
B. Klassifikation und Systemkunde.
Die K l a s s i f i k a t i o n der Minei-alkörp«r ist ihre ■systematische Aufstellung
nach den unter und nebeneinander geordneten Verschiedenheiten,
welche dieselben in, den zu untersuchenden Verhältnissen unserer Betrachtung
darbieten. Sie ist naturhistorisch, wenn sie die verschiedenartigen Fossilien
nach den größten Summen der Ähnlichkeiten zu gewissen Gruppen vereinigt;
• wenn sie die Individuen des unorganischen Reiches nach ihren sinnlich erkennbaren
Eigenschaften und Verhältnissen in ihrer natürlichen Beschaffenheit, in
eine Folgereiho ordnet, welche das Koordirtitre und das Subordinirte der
Grade der obwaltenden Analogien und Anomalien leicht zu übersehen gestattet.
S y s t em und K l a s s i f ik a t i o n sind synonym.
Alle Klassifikation ist willkührlich, irisoFern sie nur logisch, nach
blofsen Verstandesgesezzen, entworfen und äusgeführt wird. Denn
die Lo<»ik verlangt zur Klassifikation nichts weiter, als däft nach
irgendeinem Prinzip, es sei welches es w o lle , Ähnliches zu Ähnlichem
gestellt, und dafs in die«« Zusammenstellung eine Stufenfolge
nach den verschiedenen Graden der Ähnlichkeit beobnehtet
werde. Jede Klassifikation, die dem einmal gewählten bestimmten ,
’ Gesichtspunkte getreu bleibt, ist in Huer Art riclitig; aber nicht
jede richtige, d. h. der Logik gemäfse, Klassifikation ist natürlich.
Von aen frühesten Zeiten her w a r man bemühet, fü r die drei
Haupt - Doktrinen des naturhistorischen Wissens Klassifikationen zu
Verfassen. Man befolgt* dabei die verschiedensten Methoden, allein
.nirgends zeigte sich so viel Schwankendes, nirgend« mehr Willkühr
Und Wechsel, als in der Mineralogie und namentlich in der Oryktognosie.
Theilweise beruhte dieses auf dem Streben für die Mineralogie,
sowie fü r di* Zoologie und Botanik, ein künstliches System
zu gewinnen. Eine Aufgabe, deren Lösung unmöglich -wa r,
denn für die „Mineralogie gibt es streng genommen kein künstliches System.
Bei den Fossilien l’.ifst sich n ich t, wie bei den organischen
Wesen, ein Theil dem Ganzen substituiren. Hier ist n icht, -wie -bei
diesen , ein ‘l'heil der übrigen wegen und im Allgemeinen kein -Theil
vorhanden, der für sich Bestimmbarkeit behielte. Die einzelnen
Kennzeichen können nicht -als Thellc der Art gelten, denn sie gehen
stets in einander über und zwischen zwei Gliedern ih re r Re ihen, die
■ noch so nahe aneinander stofsen, liegen immer noch Zwischenglieder.
Der neueren Zeit gebührt das Verdienst, das Unklare aufgeklärt,
das Unbestimmte fixirt, das Schwankende durch feste Grundsäzze
verdrängt zu haben,
un te rsch e id e t zw is c h e n n a t ü r l i c h e n u n d k i i n s t l i c h e h 5 y -
Je n e sin d auf die Ge sam m the it de r w e s en tlich en Me rkma le ,
a u f e in en T h e il de rse lben beg rü n d e t. Jen o folgen d en Gesezzen,
n a c h denen die N a tu r s e lb s t, als ob e in o rdnende r V e rstan d in i b r vyolinte,
die M an n ich fa ltig k e it ih r e r Bild u n g en einem T y p u s d e r E in h e it u n te r r i r f t ;
stieb en e in e R e ih e e in z e ln e r Kennzeichen a u fzu fin d en , um na ch diesen
:s iso lirte F ossil z u b e s tim m e n ; diese legen e iu gewisses E tw a s (dessen
aus Kenntiiifs d ie S chaidekunst bis je z t n ic h t a llentha lben g ewährt- h a t) zum
G ru n d e u n d sezzen v o r a u s , dafs dasselbe m it dem Ä u fte rn d e r M in e ra lien
V e rb in d u n g stehe.
G r u n d d e r K l a s s i f i k a t i o n ist die' Summe def Analogien und
Anomalien in den natürlichen Eigenschaften der Mineralkörper und der daraus
ntlehnten Merkmale, zumal die Übereinstimmung in der Gesammtheit der
ufseren Kennzeichen. Denn ein System nach einzelnen Kennzeichen, wären
diese auch von noch so grofsem Umfange, erscheint zerstückelt. Die ‘dufteren
Merkmale sind darum stets in Summen anzuwenden und haben im All-
;emeinen an diesen Summen alle einen gleichen Antheil. Nach jenem e in e n
Grunde muft dio ganze Klassifikation durchgeführt werden, sonst würde sie
nur ein verworrenes Gewebe darsteilen.
Man sucht den Klassifikations - Grund tlieils ■ in der orykto gno s tischen
Verwandtschaft der Fossilien,. tlieils in ihrem Mischungs - Verhältnisse,
theils -endlich in der Gestalt der integrirenden Theilchen oder iu den Pri-
iitiv - Formen der K r y s la lle , und hiernach theilt sich die Methode in eine
r y k t o g 11 o s t ia c h e , c h e m i s c h e und m-a t h e ma t i s ch e.
Die s y n t h e t i s c h e M e t h o d e , welche in den übrigen Naturreichen
von den wesentlichsten Yortheilen ist, leidet in der Mineralogie
keine Anwendung. Einige , auf dieselbe gegründete Versuche ,
haben das Untaugliche zur Genüge dargethan.
E i gibt endlich auch eine t e c h n i s c h e K l a ss ififca t i o n , nachdem
Gesichtspunkte der Brauchbarkeit der Fossilien fü r einen gewissen Zweck,
I. Or y k t o g n o s t i s c h e Kla s s i f ik a t io n s -
Me thode .
Man
Sternen-
diese nur
die Misdmng als der physische Grund ihrer Verschiedenheils- und Verwandt.]
schaits-Verhältnisse gelten muft. Aber noch gebricht es unserem Wisse,,j
bei -einer Vielzahl von Mineralkörpern, an Vollständigkeit der ''Kenntnify
tras das Innere ihrer Natur betrifft und hat uns -auch die Scheidekunst nii(
den rein chemischen Mischungen vertrauter gemacht, so haben wir deunod,
bei dem grofsen 'Theile der gemengten Eossilien nicht das mindeste Anlialien
.gewonnen. Wir vermögen bei weitem in den wenigsten Fällen die Angaben
jenes physischen Grundes des Verschiedenartigen mit VorlUssigkeit zu liefern,'
Denn soll diese Darlegung für die Oryktognosie gewichtig seyn , so muft s|,
zeigen, wie mit derselben die äilfseren Merkmale Zusammenhängen und durch'
sie begründet werden.
Die , n.ich den Übereinstimmungen und Verschiedenheiten des Gesanimt.
Vorkommens der äufsern Kennzeichen aufgestellten, Begriffe der Mineralkör.
per heischen eine Sonderung in gewisse Abtheilungen oder Klassifikation
stufen. Die Zahl dfcespr Stufen ergibt sich aus der Zahl der besondereii oder
allgemeinen Anomalien, deren Wahrnehmung die Betrachtung des Klassifik;
tions - Grundes darbietet. Sie werden nach einem gedoppelten Verhältnis,
geordnet, d. i. nach ihrem Umfttssungswertlio und nach ihrer Nochwendigkeit,
Jener wird durch den gröfteren oder geringeren Antlieil motivirt, wel-
die Stufe, in Gemäfthelt ihres Charakters, an der Klassifikationsmasse lut
Man geht folglich von ,der höchsten’ und allgemeinsten Stufe aus und fixirt
-K la s s e n , O r d n u n g e n , G a t t u n g e n , A r t e n , U n t e r a r t e n , AbäJ
d e r un g en . Boi dem" Notliwendigkeits - Verhältnisse hingegen kommt d|
Ausgezeichneteste des Stufen-Charakters, die größte Verschiedenheit dort
klassifizivenden Begriffe, in Anspruch und dann folgen' die Stufen also ; Ga
tu n g e n , K l a s s e n , O r d n u n g o n « A r t e n , U n t e r a r t e n , Abun
d e r u n g o n.
i. (rattining.
Die G a t t i r u n g ist die Bildung der Gattung» - Begriffe. Die Gattu
gen umfassen alle gleichartigen Fossilien als vollständige , im Innern zusai
znenliäitgende und nach Aufsen scharf begrenzte, Ganze, d. h. als naturhi
storisch . systematische Einheiten. Sie sind die Punkte, von denen1 man u
gehen muft, um zu den niedrigem Klassifikations-Stufen sowoh l, als
den höheren zu gelangen.. - Die Gattungen sind Gruppirungen derjenh
Fossilien, welche den höchsten Grad oryktognostischer Verwandtscliaj
dar Uebereiustinimung in den äufseren Merkmalen zeigen. Nicht die Rei
welche don Gattungen in ihren Bildungen vorliegen, sondern .die Gattu
selbst sind in die Natur eingetragene Begriffe.
Die Gattungen sind sehr wesentliche, ihrem Umfassungswertlie na
aber speziellere klassifikatorische Verschiedenheiten. Jede derselben erscliei
für sich, durch die bezeichnendsten Merkmale charakierisirt und mein
gegen einander gehalten, weichen bedeutend von einander a b , während
einzelnen, eine Gattung bildenden Fossilien , einander sehr ähnlich sind i
zu einem vollkommen geschlossenen naturhistorischen Ganzen zusamt»
treten.
Die Gattungen erscheinen, als natürliche Folgen des Verschiedenen
der Entstehungsweise und des Zufälligen in der individuellen Bildung*
minder scharf, begrenzt, als dies in der Thier- und Pflanzenwelt der
ist. Im Mineralreiche ist man darum genöthigt, die Gattungen aus
eben Bestandstücken zusammenzusezzen, welche beim ersten Anblicke
nicht die mindeste Übereinstimmung haben, woduych ihr Zusammengchi
sich verriethe, ja deren Eigenschaften nicht teltan sogar in einem Iudie
duum, nach der gewöhnlichen V°r*i®llUHg!*weise, nicht neben einander
stehen können.
Die Natur der auf einander folgenden -heterogenen Niedorsclil
aus denen sich die verschiedenartigen Fossilien erzeugt h«l#
wurde nicht immer plözlioh und. schnell verändert. Oit ist di#
nur gradweise und allmählig geschehen, darum treten erst w
beiden Endpunkten einer Reihe solcher Bildungen die Anonu
stärker hervor, während die Mittelglieder, von der einen Gsti
sich entfernend und der ändern sich annähernd einen gorinä
Grad der Reinheit des Charakters bewahren.
1 Um den Umfang einer Gattung zu erschöpfen, muft alles in *
Gattun gs - Begriff vereinigt "werden, was Gattung» * Verwandtschaft v
Höchstes Prinzip der o r y k t o g n o s t i s c h e n K l a s s i f i k a t i o n ist
die Uebireinstimmung in den äufseren Kennzeichen, oder die oryktognostische
Verwandtschaft der Fosliliett, Nun ist die chemisch« Bildung, die im
Mineralreiche an die Stelle der organischen tritt, zwar mehr als Spiel des
blofsen Zufalls. Es waltet zwischen dem Äufseren der Mineralien uud der
Art ihrer chemischen Zusammensetzung eiu so inniges Vcrhältnift o b , dafs
schliefst aber jener Begriff unter den Mineralien, welche
keineswegs diejenigen aus, die iu dem einen oder in dem änderet
male -kleine Abnormitäten zeigen, sonst wäre, bei der unendlichen W«
barkeit iu den äuftern Kennzeichen , keine Gattirung möglich.
Solch«, Abänderungen werden der Gattung beigezählt, ohu#
-die -Identität derselben leidet, denn sie lassen stets ein In#111*.
Verlaufen waUmohmen. Sie stellen Reihenfolgen dar, du
-ununterbrochenen Zusammenhang haben' und einen -sehr bedeutsamen
Unterschied von den Suiten derselben Kennzeichen bei ändern
Gattungen bemerken lassen.' Nicht 'alle Gattungen .können darum
einen gleichgroßen Umfang haben , allein.“alle müssen, von. gleichem
YVertlie und nach denselben Grundsäzzen zusammengeetellt seyn.
Umgekehrt darf mau aber auch nicht über den Umfang des Galtungs-
ffes hwiausgehen, sonst werden. .. verschiedenartige Gattungen zusamnien-
,d und. damit ist der Verlust Huer Haltung, des Charakters ihrer Ein-
jibußden,. -v
Fossilien, welche an keine der bestimmten Gattungen sich an-
schlieTsen und keine eigene, noch nicht weiter bekannte, zu bilden
vermögen, bleiben daher zweckmäßiger uneingeordnet, als dafs man ,
durch sie die Gattungs - Begriffe verunreiniget.
Zur B eg rü n d u n g des Ga'ttungS - (Charakters s in d die ä u fte rn Kennzeichen
schon h in r e ic h e n d , denn- es is t .keine F o s s ilie n -G a ttu n g b e k a n n t,’ deren
ikteristik na ch blofsen ä u fte rn Merkmalen n ic h t möglich gewe sen w ä re ,
igsweisc bie ten sich zw e i Hauptmomente d a r , .geschlossene S uiten d e r
-irten u n d v ö llig e E itie rle ih e it der- einfachen äufsern Kennzeichen. V o n
en findet sich be i e in e r G a ttung fast stets n u r e ine einz ige Ab än d e ru n g ,
¡iwegeu von- jenen in . d e r Regel m ehre re Vo rk om m en , w e lch e einen
meuhaug u n te r sich haben u n d einpn k le in e rn od e r g rö fte rn T h e il de r
jn Haupts u i te ausmachen.
In , je mehreren Merkmalen sich die wesentliche Verschiedenheit
der Mineralien darthut, um desto ausgezeichneter ist s ie , um desto
leichter wird ihre Erkennung. Zuweilen genügen indessen auch
wenige vorzüglich charakteristische Kennzeichen.
So. z. B. die Verhältnisse des blätterigen Bruches beim s p ä t h i g e n
K a l k s t e i n e , s p ä t h i g e n .F l u s s e und s c l i a a l i g e n B a r
y t e , die Verschiedenheit der Hätte beim K u p f e r k i e s e , beim
S c h w e f e l k i e s e u. s. w.
Gesellen sich zu den wesentlichen Übereinstimmungen der »ufseren Vergüsse
auch noch Analogien in den inneren Merkmalen, so gewinnt die.
der Gattungen an .Bestimmtheit und Sicherheit.
Der physische Grund jener Analogien beruhet sonder Zweifel auf
der Mischung der Mineralkörper, wenn wir diefs auch gleich nicht
immer gehörig nachzuweisen vermögen. Die sinnlich wahrnehmbaren
äußern Kennzeichen der Fossilien lassen uns auf einen Zusammenhang
zwischen ihnen und dem Inneren schließen, selbst wenn
die Sclieidekunst diese Übereinstimmung bis jezt noch nicht allgemein
dargethan hat.
Die Stufe der Gattungen, die wesentlichste der Klassifikations-Stufen, ist
izige, welche ursprünglich erzeugt wird, alle übrigen, Arten, Unter-
ind Abänderungen, werden durch Theilung erhalten.
Jede Gattung erhält eine eigene Benennung (Gattungs - Namen).' Dem ■
n wird eine Angabe der wesentlichen Kennzeichen beigefügt und, wo .
nlicli, 'zugleich eine' ausführliche Beschreibung, dadurch erhält man
wesentliche1 und die natürliche Gattungs - Charakteristik.
2 . G rad iru ng .
Die.,j durch die Gattirung bestimmten, Klassifikations-Einheiten werden
i die' Gr ad i r n n g , nach dem Allgemeinen oder Besonderen ihrer
ichkeiten oder Verschiedenlieiten, auf höheren oder minderen Klassifika-
- Stufen versammelt.
Die höheren Klassifikations - Stufen, K la s s e n und O r d n u n g e n
G e s c h l e c h t e r ) ,, sind auf die gegenseitigen Ähnlichkeiten mehrerer:
mgen begründet. Die niederen Klassifikations - Stufen, A r t e n , Un-
rten und A b ä n d e r u n g e n , beruhen auf den Verschiedenheiten,
unter den Individuen einer Gattung obwalten.
A. Die Klassen.
Die K j a s s e n ind die höchsten Stufen, welche das System kennt. Ge-
Totals ummen in den. sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften der Gat-
111 sind das Prinzip ihrer Annahme. Ferner gewisse generelle Verhält-
aer Verwandtschaften; die Übergänge, welche die, einer Klasse zugehÖ-
i Gattungen bemerken lassen ; das Übereinstimmende in ihren geogriösti-
Verhältnissen und dio Haupt-Verschiedenheit derjenigen Stoffe, ans
>®n. die, einer Klasse zugehörigen, Mineralkörper zusammengesezt sind.
Charakter dieser Stufe w ird , was die äufsern Kennzeichen betrifft,
durch Glanz, Härte, Geschmeidigkeit und Schwere motivirt, zu w«l-
sicli noch einige, jedoch minder bezeichnende, Merkmale gesellen.
Man fiat vier verschiedene Klassen festgesezt :
Kl'a 8 S\C Ü e r " E r d - u n d S t e i n a r t e n . Vorwaltende weifse Far-
Srofsp Krystallisirbar.ke.it, verschiedene, iheist. mittlere Schwere , Härte
n Graden , vorherrschender Gläsgldnz , Sprödigkeit, gänzlicher Man-
1,1 Geschmeidigkeit und Geschmack, sind die ausgezeichnetesten Merkmale
v ungehörigen Gattungen.
m ^ l a s *c. der. S a lz e . !Die Gattungen, welche derselben untergeord-
il'sclteineu^ charakteiisiren «ich durch weifse Farben, wenige Krystalli-
sirbnrkoit, Durclisehünenheit, mittlere, fa s t nur geringe Seht
Härte, nieist.feuchtes Anfahleu■ und dureh einen mehr öder w,
Jen Geschmack.
■' ' S. K la S s e d e r b r e n ir iic 'h e n F o s s i l i e n .
Gattui igeu sind
sehr geringe Grade der Schwere, sehr beschränktet meist dunkle Farbensuiten,
Geruch., Fettglanz., M ild e ,, geringe Härte, ' weJtge Kälte und Abwesenheit
.aller regelmäfsigon Gestalten (mit höchst sparsamen Ausnahmen) eigen.
Der Klassen-Charakter der br.enulichen Fossilien wird noch besonder
« schwankend duVch die Ungewißheit der E n ts te h u n g meh-
rarer Naturprodukte, die mau unter die Mineralien dieser Klasse
aufgenommen hat. -Demi was organischen ■Ursprungs' ist, gehört
.nicht in das eigentliche Mineralreich.
¡(Der Scb-yrcfe|. is t , ungeachtet>sc
• schieden i \ ip s s ilien , .die eu
aus Kohlenstoff bestehen.
4» K l a s s e d a r .m e t a l l i s c h
•Gattungen an der sehr beträchtlichen
‘ Brennbarkeit wesentlich vet
>di;r ganz , , oder gröfserenthei!
F o s i l i e
Schwei
Mau erkennt ihre
an der grfftsen Mamnchfal-
tigkeit der -buntiii Farben, an Metall glanz uud Milde ;und au der grofsen
Krystallisirbadkeit.
Zn ^er, Bestimmung des mineralogischen Klassen - Charakters der
Metalle bietet die Metallitäc, solange sie deutlich erscheint, Merkmale
genug dar. ' Aber diese Kennzeichen verschwinden bald mehr,
bald,weniger, wenn das Metall durch Säuren vererit wird, oder
mit Erden chemisch oder mechanisch gemischt ist.
(Was das -Oh em i s e h e d e s K I a s s e n - C h a r a k-t e r s betrifft,
■so liifst sich dasselbe nicht , so durchgrcifend;fiir jede Klasse darihun, als
es bei einer lein-qhemischen Klassifizirung möglich seyn würde; d enn
Hie oryktognostische Methode vertheile öfiers°Fossilien in zwei und
mehrere Klassen, welche nach chemischen Ansichten in einer einzigen
begriffen seyn müfsten — Was, nach der oryktognostischcu
Klassifikations- Methode , noch als chemischer Charakter der Klassen
i bestehen kann, ist im Folgenden enthalten.)
Chßmischer Charakter der E rd - und Steinarten. •
1) Keine, oder eine nur sehr geringe, Auflödichkeit in reinem Wasser.
(In dem leztern Falle befinden sich die, mit Schwefelsäure oder mit Kohlensäure
verbundenen , erdigen Fossilien.)
2) FeUerbestäudigkeit im ’höchsten Grade. Fossilien aus dieser Klasse,
.welche Wasser- chemisch - gebuudeu (Hydrate), oder mechanisch eingemengt
enthalten, verlieren dieses in der Glühehizze, sowie die hierher gehörenden
köhlensauren Substanzen unter ^gleichen'Umständen die Kohlensäure einbiiften.
3) Keine Fälligkeit sich mit reinen Metallen, wohl aber -mit deren
Oxyden; chemisch verbinden zu können.
4) Keine Reaktion, wenn Schwefelwasserstoff gas oder schwefelwasserstof-
f o e Alkalien ihren metallfreien Auflösungen in Säuren ztigasezt werden. Die
Auflösungen mögen mit oder ohne ^ Dazwischeukunft dar feuerbeständigen
Kalien (als auftchliefsendo Mittel) bewirkt worden seyn.
Da d ie . in den Gliedern dieser Klasse enthaltenen , Kalien und Er-
flen durch d ie ' Sclieidekunst als Oxyde itne t a l 1. a r t i g e r Ürstoffe
-dargorhan worden sin d , so ist d ie , bis jezt als chemisches Kennzeichen
aufgestellte, Anna'hmc : „ die Fossilien aus der Klasse der Erd -
und Steinarten seien auf keine Weise in den metallischen ZuSTand zu
■versezzeh,“ nicht mehr zuläfsig. Im GegentheUe müssen jezt d i e s e m t -
t a 11 a r t i g e n ürstoffe als H au-p t - und, w o s c n 1 1 i c h e B e s t a;n d -
t h e i l e der Fossilien dieser Klasse betrachtet w e rd en , da es
•der Sclieidekunst möglich geworden ist, auch in diesen (sobald sie Resultate
chemischer Vereinigungen der oxydirten ürstoffe und keine
mechanische Gemenge sind) die Befolgung fester Vereinigung - Gesezze
ebenso darzuthun , als diese mit so bewährtem Erfolge bei den eigentlichen
Salzen nachgewiesen wurden. Daher untenlie-'t es keinem
Z w e ifo l, dafs eine gesunde Kritik, durch w eitere Verfolgung dieses
■ Wegs, an der Hand der chemischen Analyse, in der Folgezeit gröfsere
Einheit in das Mineral- System bringdn werde. Auch für d ie . so’ oft
versuchte, Auffindung einer Uebereinstimmung des .chemischen Gehalts
•der Mineralkörper '(sowohl nach der -Qualität als nach der Quantität
der Bestaudthcile) -mit der äufsern Gestalt, ist hierdurch ein noch unbetretener
Weg eröffnet, auf welchem dem Forscher reichliche Aus-
•beute w erden miifs.
Die frühere Annahme: dafs die sogenannten alkalischen Erden, in
•den Individuen der Klasse der E r d - und Steinarten nur allein chc-
jnisch mit Säuren^verbunden angetroffen,, würden, müisre j e z t , g eht
man von elektro-chemischen Prinzipien au s , über alle Verbindungen
v on p o s i t i v - und n e g a t i v - elektrischen oxydirten Urstoffen
ausgedehnt w e rd en , .da ,es erwiesen is t , däfs nicht nur diese Erden,
“■sondern Auch alle ändern oxydirten c r d a r t i g e n -ü r s to f f e , mit
Säuren und säurevei’tre|tenden Oxyden (die hier e lek tr o -p o sitiv 'd . li.
■al» Säuren wirken) verbunden in Mineral körpern aufgefunden werden.
Die Kieselerde (Kieselsäure) liefert in ihren Verbindungen- mit
Erden und Metalloxyden hierzu Beispiele.
Chemischer Charakter der Salze,
Obgleich aio Bedeutung des Ausdrucks:' Salz alle chemischen Verbindungen
umfaftt, wejehe die Säären uud p o s itiv -elektrischen oxydirten Ur-,
Stoffe mit den, gegen sie negativ - elektrisch sich verhaltenden, Oxyden
(Silz - Basen) zu bildert' im Stande sind, so erfordert dennoeb der angenommene
mineralogiscbe Klassifikations-Grund eine Beschränk un» derselben • denn
WolJtfe man den Ausdruck; Salz in seiner ganzen Ausdehnun» hier gelten
G g