
Hinsichtlich dar Form d«r Gemengtheile sind dieselben entweder kry-
Stallinisch-körrtig, <w»nn sie aas Krysullen bestellen, oder gemein-körnig,
wenn dies nicht der Fall ist.
. Man trifft in den Gebirgsarten von körniger Textng aufser -den wesent-
liehen auch 'zufällige Geinengtheile und mitunter ziemlich häulig an.
G r a n it mit G r a n a te n , S chOr l u. s. w.
Fetner erhalten eie zuweilen durch einzelne, in der körnigen Haupt»
mnsse eingewachsene, krystallinischc Substanzen ein porphyrartiges Gefüge.
Man nennt solche Gebirgsarten porphyrähnliche.
G ran it mit F e ld s .p j t l i -K r y s u U tn (p o r p h y r ä lin I i -
cjrer Granit),
Alle hierher gehörigen -Gebirgsarten sind Resultate chemischer Nieder»
Schläge und gehören, ungeachtet sie an keine bestimmte Formation gebunden
sind, meist der Periode der Urzeit a n , sparsamer findet man sie in den
späteren Zeiträumen. Sie scheinen^ übrigens da, wo sie parthieenweise Vorkommen,
zusammen und gleichzeitig-niedergelegt worden zu seyn uhd nUr
selten sieht man sie -unterbrochen' durch 'mächtige Niederschläge anderer Art.
Sie umschließen nur wenige fremdartige Lager 4 im Gegentheile kommen sie
selbst häufig als Lager in ändern Gebirgsarten vor.
b . S c k i e f - e r i g e s G - e f ü g e ,
Die Gemengtheile sind, wie bei dem körnigen Gefüge, ohne Bindemittel
in und mit einander zu einem Ganzen verwachsen, aber sie erscheinen
dagenartig oder plattenweise übereinander geschichtet und bildet! so ein körnig
- schiefer iges Ganze,
G n e ifs , G1 i m me r sch i e t er , Grii n st ei n s c h ie f e r .
Die einzelnen Parthieen, welche aus den verschiedenen. Gemengtheilen
bestehen und zusammen eine Lage konstituiren , lieifsen .Fla s er n. Mehrere
solcher Flasern bilden das schieferige Gefüge der Gebirgsart', und man hat,
nach der vorschied tuen Greise 'und Form der Gemengtheile, sehr dümt-9
d ünn-, d ic k -, sehr d ic k -, g e ra d e -, krumm- und - wellenförmig gebotene
schieferige oder flaserige Gebirgsarten.
Die verworrene Textur kommt der sdhieferigen sehr nahe. Sie
ist in einzelnen Theilen -wirklich schieferig, nUr hat jeder derselben
.eine besondere Lage. Man kann sie daher als eine schieferige Textur
nach verschiedenen Richtungen anselieo.
T o p a s f e ls .
Die Gebirgsarten von schiefcriger Textur gehören meist der Urzeit an.
Manche Flö'.trapparten sind zwar auch schieferig, aber entweder sehr undeutlich
, oder nur im Grofsen und nicht bis auf die kleinste Zusammensezzung.
: c . P o r p h y r a r t i g e s G e f ü g e .
In einer theils einfachen, theils innig gemengten Hauptmasse liegen,
als reine Ausscheidungen , die'übrigen Geinengtheile in Krystallen oder Körnern
einzeln und zerstreut inne.
H o r n s t e in -P o r p h y r , T h o n -P o r p h y r , u. s. w.
Bei den Gebirgsarten von porphyrartiger Textur "liegt ein chemischer
Niederschlag von einem weit geringeren Grade der Reinheit zum Grunde,
als dies bei denen von körnigem und schieferigem Gefüge der Fall war, auclx
sind diese weit älteren Ursprungs als jene;
Die porphyrartigen, Gesteine sind für eine eigene Formation charakteristisch,
doch findet sich das Gefüge derselben bald wesentlich, bald zufällig
auch bei ändern Gebirgsarten, so namentlich bei denen von körniger Textu
r, daher'es denn nicht als jener Formation ausschliefslich angehörig sich
betrachten läßt.
Von den verschiedenen Unterabtheilungen, welche bei den Ge-
birgsarten von -wesentlicher porphyrartiger Textur, mit Rücksicht
auf die relative Altersfolg« derselben Jixirt worden sind , ist bereits
im applikativen Theile die Rede .gewesen.
d. M « n d e 1 s t c i n a r t i g e s G e fü g - e .
Eine Hauptmasse umschließt, häufig in bestimmter Richtung und in größerer
oder geringerer Häufigkeit, runde oder ovale Blasenräume. Sind diese
sehr zahlreich, so bildet die Hauptmasse gleichsam nur die dünnen Wände
durch welche die Poren getrennt werden. Diese Blasenräume sind ferner
theils lee r, theils zur Hälfte oder ganz und zwar auf'die Weise ausgefüllt,
dafs die von ihnen umschlossenen Fossilien lagen weise, wie die Schaalen
um einen gemeinsamen Kern herum- fand übereinander liegen; die irystallini-
schen im Innern, die mehr mechanischen nach außen zu.
M a n d e lste in der Wack-e u. s. w.
Die mandelsteinartige Textur ist nur für die Trapp-Formation der Übergangs
sowohl als der Fiözzeit -charakteristisch. Einzelne Blasenräume triff*
man zufällig in mehreren Gebirgsarten an, sie sind aber für diese nicht bezeichnend.
Man unterscheidet zwischen, einer ursprünglichen tinde iner sekundären
Porosität.- Jene, welche ihr Daseyn chemischen oder mechanischen Kräften
verdankt, die bei der Erhärtung der Gebirgsmassen wirkten,, ist der Formations
Epoche gleichzeitig, diese, sie sei durch Einwirkung des Feuers ent
standen, oder als eine Folge der Auswitterung von Fossilien zu betrachten
ist unendlich später, als die erster« Frist.
H u m b o l d t sucht in der Entbindung des Wä^meseoffes a u s <Jen.
ursprünglich flüssigen Erdsphäroide den Grund der primitiven Pq.
xosität. (Verglichen S. ¿48 und 149.);
B . Z u s a jn m e n h a n g d u r c h e i n
B i n d e m i t t e L -
H i e r h a t e n tw e d e r d ie E i n w i c k l u n g in -e in e Haupt,
m a s s e , o d e r e in b -lo -fse s A n e in a n d er jti t te n s* a 11.
■* Die durch -ein, Bindemittel zusammenhängenden, oder kouglütinirten
Gebirgsarten bestehen aus einer Masse, welche mehr oder weniger große
theils frischeckige, thejls abgerundete ^Bruchstücke oder Geschiebe und selbst
Körner zusammenkittet und sie daduroh mittelbar zu einem Ganzen verbindet
G r a uw a ck e ','S a n d s te in , H ag e-lfl u li u. s. w..
Die bindende Masse ist stets jüngerer Entstehung, als die durch ,<jt
verbundenen Gebirgsarten.
Alle kouglutinirten Gebirgs - Gesteine sind Resultate eines mechanischen
Niederschlags und als regenerirt zu betraohten. Sie reichen, was ihr Alter
betrifft,, nicht bis in die Urzeit hinauf, sondern finden sich erst in den
Übergangs- Periode, noch häufiger aber in der Flözzeit und iii den auf»e.;
schwemmten Gebirgen, wo sie die zweite oder jüngere Hälfte der .groben',
Schiefer-Formation ausmachen.
Nur .als d6m Porphyr - Gebilde untergeordnet kommt e in , auil
Geschieben umfänglicher Gebirgsarten bestehendes., Kongloiuer«
■als das Liegende einiger Porphyr - Gebirgsmassen vor-
C. V € i s c h , i e d e n h e i i 1 *1 d e r B i U
d u n g ß: z e i t d e r G e m e n g t h e 1 1 e £ e i;
G e t i r . g s r r t e n v o n z su s a mm
c n g e s e z t e r S t r u l i u r.
Ä. G l e i c h z e i t i g e G em e n g th - e ile .
Alle miteinander verwachsenen Gemengtheile , deren Form keine grofsen,
Verschiedenheiten bemerken läfst, sind von gleichzeitiger Entstehung* Ebenso'
ahid die Krystalle,, welche man in einer Hauptmasse ein gewachsen findet,
als mit derselben gleichzeitig gebildet zu betrachten, man müßte ¿denn,
wollte man. jenen ein höheres A lt« zusclireiben, sie als in der Auflösung
frei umherschwebend sich denken, was sehr unwahrscheinlich ist. Nock
unwahrscheinlieber aber ist e s , dafs die Hauptmasse früher als jene. Krj’-I
stalle in einem starren Zustande vorhanden gewesen sei und gerade rsolcliiI
regelmäßige Räume gehabt habe, welche mit der Masse der Krystalle ausge-j
füllt worden wären, dehn sonst könnten diese eingesclilossenen Körper nickt
das Gepräge einer rein chemischen Ausscheidung, an sich tragen, auch könnten
die häufig so verschieden im Porphyre krystallisirt sich findenden Fossl,
lien nicht ihre eigentümliche Kiysta'llform behaupten.
1>. U n g l e i c h z e - i t ig e /G ,em e n g th £ ile .
na) Einzelne Theile wurden später .als die Hauptmasse ■gebildet.
Man ¡findet dieses zumal bei den Mandelsteinen, deren Hauptmasse vi«l«’
leere oder auch ganz odertheilweise, -mit Wasser, mit Achatnieren u. =s.
ausgefüllte Blasenräume umschließt. Diese Gemengtlieile entstanden erst dann, als dis
Hauptmasse schon gebildet war und zwar durch Einsinterung, v-on aufsen.i
Nur wenige Ausnahmen leidet diese Regel. So sind z. B. diejenigen rund«1
eingewachsenen Stücke mit der Hauptmasse gleichzeitig gebildet, welch«!
immer voll sind und au welchen keine Krystallisation statt haben könnt«,1
•ei e s, däß sie gestört wurde, oder daß die Auflösung zu konsistent war.
P y rop -iCftrn rrün S e r p e n t in e , 01i v in -K ö r n er imBasalt«-
bb) Einzelne Theile entstanden frü h e r als die Hauptmasse.
Diese. Erscheinung zeigen die Sand-, .Trümmer- und P ’uddingstein«.
Auch diejenigen Laven .gehören hierher., in welchen sich Krystalle finden,
die zur Hälfte in die Hauptmasse eingewickelt erscheinen und zur Hälfte aui
■den -Blasenräumen herrorragen.
XI. Zufällige Gemengtheile.
Wir haben der z u f ä l l i g e n G em e n g t h e i l e der Gebirgsarten i"1
Gegensazze der w e s e n t l i c h e n gedaeht. Bei dem ersten Blicke zeigt sich
uns liier nicht» als Regellosigkeit. Das bunte Gemische von Mineralien,
welche bald in der Masse eingesprengt , bald in Gängen und Höhlen irfsiab
L otler in Lagern eingewachsen Vorkommen, die endlich auch einzeln,
godann in den mannichfachsten, von einander sehr abweichenden Gestalten
,mmen »ich finden', scheint die Vorstellung von einem blöfs zufälligen
Lgflge zu rechtfertigen. Allein bei sorgsamerer Untersuchung werden wir
unverkennbare Spuren von einer gemeinsamen Quelle, selbst des scliein-
Iitteiogensten, geleitet. Beachtet man das Miteinander-Vorkommen sol-
. unorganischer -Erzeugnisse, welche in nahen Verwandtschafts- Vcrhält-
:en stehen, so bietet sich der Anlaß dar, die vielfachsten Formen und Abgeltungen
des Nämlichen zu treffen.
Oie-Glieder der T a lk - und Strahlstein - Sippschaften, der T a lk ,
Asbest und Strahlstcin mit ihren. Arten kommen fast stets in
den1 Serpentin - oder in den verwandten Ctilorit - Gebirgen mit einan-r
-der vor. A u f ühnliche W e ise findet man in den Achatkugüln Kalze-
don , Karniol, Quarz und Amethyst zusammen vereinigt. Desgleichen
erscheinen die verschiedenen Sikbet Quecksilber - , Kupfer - , E isen -, ■
K o b a lt-, Spiefsglanzerze u. s. w . mit einander.
Hieraus ergibt sich wie man'nrckfaltig, den Produkten nach, der Che-
mus se il Vielfältige Kräfte lassen stets eine gleichzeitige Tliätigkeit er-
nen, und zwar nach einem Gesezze, von welchem das Präzipitations-
lein kaum eine Ahndung zu haben scheint.
Denn so läfst s ch weder durch ein zufälliges Zusammentreffen,
poch durch die, Voraussetzung des chemisch zu wirken verhinderten
Schwefels und des Sauerstoffs der Umstand erklären, dafs alle Metalle
Sauerstoff und Schwefel bei ihrer Bildung auffanden, oder vielmehr,
daß «beide s.cli gegenseitig auffanden und neutralisirten. Nicht wenige^
merkwürdig ist die Oszillation, welche in den Achatkugel 11 während
ihres Fiüssigseyus statt findet. Man sieht sie in den v-erschiedensteu
Gegenden in derselben Gebirgsart auf die nämliche Weise, oder doch so,
daß die anders modifizirte Umwandlung dasselbe Gesez deutlich anzeigt.
Bei den männiclifaltigea Produktionen in einem Gebilde ist die. innige
V fit der abweichenden Formen «och deutlicher erkennbarund vorzugs-
■se belehrend zeigt sich hier das Verhältnifs der eingespreugten Fossilien
[den Gebirgsarten, welche eie umschließen. Zwar gehören jene nickt
ja Wesen1 des Gesteines, aber sie konstituiren unverkennbar eigene Formaten
, deren Daseyn in einfem tiefen Gesezze gegründet seyn muß.
So erscheint der Schörl ira Granite, und zwar ungemein häufig
und auf eine Art, welche uns nicht gestattet, sein Daseyn von dem
der-Gebirgsart zu sondern. Das Nämliche gilt von den Granaten,
die im Granite und noch öfter im Glimmerschiefer an so vielen ,
von einander'weit entlegenen, Punkten,' und zwar auf dieselbe Art
porphyrartig eingesprengt sich finden.
Der Granat bildet • selbst. einen bemerkenswerthen Gegensaz mit
einigen von einander sehr verschiedenen Massen. Man trifft ihn a u f
eine besonders bezeichnende Weise im Serpentine eingewachsen, ferner
im Hornblendeschiefer , Chloritschiefer , Magnet - Disensteine u. s. w .
Die Trapp - Gebirge, zumal die Flöz - Trapp-Formation , sind
noch belehrender, denn sie scheinen, durch eine überraschende
Mannichfaltigkei,t verschiedener ihnen eigen thümlicben Fossilien,
den (wenigstens in ihrem Hauptgliede dem Basalte herrschenden,)
• durchgängigen Mangel an Überresten einer organischen Welt'zu
ersezzen. lüi- diese Massen, zeigen sich* basaltische Hornblende,
Au<iit, Feldspath, -Gfiinerde, Zeolith, späthigEr Kalkstein u. s. w.
so bezeichnend, daß sie von ihnen, sowie sie,-Vorkommen, sichj
durchaus nicht trennen, lassen.
II. Uebergänge der Gebirgs - Gesteine,
Die Ü b e r g ä n g e einer Gebirgsart in eine andere werden durch fol-
,n3e Umstände, v.on denen nicht selten mehrere zugleich eiutreten', herbei-
^ükrtry ' ’ . .. .
1. Durch das Hinzukommen eines Gemengtheiles; wenn eine Gebirgsart
den Gemengtheilen, welche ihr in . der Regel eigen 6ind, noch einen neuen
nimmt, der ein anderes Gestein charakterisirt.
<Aus dem G r a n i t e findet durch Aufnahme von Hornblende und
du rch Abnahme v on Quarz und Glimmer ein Uebergang in ü r -
G r i i n s t e iA statt.)
2. Durch Abnahme eines Geniengtheiles bis zur gänzlichen Abwesenheit'
•¡selben.
(Ddr T h o n - P o » r p h y r übergeht in T h o n t t e i n durch den
Mangel an Feldspath-KryStallen.)
3. Durch eine Umänderung des Gefüges.
( G r a n i t in G n e i f s , durch die Aenderung seines Gefüges ins
Flaserige• G n e i f s in G r a n i t , durch Annahme eines krystallinisch
körnigen Gefüges.)
4- Durch Verwitterung. Mittelst der Einwirkung der Atmosphärilien
’ird die ursprüngliche Beschaffenheit der Fossilien geändert, sie werden er-
'o und lose.
(Der feldspatbreiche. G r a n j t wird z u P o r z e l l a n e r d e umgewandelt
, der B as a l t übergeht in T h o n .)
Weniger häufig tritt der Fall e in , daß ein Gemengthcal oder mehrere -
“gleich. eine gänzliche Umänderung ihres Wesens erleiden.
(So übergeht der G r ü .n s t e in in .S e r p& n t i n , der H Ö r n s t .e in ,
welcher die Hauptmasse des H o r n s t e i n - P o r p h y r s ausmacht, in
F e l d s p a t h . )
Die Übergänge_der Gebirge - Gesteine cesultiren , als eine nothwendige
Folge , aus ihrer Bildungsweise und bieten, zumal für die Klassifikation derselben,
die größten Schwierigkeiten dar.
XIII. Struktur der Gebirgsmassen und
nähere Verhältnisse derselben.
Beifder Betrachtung der Art, wie die Gebirgsarten nach einer allge»
mein geltenden Regel, als NiederschJäge auf nassem Wege, zu g rö ß e re n
Ganzen, zu Gebirgsmassen, sich bildeten, lernen wir die Verscliiedenlieiten
heim Absezzen derselben, die Art, wie die Kräfte der Natur sich dabei
tltätig zeigten und .die Grundsazzo kennen, nach welchen jene Kräfte beim
Niederlegen der älteren und jüngeren Gebirgsarten im Allgemeinen wirkten.
1. Zus ammens e z z ung der Masse e in e s Gebi
rges aus den L a g e n e i n z e ln e r .Gebi
rgsar ten.
Die Gebirgsmassen sind entweder::
u n g e s c h i c k t e * , m a s s i g , wenn bei der genauen Betrachtung derselben
nur eine dichte Masse' von bedeutender Mächtigkeit bemerkbar is t.; — oder
im G r o fs -en g e s c h i c h t e t , wobei eine Abtheilung des im Grofsen
entstehenden Ganzen in mehrere regelmäfsig über einander folgende Massen
s ta tt findet.
In beiden Fällen zeigt sich d ie , bis zu einer Erstreckung von vielen
Meilen ausgedehnte, Gebirgsmasse nicht stets einfach, sondern sie ist zq-
saxnmengesezt aus verschiedenen miteinander abwechselnden Gebirgsarten,
welche theils:
einer Formation an gehören, ja oft nur Abänderungen einer und derselben
Gebirgsart sind, oder
in Hinsicht der Formation einander ganz fremd erscheinen.
Durch das Schichtungs - Verbaltniß werden diese Abänderungen
einer, oder die Lager verschiedener Gebirgsarten näher bezeichnet.
Zwischen zwei verschiedenen Gebirgsarten sind fast immer die
einander parallel laufenden Schichtungsklüfte’ deutlich bemerkbar.
2. Schic htung.
S c h i c h t u n g ist die Summe der sukzessiven Niederschläge, vermittelst
Züricher das Ganze einer Gebirgsmasse natürlich getrennt wird. Die Schichten
sind durchaus gleichartige ganz dünn übereinander und regelmäfsig ab-
gesezt. Ihre Bildung zeigt plattenförmige Lagen, welche durch die ganze
Masse von fa s t ‘gleicher, o ft einige Lacluer betragender, Mächtigkeit,
gehen. Diese Mächtigkeit der Schichten wird durch die Dicke derselben
bestimmt , und die Schichtung selbst ist bald mehr, bald weniger deutlich.
Beispiele deutlicher Schichtung bieten der Gm e i f s und der G liin-
m ej' s cji i e f e r dar , wc-nigcr deutlich zeigen diese Erscheinung der
U r k a lk s t e in , der G y ps u. s. w. .
Im Ganzen findet die Schichtung nur bei wenigen Gebirgsarten «täte.
Sie ist denen vorzüglich eigen, welche, bis auf die kleinste Zusammensez-
(zung, eiue durchaus schieferige Textur zeigen und dieser schiefeiigen Textur
ist sie auch stets konform.
Bei den mandekteinartigen Gesteinen richtet sich die Schichtung
*iach der Lage der Blasenräume.
Ihre regelmäßige Erzeugung war nur da möglich, wo die Gebirgsmassen
sieb nach und nach und mit Ruhe absezten und einen chemischen Nieder--
schlag bildeten.
Weniger ausgezeichnet und oft -nur im ‘Grofsen bemerkbar ist
sie bei den Gebirgsarten, deren Niederschlag unregelmäßig und
schnell vor sich ging, wo grofse Massen sich auf einmal aus der
Auflösung niedeisehlugen, die Auflösung selbst stürmisch bewegte»
und so mechanische Präzipitate erzeugten. Hier war keine ausgezeichnete
Struktur der kleinsten The ile, keine Zusahimeusezzuiig
, aus dünnen regelmäßigen Lagen möglich.
Einigen Gebirgsarten fehlt dieses Kennzeichen ganz, bei solchen aber
neigt sich ein öfterer Wechsel mit ändern geschichteten und aus leztern erg
ibt sich sodann die Schichtung des Ganzen.
Diese Abtheilung der Gebirgsarten in plattenförmige Schichten deutet
a u f ein periodisches Innehalten bei der Absezzung einer und ' derselben Gebirgsart
hin, welches sich nur durch Unterlegung eines chemischen Grundes
erklären läfst.
Die Schichten, richten sich im Großen nach der allgemeinen Verflachung
der: Gebirge. Das spätere Einsckneiden der TJiäler und Schluchten, das
Aufgelagertseyn jüngerer Gehirgsarten, die Bedeckung mit .aufgeschwemmten
Gebirgen und mit Dammerde u. s. w. bringen jedoch nicht selten Ausnahmen
von jener Regel hervor.