v o n Rezbauia) durch Temperaturerhöhung
oft über 12 Stunden an h a lten d e Elektrizität.
Nicht die Verschiedenheit der Metalle a llein, sondern auch die Verdienen
Zustände eines und desselben ' Metalls, als die Härte, die
> der Glanz, der Magnetismus könne»», ohne weitere Dazwischen-
iues heterogenen Metalls' gegenseitig auf einander wirkend , elektrische
pieinuugen, doch nur im schwachen Grade, hervorbringen. So Eisen und
, warmes und kaltes Eisen, angolaufenes und glänzendes Blei, durch Kontakt.
Nach R it t e r erregen Magnete auch Elektrizität, wenn s ie , in
Wasser liegend, durch Leiter auf einander zu wirken verriiögen.
Die durch vorstehende Verfahrungs-Arten aufgeregte Elektrizität
ist' in dem meisten Pallen so schwach, dafs sie nur, vermittelst des
VoLTA’schen Kondensators auf das Elektrometer zu wirken vermag.
Stärker wirkt die von Z a m b o n i und D e l u c aus sogenanntem
Silberpapier (Zinn- Zink-Folie) und Goldpapier oder mit Honig
angeriebenem gepulvertem Grau - Braunsteinerze erbauie Säule.
Manche gibt, noch über ein Jahr, ununterbrochen elektrische
Erscheinungen am Elektrometer ohne Verminderung ihrer Kraft.
Ga I v a n i s m u s .
Werden zwei sich berührende heterogene" Metall - Platten mit einem gewässerten
feuchten Tuchstreifen in Verbindung gebracht, so zeigen sich,
aufscr den Wirkungen der Elektrizität^ auch jene des Galvanismus und zwar
kann dieses unter folgenden Umständen statt finden..
1) Zwei heterogene Metall-Platten berühren sich und eine derselben
zugleich einen feuchten Leiter.
2) Zwei Platten von verschiedenen Metallen berühren einander und
jede derselben wird mit einem feuchten Leiter in Verbindung gesezt.
3) Zwei heterogene feuchte Leiter berühren einander und einer derselben
ein Metall.
So S c h w e f e l - K a l i l ö s u n g und verdünnte S c h w e f e i .
jj ä u r e abwechselnd in Gläsern bald durch Tuchlappen, bald durch
Kupfer-Dräthe vereinigt.
4) Zwei feuchte Leiter berühren sich und. jeder derselben ein Metall.
Wie sich d ie . metallischen Körper der vorstehenden Reihe in Hinsicht
der Elektrizität zu einander verhalten, so verhalten sie sich auch rücksichl
lieh des Galvanismus. Alle Leiter der ersteren sind auch Leiter des lezt«
ren. Diesen gesellt sich noch das Wasser als vorzüglicher galvanische
Leiter bei.
Eine Reihefolge aus heterogenen Metallen mit, angefeuchtetem Tuche
oder ungeleimtem Pappdeckel abwechselnd (w ie bei .2.) erwähnt wurde) gibt
d ie , aus galvanischen Ketten zusammengesezte, V ol t a ’sehe Säule. '
Gewöhnlich werden hierzu Platten von Kupfer- und Zink g<
.wäh lt, deren Form bald rund, bald ein Quadrat ist. Es ist d;
'hin zu sehe»», dafs Kupfer am unteren und Zink am oberen Ende
die Kette schlicfsen.
In dieser Säule sind elektrische und chemische Kräfte zugleich wirksam.
indem sie zusammen das Wesen des Galvanismus bilden. Die elektrische
Kraft wirkt gleich dem Magnetismus am stärksten an beiden Enden der Säule
durch Vertheilung der Elektrizitäten; die chemischen Kräfte in jedem Platten
- Paare selbst durch Oxydation.
Schon einzelne Metall - Platten zeigen chemische Reaktion, die
nach der Natur der Metalle bald sauer, bald basisch>,■ d. h. bald
I positiv -, bald negativ-elektrisch erscheint. So läfst: eine mit feuchtem
reagirenden, Papiere belegte Zink-Platte durch dessen Färbung
mehr sauere, eine Kupfer-Platte mehr alkalische Reaktion bemerken.
Diese Erscheinung findet sich bei den sog«¥nnten unedlen Metallen
am stärksten.
Die beiden Enden der Säule werden, wegen ihres' entgegengesezten Verhaltens,
Pole, nach der Analogie des Magnets, genannt. Der Pol am Zink-
Ende der Säule heilst Oxygen- oder Zink -P o l (positiv - elektrischer Pol).
Der Pol am Kupfer-Ende der Säule heilst Hydrogen- oder Kupfer-Pol;
auch Silber - Pol, wenn Silber die Stelle des Kupfers vertritt (negativ - elektrischer
Pol). Werden diese Pole durch Drache verlängert und die Enden
derselben unter einander in galvanisch - elektrische Wechselwirkung. gebracht,
so entsteht derjenige Zustand der Säule, welchen man unter dem Ausdrucke
der geschlossenen' Kette begreift. Diese Wechselwirkung in der galvanischen
Kette kann durch feste und flüssige Leiter, oder durch unmittelbare-
Berührung der beiden Dräthe unter sich, statt finden. Im ersteren
Falle ist eine Erschütternn.g bemerkbar, wenn der . menschliche Körper
als Entlader dient, in dem lezteren Falle zeige sich eine, dem elektrischen
Funken ähnliche, • strahlende Funkensonne. Eine Leidner Flasche
kann durch Verbindung des einen Pol-Drathes mit dem äufseren, und
des ändern mit dem inneten Belege geladen werden. Kurz die hier sich
zeigenden Wirkungen sind .gleich jenen, welche durch die elektrische Maschine
erhalten werden; so dafs mittelst derselben an starken VoLTA’sclien Säulen
Blattgold entzündet und verflüchtigt, Platin und Eisen etc. geschmolzen w e iden
können und zwar erfolgt die Entzündung nahe bei dem positiven, das
Schmelzen der Körper .nahe bei den» negativen Pole. Wird der Kupfer-Drath
am Kupfer-Pole und der Platin- oder Gold - Drath am Z in k -P o le, beide
isolivt, in ein, mit reinem Wasser gefülltes, Glas geleitet, so entbindet die
Spizze des zum Kupfer -Polo gehörenden Draths Wasserstoffgas, und die
Spizze des zum Zink-Pole gehörenden Draths Sauerstoffgas.
D ie Oxydabilität der Metall-Platten in der Säule selbst ist
gleich der Anziehung, in welcher diese Metalle gegen die Säuren
stehen. So wird dasjenige Metall stets stärker in der Säule oxydirt
werden, vyelches, wenn das andere mit ihm in Berührung
stehende heterogene Metall in Satire aufgelöst wäre, eben dieses
daraus niedprschlageu würde.
X
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