
T l i a u f l u t h e u ; ihre Wirkung .Imt im Ganzen 'viel Ähnliches-
rnic der der Regenfluthen, nur sind die, mit I'rost abwechselnden,
Regen- und Schneewetter um Vieles heftiger.
B r a n d u n g e n ,} S t r ö m u n g e n ; das Seewasser zeigt sich weit
zerstörender , als die Gewässer des festen Landes.
Neue Schluchten sieht man reissen, Erdthe'ile v o n einem Orte w e g -
führen und an andere absezzen ; die Ufer . werden z e r stö r t, , , ganze,,
Küsten - Gegenden unterwaschen und versinken , Klippen und Felsen
werden v on Meeresstrudeln zertrümmert.
2) M i t t e l b a r , und tlieils in Gemeinschaft mit festen Körpern» Hierher:
Die unmerkliche Zerstörung der E rd rin d e , die Verwitterung,
der Gchirgs - Gesteine; Gletschereis auul ^Lavinen ; | das.1' Gefrieren
des-in den Zwischenräumen und Klüften der Felsenmassen gesammelten
Wassers, wodurch, Spaltungen und Zersprengungen liprbei-
gcfUhrt werden; das von den Thaufluthen mit forrgerissenc E i s ,
welches die Ufer 'zerstört ixhd 'ganze Felsen-Gebilde losreifst' iiud
umstürzt.
b. A u f c l i e m i ? c h e m W e g e .
Hier wirkt das Wasser als Lösungsmittel in sehr verschiedenem Grade'
der Kraft.
,, Die S a l z c , der k o h l e p s a u y e K a l k-, ^manche iVl o t a 11 e —
le zter e tlieils nur mittelbar durch Einwirkung der Säuren — werden
• ' vom Wasser gelöst. — Daher die E n t s t e h u n g " d e r ’S a 1 z - u n d
d e r M i n e r a lw a s s e r .
Mit der Erweichung . und Ausdelumfig- der Massen'ist ein Aufheben
der Kohäsion der Gesteine verbunden» Durch die Auflösung
mancher Substanzen ehtstehen freie'Räume. 1
So bilden sich B e r g - und , E r d f ä l l e , indem die aligelöstetrr
Massen dem Gesezze der Schwere, folgen. , Hierher gehören ferner
K a lk s ' c h l . o t r e n , H ö h l u n g e n in Steinsalz - ßebirgen u . S. w .
B . B i l d e n d e W i r k u n g e n ,
a. A u f m e c h a n i s c h e m W e g e .
Beim langsamen Flusse baut das Wasser an und dieses um ao häufiger
und in desto höherem Grade, je zerstörender sein Einfluß während des
stärkeren Strömens war.
'Zuerst sezzen sich die' gröfseren Geschiebe, alsdann fallen die
von kleinerem Umfange jnieder, .Sand und -Schlamm zulezt; oft
werden diese in dem ruhig stehenden Wasser noch eine. Zeitlang
schwebend erhalten.
Bildung v o n S a n d b li n k e n ' und I n s e l n an den Mündungen der Flüsse*
Auf gleiche Weise wirken die Meeres - Strömungen an den Küsten
,. indem sie den unterwühlten und losgerissenen Grund in
gröfserer oder in geringerer Weite , niederlegen, Treibholz zusammenführen
und im aufgeschwemmtcn Lande begraben, woselbst
es nach und nach seine Mischung umäudert.
h. A u f c h e m i s c h e m \ y e g e . .
Eine Bildungsweise durch chemische Niederschläge, deren Ursache meist
in der, durch Verdunstung herbeigeführten, Verminderung der Quantität des
Lösungsmittels zu suchen ist.
Erzeugung des ,R a s e n - E i s e n s t e i n e s , der' S t a l a k t i t e n
Man sieht diese Niederschläge, ungern ein häufig und oft wechseltt
sie ’ mit mechanischen ab» Jene sind Produkte älterer Zeiten und
mineralogisch einfach oder aus Gemengtheilen zusammengesez’t , 1 die
in unmittelbarer Verbindung mit einander stehen. Diese haben
ohne Ausnahme einen* jüngeren Ursprung und sind dadurch, kennt-
‘ lich , dafs ihre Massen sichtbar aus verschiedenartigen Substanzen
zusammengekittet erscheinen... .
Nach der c h em i s c h b i ld e n d e n P e r i o d e läfst sich noch
eine. Zeit c h em i s c h z e r s t ö r e n d e r V e r w i t t e r u n g anneh-
jneu. .Eine Verwitterung, d.even auflösende Kraft., mit,der ihr vorangehenden
bildenden im Verhältnisse, selbst Quar? angegriffen hat.
Und da bei der Verwitterung, und überhaupt bei jeder anfangenden
Auflösung, Abriuidung des Eckigen statt h a t, so ist vielleicht
die Rundheit der Gebirgsarten in den Konglomeraten nicht allein
einer Abreibung zususchreiben, sondern eben, diesem Verwitte-
r ungs - Prozesse. *
i K r i t e r i e n 4 er 'B i ld u n g a u f n a s s em W e g e .
Das Daseyn des Krystallisntions - Wassers und der Kohlensäure.
Die in ununterbrochener Progression sich zeigenden Übergänge der
Niederschläge', vom Mechanischen bis zum Chemischen. Die Lago
der Niederschläge (je gröber die mechanischen-,Bodensäzze sind,
um desto söhliger legen sie sich nieder und so .umgekehrt). Die
Verschiedenheit der übereinander liegenden Spnichten, sowie das
Parallele und Dünn-Geschichtete der Gebirgsmasseu. Die Eigenschaft
bei Einwirkung niedriger Hizzegrad# ihr Wesen zu verändern. Das
Zusammengeseztseyn mehrerer identisch verschiedener Massen zu
einer Einheit (alle gemengten Gebirgsarten,' Granit, Gueifs u. s.
Wl). Das Zusammengebackenseyn aus Gesdhi'eben verschiedener
Steinarten (Konglomerate u. s. w.). Die Bildung in säulenförmige,
plattenartige oder kugliche abgesonderte Stücke (Säulenbasalt, Platt-
Porphyr ,. Kugelfcls). Endlich die Gegenwart der Versteinerungen.
2. Wi r k u n g e n d e r -Luft.
Die, den 'festen Erdkötper nach allen 'Seiten umgehende, Atmosphäre i!;
hinsichtlich ihrer bildenden und umformenden Wirkungen zwar nicht von
so bedeutendem Einflüsse, als das Wasser, auch trägt ihre Tliatigkeit,mehr
den Charakter des Mittelbaren, aber .durch die Allgemeinheit ihrer Vei.biei.
tung über die Qcsammtheit der ‘Oberfläche -des Planeten macht -sie sich den.
noch wichtig.
, Die Fluida, 'aus welchen die,Luft besteht, bilden, ungeachtet (]tt
Innigkeit ihrer Berührung und ob, sie .gleich stets in einander ver.
fliefsen , ‘nach der Verschiedenheit ihrer Eigenschwere gewisj.
Schichten , welche man Regionen genannt hat und1 von denen sieb
'die eine in 'die andere unmerkbar verlauft. ,
1. Die R e g -io n d e r W .ä r m e m a t e r i e , -erzeugt -durch di(
"Einwirkung des Sonnenlichts auf den -Erdkörper. -Sie reicht bii
1 'ungefähr-4000 Toisen Höhe. ■ 'Hier ‘erscheinen die "meisten -svasiori..*,
' Meteore.
2, D i e 'R e g i o n d e r 'S t r i c h w 0 1k e n , -wo die Sornien.
‘strahlen unwirksam sin d , aber doch -noch gebrochen werden, v,.,
4000 Toisen bis zu 8 Deutschen Meilen.
D ‘i e R e g i o n d e g S ; e r n s c h n"uj> p e n , N ö r d l i c h ,
t e r "u. s. w . Von der' Vorigen bis zur Hufs'erst'cn ntcnr zìi bestia,
men den Grenze. ’HierspUen die-elektrisohen Materien *und ‘die brenn!,:-
Lu ft z n Hause seyn ,(?). ,
Die Tenfperatur der Atmosphäre ist ‘an "der 'Oberfläche der Erde au
■wärmsten und -nimmt mehr an Kälte z u , je weiter -sie -von flieset «ich e«.
■feint ünd flen höhwen Regionen des Luftkreises sich nähert.
Man bestimmt das Ende 'der -ersten -Region durch die S cli n ee
1 'grenz'e (d; h. die krumme Fläche,' welche wir uns in der Ätmo
Sphäre denken,/über die- hinaus 'der Schnee nicht wegschmch*
kann). Sie. ist keine Linie an -den Abhängen der Berge, kan n n’u-
dennoch im gewisser Hinsicht zur, Fixirumg der Holit der Geb ir;
«ich eignen. Die Kurven 'Welche flie Verschiedene .Höhe di
Schneegrenze aufi der Erdfläche bilden, hängen, was den' großen
«der geringeren 'Grad,ihrer Erhabenheit betrifft, tlieils, von de
f Örtlichen der Gegend, tlieils von der Lage derselben über de>
Niveau des Meeres ab.
ln der heiß en Zone trifft die Schneelinie die Höhe v on 2500 Tei
sen. Der C li im b o r a s s o von 2434 T,oisen hat Schnee. In .den p
mäßigten Himmelsstrichen linder sich der Schnee in einer .Höhe vt
'1500 T: ein. Der K a ii' ig o n in den P y r e n ä e n und der A c u ì
. jener yon. 44^3, dieser von 1672. T . , haben stets beschneite Gipfel. I
der S c h w e i z sieht man den Schnee schon bei 1300 T. Der Nonlc
D e u t s c h l a n d s hat keinen schneehaltenderi Berg. Die Schnedic
dürfte Sich in diesen Gegenden ungefähr a u f 1000 Toisen senken. 0.
, S c l i n e e k o p p e im R i e s e n - G e b i r g e , 81 4 T ., behult.it
Schnee schon sehr lange und in den Vertiefungen fast in s
i- etwas.
Die Schneelinie senkt sich nach den Jahreszeiten.
Im E r z g e b i r g e S a c h s e n s findet man bei 3. bis 500 T. Hu:
vom Ende Septembers bis zum Ende d e s Maimondes gewöhn!/
. Schnee.
Unter den Polen kann man 'annehmen, dafs die Schneelinie ui
/der Meeresfläche zusammcnfalle.
In den beiden E i s m e e r e n an den Polen hat man, nahe am Polt
kfeise , mitten im Sommer Schrieewetter angetroffen.
Unter dem Aequator, wo die Temperatur sich mehr gleich bleil
finden keine Unregelmäßigkeiten in den .Grenzen des ewi»i
Schnees statt, wie solche ;u. a. in den Alpen und Pyreiii
bemerkt werden.
Die G l e t s c h e r - L i n i e liegt etwas tiefer äls'diö Schnei
l i n i e und unter dieser Höhe steigt man in die anfangende Ve’
tation hinab.
-Was nun die Einwirkungen der Luft anf die Veränderung der Erdobs
fläche bptrifft, so sprechen sich diese gleichfalls durch Z e r s t ö r u n g u>
B i l d u n g aus.,
A. Z e r s t ö r e n d e W i r le u n g e n.
a. A u f m e c h a n i s c h e m Weg e .
U n m i t t e l b a r , durch Windstöße, oder m i t t e l b a r , in Verbind»*
mit Wasser, bei .niederfallenden Lavinen und durch warme Winde be»
Aufthauen..
Heftige Winde verändern die Erdoberfläche durch Auftreibung *
Meeres ; durch Niederreissung v o n Wäldern. Sie stürzen Berg'V/^
ein und treiben hoh e Hügel v o n Flugsand auf.
b. A u f c h em is c h em Wege.
U n m i t t e l b a r , durch Verwitterung. Das Oxygen der feuchten &
mospliäre verbindet sich allmählig mit den in den, mineralischen Sub*'1*
.zen enthaltenen, metallischen Stoffen, zuweilen aneli mit den Erden, wob1
jene in höherem oder geringerem Grade oxydirt werden.
Bei dieser Operation wirken außer dem atmosphärischen Was-''1
welches eine Zerlegung in seine Bestandteile erleidet, oft auc
fremde, in dem Luftkreise enthaltene Gasarten, Kohlenstoff
Stickstoffgas u. s. w.
Aufs« den Verwitterungen auf der Erdoberfläche verursacht die atmosphä*-
c|,e Luft deren auch manche in Höhlen und aufgeschlossenen Gebirgen.
. Sie; sezt daselbst Sauerstoff an oxydirbare Körper ab, dadurch
gewinnen diese, an Umfang und zerfallen, wenn sie vordem fest
Waren, während des Prozesses, zu Pulver oder Körnern.
Hierher flie Bildung der Vkriole un d des Alauns; das Verwittern
der metallischen Fossilien im Allgemeinen, sow ie das' Verwittern
mancher Gebirgs - Gesteine und die Bildung' der Dammerde zum Theile.
Gehen dergleichen Verwitterungen in natürlichen oder in künstli-
chen Höhlen der Erde v o r s ic h , so w ird .e tw a s Wärme frei und die
L u ft verdorben. Sind die verwitternden Substanzen kohlenstoffhaltig,
-so . findet man in der eingcschlossenen L u ft nach der Verwitterung
kohlensaures G a s; im Gegen theile aber nur e ine Lu ft von geringem
Sauerstoffgehaltc.' ^Entstehung böser Wetter-in den Gruben.)
M i t t e l b a r , wenn die Luft -in ihren Wirkungen denen des Wassei'9
rarbeitet und sie unterstiizt.
Auf solche Weise bilden sich die schroffen, zu Tag aussezzenden
Felsklippen und Gangmassen, welche mehrere;. Toisen übet das Gebirge
- Gestein hervorragen tu s. w . Denn die. Verwitterung griff
eo tief in das Ganze der großen Masse, daß diese m.iirbe wurde
und in solcheih Zustande leiclit weggeschwemmt werden konnto.
B. B i l d e n d e W i r k u n g e n .
Die Luft ist -nur mittelbar tliätig, - indem sie die Verdunstung und
strocknung, die Oxydation und das-' Verwittern befördert und so die
chanischen und chemischen Niederschläge bilden hilft.
Die 1 feineren freien Fluida der Atmosphäre “ L i c h t , W ä rm e ,
e k t r is c h e M a t e r i e —— sind Unmittelbar von geringem Einflüsse auf
Gestalt der Erdoberfläche.
Daß der B l i z hier und da einen Felsen magnetisch macht,
oder etwas Sand zusammenschmilzt, kann nicht , in Betracht
kommen.
Eben so wenig bedeutend ist die Einwirkung der S o n n e n -
W ä rm e ; es beschränkt sich dieselbe fast ganz darauf, dafs die
Verdunstung befördert und der Einflafs der atmosphärischen Luft
begünstigt wird.
Auch die le u c l i t j e n d e n M e t e o r e interessiren den Geogno-
sten nicht sehr, zumal da das, was wir darüber wissen, zu sehr
den Charakter des Problematischen trägt.
Mittelbar aber, in Verbindung mit der atmosphärischen Luft und dem
a sowohl aufgelösten als daraus .niederfallenden Wasser, unterstiizzen sie
e in ihren Einwirkungen auf die Planetenrinde und können in einzelnen
en sich bemerkbar machen.
So d ie , als P h o s p h o r e s z e n z sich äußernde,, E l e k t r i z
i t ä t an den in Verwitterung begriffenen Kalk-Gebirgen.
Gebirge dieser .Art bleiben dem A u g e noch lange sichtbar, wen n
die Umgegend schon in Nacht versenkt ist.
3 .»Wi rkungen des Feuers.
Der Antlieil, welchen das Feuer an den Umformungen der festen Rinde
Erdkörpcrs behauptet, hat zwar bei weitem nicht die. Allgemeinheit,
Iche den Einwirkungen der Luft eigen is t, dagegen aber zeigt es sich
! die einzelnen Punkte, welche den Schauplaz , seiner Thätigkeit abgeben,
1 zerstörender in seinen Resultaten. Das Feuer charakterisirt sich tlieils
cli g e w a l t s a m e A u s b r ü c h e (V u 1 k a n e ) , theils durch eia
|h ig e s . s t i l l e s B r e n n e n (P s e ix d o V u l k a n e , E r d -
: ä n d eS) . '
I. u lk a rte .
Meist kegelförmig gestaltete Berge, welche, zu abwechselnden Zeiten,
uende und geschmolzene Massen, Asche, seltner Wasser, unter Ausstofsen
1 Rauch, Dämpfen und Flammen auswerfen.
Der physiognomische Charakter der Vulkane pyramidale Massen
zu bilden, ist aber bei weitem nicht allen Feuerbergen eigen.
In der südlichen Hemisphäre wurden deren v on Humboldt beobachtet,
w e lc h e , anstatt die Form eines Kegels, oder einer umgestürzten
Glocke darzustellen, nach Einer Richtung hin verlängert sin d ,
indem ihr Rücken entweder geebnet, o d e r , durch klein e Felsenspiz,.
zen ungleich gemacht*'ist. "Diese Struktur findet Sich bei dem A n t i -
s a n a und beim. F i é h i n c h a a zw e i brennenden Vulkanen der Provin
z Q u i t o .
Ebenso gibt es konisch gestaltete Berge, welch e nichts weniger
als Erzeugnisse des. vulkanischen Feuers sind. D ie , vielleicht manchen
Geognoaten noch problematischen , Gebirge des Trapp - Gebildes
niejit ge re ch ne t, mag hier m u der M a 4 » i k o, als Beispiel dienen .
w e lch e r durchaus von kalkartiger Natur uitd ein Zweig dçr Apenninen
ist, dessen Zusammenhang mit jenem Gebirge aber durch den Ausbruch
des R o k k a -M o n f i n a überdeckt wurde,
Mithin darf die Abwesenheit der konischen Form .nie als ein
Grund betrachtet werden, tim den vulkanischen Ursprung auszu-
schliefsen.
Die Feuerberge haben theils eine, theils mehrere Mündungen — K r a te r
welche nicht selten genau in einer Richtung liegen, die zugleich die Richtung
des Lavenstromes ist. Ihre Ausbrüche sind heftig, oft von Erdbeben
begleitet und ihre Wirkungen, haben, bei längerer Dauer, eine weit größere
Verbreitung als die der Erdbrände, darum kommt den Vulkanen e in , mindestens
für manche Gegenden, sehr wesentlicher Einfluß auf die Veränderungen
der Oberfläche' unseres Erdballs zu.
Ein Theil der Erdrinde stürzt in ausgebrannte Weitungen ein.
Die gesclimolzcno und herausgetriebene Lava thürmt sidh zu neuen
Beigen auf. Durch, .die hervordringenden Dämpfe und Luftarten
wird da« feste Gestein gesprengt. Nach allen Seiten hin werden
Bruchstücke ■ der Gebirgsmasseu mit gewaltiger Kraft weit umherge-
schleudei't. Heiße und warme Quellen sprudeln und führen aus
der Tiefe Bestandteile mit sich, die sie auf der Oberfläche absez-
zon. Das , aus den Feuerbergen geworfene, Wasser überschwemmt
ganze Gegenden und unter dem .liederfallenden Aschenregen werden
Dörfer und Städte vergraben. Die ausströmende Luft drängt neue
Hügel auf. Und dieses Alles durch freigewordenes Feuer, das nun
schnell Wasserdämpfe erzeugt, neue Gasarten bildet und die noch
«nzersezten atmosphärischen Luftgebilde expandirt.
Welche Veränderungen haben wicht in Süd - Amerika die Vulkane
hervorgebrachr, die von der Kette der Kordilleren umschlossen w er den
? - Der K o t o p a x i hat Felsenmassen v on mehr als 15 Toisen
kubischen Gehaltes a u f eine drei Meilen w e ite Entfernung in die
nachbarliche Ebene geschleudert.
Im Verhältnisse zu dem großen Ganzen der Planetenrinde aber ist die
umformende Einwirkung der Vulkane nicht so bedeutend, als man vielleicht zu
glauben geneigt seyn sollte, wenn man die einzelnen Orte zum Maßsube
nimmt, welche die Schaupläzze der Eruptionen waren.
Übrigens sind unsere jezzigea Feuerberge nur kleinliche Phänomene
, vergleicht man sie mit den Revolutionen , die wir im chaotischen
Zustande der Erde, bei dem Niederschlage und bei der Erstarrung
der Gebirgsmasscn voraussezzen müssen.
Die Vulkane finden sich in der Regel in der Nähe des Meeres oder
anderer grofs’er Wasser - Behälter und sind, mit einzelnen Ausnahmen, auf
g ro ß e , mehr oder weniger lange and breite Linien vertheilt.' Diese Linien
erstrecken sich theils meridianai;tig von einem Polo zum ändern, theils
stellen sie sich als-Parallelen dar.
' Unter den Polen scheint die vulkanische Kraft am, stärksten kon-
zentrirt und unter dem heißen Erdgürtel überall verbreitet zu seyn.
In den gemäßigten Zonen bemerkt man jenen sich fortsezzenden vulkanischen
Gürtel nicht, hier liegen die Feuerberge in meridianarti-
gen Linien. ...
Man unterscheidet zwischen t h ä t i g e n und a u s g e b r an n t e n V u l k
a n e n .
Manche Geognosten gesellen diesen noch die a l t e n V u lk a n e
bei und begreifen sodäun unter den a u s g e b r a n n t en F e u e r b
e r g e n diejenigen, welclie an der Küste, oder umringt vom Meereswasser
liegen und bei denen das Verlöschen von der Erschöpfung
der brennbaren Substanzen herrtihrt. Die a l t e n V u lk a n e hin-
gegen findet man in der Mitte der Kontinente. Sie haben gebrannt
als die Meereswasser noch die Umgegend bedeckten und sind erloschen,
als diese ins Tröckene gesezt wurden. Bei den leztereu wäre
eine erneute Entzündung möglich, wenn die Punkte, in welchen
sie liegen, zum zweitenmale mit Wasser überschwemmt würden,
vorausgeseztj dafs die brennbare Materie nicht erschöpft sei.
Unsere Kenntnifs der Vulkane in den verschiedenen Zonen ist
nichts weniger als zuverläfsig. Wissen w ir auch von manchen, und
besonders von denen, die in neuern Zeiten noch tliätig w aren, die Eruptions
Epochen am u g eb en , sind w ir bei ihnen mit dem Näheren der
Erscheinungen, mit dem Eigenthiimlichen ihrer Oertlichkeiten v e r tra
u t, so gebricht ee uns dagegen wieder bei vielen ändern, deren
Wirkungszeit längst verflossenen Jahrhunderten und Jahrtausenden aiy
geh ö r t, gar o ft an glaubwürdigen Zeugnissen. Dazu geseilt sich das
Mifstrauen , das man nicht ohne Grund gegen diese und jene Angaben
z u fassen befugt ist. Das Wundersame der Erscheinungen mufs
nothwendig einen E.nflufs ganz besonderer Art auf das Gemiith des
Beobachters behaupten und so dürften nicht selten Trugbilder z w ischen
Thatsachen sich eingedrängt haben- Ferner sind die Reisenden,
aus deren Berichten w ir die Urkunden zu der Geschichte der Feuer-
bergn entlehnen , nicht immer mit de r Fülle von Wissen ausgerüstet,
w e lch e die Gröise des Gegenstandes heischt und nur selten sehen ;
w ir durch die Namen eines Humboldt , B uch , Breislax und weniger |
Anderen jeden Zw e ifel beseitigt. — Nach diesen Voraussezzungen läfst
sich der Werth der folgenden Zusammenstellung würdigen , welch e
ab#r, ungeachtet ihres Hypothetischen, nicht ohne Interesse is t , weil
s ie wenigstens eine ungefähre Uebersicht der klimatischen Vertheilung
de r Feuerberge liefert.
« > ►
5 '■ ' a g
f jf . g .
'
Vulkane der Kontinente
. 1 13 — 81 — 95
Vulkane der In-
« h . . 14 4 9 10 13 6 92
15 62 10 94 6
y