
/ N o m e n k l a t u r .
In Hinsicht der Bildung der Petrefakten - Benennungen sind viele oben
(S. 133.) für die ovyktognostische Nomenklatur angegebene allgemeine Re«
geln anwendbar. Die Versteinerungen erhalten ihre Namen nach der ganzen
Gestalt (Z y lin d rit, Trigonelle, Pianti, Globosit, Bitubulit) und,dann oft
nach der Aefhiliclikeit mit bekannten Dingen (Hysterolith , Patellit, Denta-
l i t , Pliazit y Baiatiti , Enkrinit, K a ry o p h y llit, Schraubenstein) , oder nach
ausgezeichneten einzelnen Theilen des Fossils (Megalon yx , Mastodonte,
Dikeratit, Gryphit, Terebratulit) , oder nach der Gröfse überhaupt (Mcga-
therium , Riesen - Tapir , Riesen - Elenn , Riesen - Monitor) , oder in Rücksicht
auf die Urbilder (Anthropolith, Ichthyolith, Ornithölith, Phytolith,
Antholith) , oder in Bezug auf das hohe Alter, auf die Vorwelt (Paläothe-
rium t Elephant der Vorwelt) , oder nach dem Orte, wo sich das Fossil vorzüglich
findet (Ohiothier , Höhlenbär , Höhlenlöwe) , oder nach Benennungen
von Konchylieu, Korallen, u. s. w . älterer und neuerer Naturforscher (Echi-
nit , M u sku lit, M y tu lit, M u riz it, Purpurit, Pinnit, Harfenmuschel, Isidit),
oder nach ausländischen Trivial - Benennungen (Mammut) , oder nach der
Aehnliclikeit mit ändern Versteinerungen (trochilitenprtiger Kochlit).
Uebrr die, in dem hier aufgenommenen Systeme befindlichen, Gattungs-
Namen der Petrefakten folgen nachstehende etymologische Erläuterungen.
Alatit. —* Von alatus (beflügelt).
Alzyonie. — Von ciXuuovHOV (Schaum des Meeres), wegen des vermeintlichen
Ursprungs.
Ammonit, — Von Jupiter Ammon, dem die Mythe Widderhörner
beilegt, deren Gestalt den Ammoniten ähnlich ist.
Amphibiolith. — Von o.p(pißiog (auf dem Lande und in dem Wasser
lebend) Und XiBog.
Anomit. ■—• Von O'JoptO. (Gesezlosigkeit, Ungleichheit).
Anoplotherium. — Von O.VOTrXog (unbewaffnet, wegen des Mangels
der Spizzähne) und Bygiov (wildes Thier).
Antliolith. —— Von O.vBog (Blüthe) und Xt&og.
Anthropolith. — Von o.vBgiviro? (Mensch) und XiBog,
Astroit. — Von o.ggov (Stern, Sonne).
Balanit. — Von ßd.Xo.vog (Eichel).
Belemnit. — Von ßsXspvov (Pfeil, Geschofs).
Bibliolith. — Von ßißXiov (Blatt) und XiBog.
Bitubulit. -— Von bis (zweimal) und tubulus (die Röhre).
Bukzinit. — Von buccina (ein Hirtenhorn, die Muschel des Tritons,
Trompete) auch kommt buccinum als eine Art
Schnecke beim P l tn iu s vor.
Bullit. — Von bulla (die Blase).
Chamit. Von chama (die Gienmuschel des PliNrus) und dieses von
“X/Clivio (Xaio) (ich klaffe, gähne).
Dentalit. — Von dens (der Zahn).
Dikeratit. — Von Sty.sga.og (zweihörnig).
Diszit. Von Sißyiog, discus (die' Scheibe , Schüssel).
Echinit. — • Von sXlvog, - echinus beim Primus (der Seeigel)'.
Elasmotherium. — Von èXo.OpÒg (Blättchen) und Sygiov (wildes Thier),
wegen der blätterigen Gestalt der Backzähne.
Enkrinit. ' Von y.givov (L i l i e ) , davon syxgtvov (geschlossene
Lilie).
Entomolith. — Von svropov (Kerbthier) und XtBog.
Entrochit. — V o n èv ( a u f e i n a n d e r ) u n d rgoXòg (R a d ) .
Fungit. ■ - Von fungus (der, Pilz , Erd - Schwamm).
Gammarolith. 'Von ytdp.fto.gog, cammarus oder gommar us (der
Seekrebs) und XiBog.
Globosit. — Von globosus (kugelförmig).
G r y p h i t . Von yguirog (was einen krummen Schnabel hat).
Gyrogonit. Von jugòg (gekrümmt) und yuavioi (Winkel, verborgener
Ort). ,
Helizit. — Von sXt<£ (Kreis).
Helmintholith. — Von sXptvg (Wurm) und XiBÒg.
Hippurit. — Nach der Pflanze iW tsgig (D ioscorides) , hippuris (Tannenwedel
, Pferdeschweif), wegen der Aehnlich-
keit des gegliederten Stängels . mit manchen Ilippu-
riten.
H y i t v o K i h . — T o n (weiblicbe Sduimbeae) u n d JÙ S o f .
J.hthyolith. — V p n IX S lif (Fisch) u n d AlÄJf, '
Uhthyospondylu. _ Von 1XSÙ> (F i* * ) „nd «nre'v&loj (Rücken,
wirbel).
Isidit. Von I s is , eine Korallen r Gattung in dem Systeme.
Karpolith, •— Von KCCgnog (Frueht) und XiBog.
Käryophyllit. — Von KO.gV0 (puXXoV, eäryophyllum (die Gewüt
nelke).
Kassidit, Von cassis (der Helm).
Keratophyt. — Von xsgo.f (Horn) und (pUTOV (Pflanze).
Kochlit. Von XoXAof, HO-XXio.gy .xoXXig, coclilea (dieSchnecW
Konotrochit. -— Von XWVog, conus (der Kegel) und troclius (,|(
Kreisel).
Korallioltih. — V on ytogo.XX.iQV, corallium '( die Koralle) "und \l%
Kraniolith. — Von ■ytgo.viov (Hirnschaale, Todtenkopf) und XtBoc,
Lepadit. —- Von XsTTO.g (eine im Gesteine erzeugte Muschel, Tj
Xsitag , Fels, Gestein).
Lithoxylen. — Von XiBog (Stein) "und £uXov (Holz).
Lituit. —— Von lituus (der oben gekrümmte .'Augur - Stab).
Madreporit. (Matreporit.) >>-4- Wohl von mater, Italienisch Mai
(die Mutter) und TTogog, porus (der Durchgang), w(
die Sternkanäle durch die ganze Masse oder Mutter driii°(»
Mastodonte. —r- Von pagOg (Brust, Brustwarze) und oSög (Zahn),
Megalonyx Von psyo.g (fxeydXog) (grois) und ovu t (Kralle),
Megatherium. — .Von payo. (grofs) und Btfg'fOV (wildes Thier).
Milleporit. — Von mille (tausend) und ‘irogpgy porus (der Durchgang
wegen der vielen kleinen Punkte und Kanäle, wovon 4
Milleporiten durchdrungen sind.
Murizit. —- Von murex (eine Schneckenart der Alten).
Muskulitfr |||jV o n musculus (eine eigene Muschel beim Cblsu s) .
M y tu lit. — Von pVriXog, mytilus und mitulus (eine Muscheli
Alten).
Nautilit. — Von vaurlXog (Schiffer) und nautilus ( eine Art Sn
Schnecke beim Pjliniüs).
Neritit. — Von vyjgtTyg (eine . Seemuschel ’der Alten — von vew, j
schwimme).
Operkulit. — Von •opsrcw7uni '(der Deckel).
O p h io lith . Von o(pig (Schlange) und XiBog.
Omithocephalus. — Von ogvig (Vogel) und ytetpaXy (Kopf).
Ornithölith. Von ogvig (Vogpl) und XiBogm
Orthozeratit. (Ortliokeratit.) — Von ogBog (gerade) und Kego.g (Hon)
Ostrazit. -— Von Oggo.ytOV (Schaale, Austerschaalc).
Paläotherium. Von 7ro.Xo.tog (alt, aus der Vorwelt). und Byfn
■(wildes Tliier).
Patellit. — y on patella (die Schaale, Schüssel).
Pektinit. — Yon pecten (der Kamm), wegen der kammähnliclii
: Streifung.
Pentakrinit. ■—• Von 7TSVTS (fünf) und ytgivov (L ilie ), wegen dt
Form des Stiels ‘und der Krone.
Pliazit. (Phakit.) —■ Von (pa.yt>j (Linse).
Pholädit.' —1 Von (putXö.g' (was sich in einer Höhle aufhält).
Physalit. — Von (pvociXig (Blase).
Phytolith. -— Von (pUTOu (Pflanze) und XiBog.
Pinnit. — Von 7TIVVO. (eine Art Muschel).
Planit. — Von planus (flach);
Folythalamien. Von- TroXvg- (viel) und BdXo.pog (Kammer).
Porpit:,— Von TTOgOTTOit O. (Oeffntmg der Gänge auf einem Körper).
Porzellanit. -— Von der Aehnliclikeit der frischen Schnecken diese
Art mit Porzellan.
Purpurit. — Von purpura (die Purpurschnecke).
Reteporit. — Von rete (das Nez) und Togog, porus (der Durchgang
Sandalit. — Von GO.vScf.XiOV (Pantoffel).
Solenit. — Von otuXijv (Röhre), auch kommt schon bei P linic
solen als eine Art Muschel vor^
Spermolith. — Von aitegpo. (Samen) und Xi$0g.
Strombit. — Von ggopßog (Kreisel).
Szyphoide. (Skyphoide.)— Von Oytv(pOg (Becher) und der Endigun,;
tlSyjg, die eine Aehnliclikeit ausdrückt.
Tellinit. — Von TsXXivy) (eine Art Muschel beim Dioscorides u. s. W.)
Terebratulit. ' ~ Von terebrare (b oh ren ), wegen des Loches »1"
Schnabel.
Trigonelle. — Von r g iyw o g (dreieckig).
Trilobit. — Von TgiXoßog (dreilappig), wegen der Form des
kens und der Schwanzklappe.
Trochilit. t— Von troclius (der Kreisel).
Trochit. — Von frgo%Og (Rad).
Trögontherium. — Von Tgtuyt» (ich nage) und Byjgiov (wildes Thier)
Tubiporit. — Von tubus (die Röhre) und TOgog, porus (der G«gi
Durchgang, Vertiefung). .
I. Zoolithen.
A. S ä u- g t h i e r e.
Turbinit. —1 Von turbo (der Kreisel).
Ümbilizit. — Von umbilicus (der Nabel, auch eine gewundene Muschel
der Alten),
Vermikulit. — Von vermiculus (der Wurm).
Volutit. — Von volvere (cinrollen).
E'elleporit, — Von ceila (die Zelle) und porus.
Zoolitli. —■ Von ^lüov (Thier) und XiBog.
Zylindrit. —> Von ‘cylindrus (die Walze).
AuF den Tafeln V bis X finden sich ans den meisten ■ nachfolgenden
Gattungen von charakteristischen Petrefaktpn Al>bildungen. Sie
sind theils nach den vorzüglichsten Kupfern in diesem Fa ch e , aus den
Werken v on W alch , An d r ea s , Blumenbach , v . Schlotheim ,
Cu v ie r , F aujas - St . - F ond u . a. , theils nach ausgezeichneten Exemplaren
einer eigenchümiiehen Sammlung en two r fen , die überhaupt
reichhaltig is t , besonders aber durch schöne Folgen der Pariser und
Italienischen Konchyliolithen schüzbar w ird. Dafs die Abbildungen
o ft verkleinert werden mufsten, -ist bei der Menge der Figuren auf "
einem beschränkten Raume nicht z u verwundern. Es kam fiier blos
darauf an in allgemeinen Zügen die Form - Verschiedenheiten bildlich
anzugeben. In der Erklärung der Kupfertafeln sind diese Abbildungen
ausführlicher beschrieben.
J[. V e r s t e i n e r u n g e n a u s d e m
T l i i e r r e i c h e . (.Z o o lith e n .)
A. Säugthiere.
Ganze Gerippe, häufiger einzelne Knochen (Osteolithen) , Hörner (Kera-'
Ithen, Keratiten) , Zähne (jOdontolithen). — Gröfstentlieils von jezt un-
nnten Arten. — Meist kalzinirt im aufgeschwemmten Lande, in der
.inerde, doch auch im harten Gesteine, Gypse, Kalksteine.
Zweihändige Säugthiere.
1. M e n s c h , ('Anthropolith.)
Als gauze Gerippe in einem Kalksteine von sehr neuem Ursprünge
auf Guadeloupe.
Diese fossilen Menschen - Skelette kommen daselbst in der C ö t e
d u M Ö l e auf der g r ü n d e T e r r e vor. L a g r a n d e T e r r e
ist von dem eigentlichen Guadeloupe durch einen sehr engen Meerarm
getrennt und wird bei der Fluth zum Tlieil vom Meere Be--
deckt. Die Einwohner nennen ' diese Gerippe G a l i b i .. Nach
L a v a y s s e zeigen sie sich immer in einer Richtung von Osten
nach Westen. Sie bilden mit dem " Gesteine, das sie zunächst umgibt,
Blöcke, welche gleichsam von dem Ganzen des Felsens gesondert
erscheinen. Da die Knochen in einer sehr festen Masse
( G a l i b i s t o n e ) liegen und ihre Lagerstätte von Zeit zu Zeit
von der S,ee überschwemmt wird , so sind sie nur mit grofsen
Schwierigkeiten herauszuarbeiten. . Das Gestein selbst ist kein Kalksinter
, sondern ein gelblichgrauer Kalkstein mit milch weifsen
Körnern. Er ist aiis kleinen Stückchen dichten Kalksteines und zertrümmerten
Milleporen zusammengesezi!. Auch enthält diese Kalk-
Brekzie, die ein kleinkörniges Gefüge hat, frische Reste von Korichylien,
untet ändern von H e l i x a c u ta M a r t in r. Korallen und Kon-
chylien sind aus der gegenwärtigen Schöpfung« und von. Petrefakten
, deren Originale jezt nicht mehr vorhanden sind, findet sich ^
gar nichts in dem Steine. Auch Basaltstücke und staubartige Reste
von Holzkohlen hat man in ihm wahrgenommen. Seine Härte
übersteigt die des, Mai-mors und in der Nähe der Knochen ist er
am härtesten.
General E r n o u f gab zuerst in einem Briefe an F a u j a s - S t . - F o n d
Nachricht von diesem Anthropolitlien. A l e x a n d e r C o c h r a n s liefs
ein solches Skelett mit vieler Sorgfalt aus dem Felsen brechen und
schickte es nach England. Hier schenkte es die Admiralität dem
Brittischen Museum. Der erste Aufseher des Naturalien - Kabinets
in demselben, K a r l K o e n i o , lieferte eine Beschreibung'und Abbildung
in einem Briefe an Sr.-J. B a n k s (P h i lo s . T r a n s a c t.
'1814 und D e l a m e t h e r i e J o u r n a l d e P h y s i q u e etc. , 1814.
Septi). Nächst diesem sollen noch einige andere fossile Menschen-
Skelettc aus dem Kalksteine zu Guadeloupe ‘ gefördert worden seyn.
Bruchstücke haben sich , an mehrere 0*te hin verbreitet.
D e r CooHRANE’s c h e Stein wiegt ungefähr 4000 Pfund. Der
Kopf des G e r ip p e s f e h l t , ebenso die Halswirbel. Die Lage der
mitunter losgerissenen Knochen deutet auf eine sehr frühe gewaltsame
Erschütterung hin. Die inliegenden Knochen sind eigentlich
nicht petrifizirt, sondern haben noch einen Tlieil ihres
Glutens. Sie waren, als der Stein eben vom Lager kam, weich
und zerreiblich, wurden aber an der Luft hart.
Die Formation des Gesteins dieser Anthropolitlien ist offenbar
nur, lokal und sehr jung. ! solche Kalk-Brekzie kann jezp noch
sich bilden, da abwechselnde Meeresbedeckung und Korallenbau
vorhanden sind. Wahrscheinlich ist es, dafs die Guadelöuper An-
thropolithen Gebeine von Karaiben sind'.
Ob nun gleich die fossilen Menschen - Gerippe von Guadeloupe
sehr neue, blos lokale Erzeugnisse sind, so können sie doch als
Anthropolitlien keineswegs verworfen, sondern mit demselben
Rechte in der Versteinerungskunda aufgeführt werden, als dieses
bei den 'Siberischen Elephanten- und Rhinozeros - Knochen geschieht.
Nicht zu bezweifeln ist auch das Vorkommen von fossilen Menschenknochen
in einigen Kalktuff-Lagern der aufgeschwemmten
Gebirge. So bei Bilsingslebeti und bei Meissen. Auch am Ganges
wurden in einer Tiefe von mehr als 80 Fufs in Sand- und Thonschichten
Menschenknochen entdeckt.
Was man sonst für Anthropolitlien ausgegeben hat, sirtd entweder
blofsf Inkrustnte oder sie rühren nicht von Menschen her. —
Das vermeintliche versteinerte Menschen - Skelett, das man als
einen Anthropolitlien in der Villa Ludovisi zu Rom aufbewahrt,
irde einem Könige Pörtugall als Geschenk dem
Pabste übevschickt. Es ist nichts weiter als eine Gruppe von
Mensclianknochen, die durch Kalksinter inkrustirt sind. — ' Der
ehemals für versteinert gehaltene Schädel aus der Tiber , welcher
sich im Brittischen Museum befindet, ist ebenfalls ein Inkrustat. ■
Knochen alter Kirchhöfe, von Verunglückten aus aufläfsigen Gruben,
zwischen Felsen, aiis Sümpfen, Torf etc.- sind keine wahre Fossilien.
Nach der genauen Prüfung von C u v i e r , H u n t e r und B l u m e n -
b a Ch enthalten die Knochen-Brekzien von Cerigo keine Menschen-
Gebeine, wie S p a l l a n z a n i behauptete. — Die Menschen-Knochen von
Gouan sind, ebenfalls unäclit. —- S c h e u c h z e r ’s Homo d i l u v i i
t e s t i s ist eine erofse Eidechse. Auch die Abdrücke im bituminösen
MergelscRiüfei- Von Ri.plSdotfj, Ttm. d.neo Riib! glaubt«, ab riibt-
ten von Kinder - Händen her," sind Reste von eidechsenartigen
Geschöpfen.
Da nun im Übergangs - Gebirge und in den Flöz - Gebirgen
schlechterdings das Vorkommen von Anthropolitlien unerwiesen
, is t-und das, was man von der Art kennt., nur von ganz neuem,
während der gegenwärtigen Schöpfung entstandenem , Gesteine ern-
geschlossen wird, so dürfte daraus liervorgehen, d a fs d ie Men-
.:::.w h e ? ; y o ,t d « n H a .u p t -R « T o i 11 t i o u « u , T v a lc lie ü « r
E rd « i l t r e g e g a n w ^ T ’ ig « G e s t a l t . g a b e n , n o c h n i c h t
da w a t e n , o b g l e i c h d a tn a le i ch on an d e l e T h i e r e d ie
E r d o b e r f lä c h e b e w o h n t e n .
sb. Faulthiere.
1. Zwei jezt gänzlich, unbekannte grofse Tliiere gehören nach C u v ie r ’s
genauer Untersuchung und osteologiicher Vergleichung zu der Familie
der F a u l t h i e r e . M*n entdeckte zwei Arien.
Das M e g a th e r iu m . (Riesen - Faulthier C u v ie 'r 's. M e g a t
h e r iu m A m e r i c an um.)’ Ein ungeheueres Thier der
Vorwelt von der Gröfse des Rhinozeros', aber von noch
stärkerem Knochen baue. In diesem hat es viel Eigenthüm-
liches. Es nähert sich dem Faulthiere nach der Form
des Kopfes, der Zähne, und der Krallen. ' Wahrscheinlich
hatte es einen kurzen' Rüssel wie der Tapir, einen sehr
starken Bauch und einen kleinen Schwanz. Vorn hat es keine
Zälme, aber auf jeder Seite prismatische Backenzähne, deren
Krone mit einer schräg durchziehenden Furche versehen ist. Sie
gleichen mithin weder den Zähnen des Mastodontes, noch denen
d e s fo s s ile n E le p h a n te n oder Rhinozeios. Von sehr beträchtlicher
Dicke sind die Sclienkelknochen. Sie übertreffen darin
selbst die des Ohiothiers. Das Megatherium hat Schlüsselbeine
und auch dadurch wieder eine Eigentlmtnljchkeit vor den Gerippen
anderer grofser Tliiere, des Elephanten, Rhinozeros u. s. w.,
die diese Knochen nichtbesizzen.v Es hatte Fünf Zehen an den
Vorderfüfsen, von denen drei sichtbar üud mit Krallen bewaff