
F r e m d e E r f a h r u n g e n "mit dem Blicke einer parthei*
losen Kritik geprüft.
S ä z z e a u s d e r P h y s i k , C h e m i e , m i n e r
a l o g i s c h e n G e o g r a p h i e u. s. w . entlehnt. Sie leiten
bei den anzustellenden Beobachtungen, dienen zur Bestätigung der gemachten
Erfahrungen und bieten Data zu Kombinationen dar.
S c h l u f s f o l g e n , theils auf das Ubereinstimmen einzelner
und bewährter Thatsaclien begründet, theils aus der Beobachtung der Natur
selbst geschöpft.
Dabei hüte jman sich.aber vor den Isolirungen von Thatsaclien,
denn diese haben der uurichtigen Ideen über vorgebliche Kontraste
in der Natur gar viele veranlafst. Ist man im Gegentheile gewohnt
die Erde im Ganzen zu betrachten und mit einem Blicke
die Zusammensezzung der Gebirgs- Gesteine, die Kräfte, .welche '
sie umändern, und die Erzeugnisse des Bodens in den entferntesten
Himmelsstrichen zu umfassen, so offenbaren sich die Bande, welche
alle die grofsen geologischen Erscheinungen vereinigen, und die B e -.
Ziehungen, welche zwischeu denselben obwalten. Denn in den
entlegensten Erdstrichen sehen w ir , w ie die sonderbarsten Phänomene
der Geologie sich wiederholen, wie aufserordentlich die Ähnlichkeit
is t, welche man in Hinsicht der zerrissenen Gestalt der
Küsten, der busigen Einbiegungen der Tliäler, der Physiognomik
und Gruppiruug der Gebirge beobachtet. Überall mufste das Zusammentreffen
gleicher Ursachen die nämlichen Wirkungen hervorbringen
und. in der Mitte der endlosen Mannichfaltigkeiten, welche,
die Natur dem Auge des Forschers darbietet, gewahrt man Analogien
des Baues-und der Formen in der Anlagerung der unorganischen
Erzeugnisse, wie in der Organisation der Thiere und der
Pilanzen.
H y p o t h e s e n . Der Spekulation verdanken wir manche treffliche
Säzze. Viele unte;r ihnen lassen uns, durch das Poetische des Sinnes,
womit sie ausgesprochen sind, die Tiefe der Ideenwelt ahnden, aber ihre
Anwendung heischt Vorsicht und ein reifes Durchdenken, sonst leiten sie -
ins Feld der ungezügelten Phantasie.
Denn obgleich, wenn von den grolsen Wirkungen der Natur
uud von der Intensität ihrer Kräfte die Rede is t, das Ungeheure
der Massen den Geognosten in seinen Spekulationen nicht' aufhalten
darf; unbeachtet Alles darauf hindeutet, dafs die physischen
Veränderungen, deren Andenken die Tradition hinterlassen hat, nur
schwache Bilder der gigantischen Katastrophen sind, welche, in
dem Jugendalter unseres Planeten, den Bergen ihre jezzige Form
verliehen, die Schichten der Felsen in ihrer Lage verändert und
die Seemuscheln auf den Gipfeln der Alpen begraben haben, so
thut es darum dennoch N o th , dafs wir den I'lug unserer Hypothesen
' in gewisse Grenzen einengen und uns. mindestens nie dazu
verleiten lassen, geoguostische Thatsaclien durch Muthmaß ungen
zu verdrängen. •
S c h w i e r i g k e i t e n .
Der Geognosie stehen Hindernisse im Wege , die man bei ändern
Zweigen der beobachtenden Naturkunde nicht kennt. Die Verhältnisse
der Lagerung, so einfach nach ihrer Erforschung, 6ind oft nur mit der
gröfsten Schwierigkeit aiifzufiuden. Das Gebirge ist durchwühlt von w ilden
Zertrümmerungen; die Reste gesezmäßi^er Entwicklung sind zer- ’
stört. Man beobachtet diese Vernichtungen nicht blofs in den neueren
Zeiträumen, sie werden-in ganz verschiedenen Epochen getroffen, ja nicht
selten dürften s ie , mit der Entwicklung verbunden, diese schon in, ihrem
Keime erstickt haben. In Beziehung auf die allgemeine Entwicklung, durch
welche die Gcsezze motivirt werden, ist das Objekt der einzelnen Erforschung,
selbst scheinbar g roß , nur unbedeutend und klein. Zufälligkeiten
von mannichfaltiger Art nehmen die täuschende Gestalt der Gesezze an.
Gebilde älteren Ursprungs werden durch neuere Erzeugnisse, das Ganze
theilweise wieder mit aufeeschwemmten Schichten überdeckt, oder mit Vegetation
bekleidet. So vermag man den Gang der verborgenen Lager oft
nur durch das Schwierige dev Kombination, deren einzelne Glieder mitunter
än sehr entlegenen Punkten gesammelt werden müssen, zu errathen. Man erreicht
selbst dann blofs eine Wahrscheinlichkeit, uud Ubersieht den grofsen
Zusammenhang, indem man das Einzelne betrachtet; oder man beachtet die Struktur
des Einzelnen zu wenig , während man das Ganze im Auge hat. Selbst
das herrschende System der Lagerungs-Verhältnisse, so wesentlich auch sein
Antheil an dem is t, was uns über die Struktur kund geworden, engt gar
oft den Beobachter. Dazu kommt das Verschiedenartige des Talentes. Der
Eine fühlt sich mit bewundernswürdiger Klarheit an einzelne Fälle gefesselt,
indessen dem Ändern die Gabe der Kombination im Grolsen verliehen ist.
Daher die häufigen einseitigen Schlüsse, welche sich nicht wohl zu einem
passenden Ganzen einigen lassen. Endlich reihet sich an alle diese Schwierigkeiten
der unvollkommene Zustand unseres physikalischen und chemischen
Wissens. Die Physik und die Chemie sind auf das Innigste mit der Geologie
und mit der geognosie verbunden. Viele Hypothesen, aufgestellt in der
Kindheits - Periode jener Wissenschaften, sind , mit dem Weiterschreiten derselben
in ihr Nichts zurückgesunken. F)ie ‘neuern Entdeckungen haben zyv
unsere Ansichten um gar Vieles aufgeliellt, allein, wer verbürgt uns, ,0
wir am Ziele derselben'Stehen ? Wie bedeutsäni sind'rficlit die Folgen eitjl
■einzigen neuen Erfahrung ? Vielleicht 'haben 'wir 'eino dieser Wissenschaft];
'eben Revolution? - Epochen 'erreicht, "welche mit der Voi-TA’sclien Säule .u,,;
mit den scharfsinnigen Entdeckungen D.vvr’s begonnen hat 1
n w e n c lu n ;g.
Der Nuzzen der Geognosie ist mannichfahig' und grofs. -AuTser dem kJ
hcren Zwecke, welchen wir durch eine Zusammenstellung . der, GebiroJ
Verhältnisse erlangen —-*:;;jwo sie uns bald in einer größeren VerbiiitlUll!l
•der Thatsachen, oder an Massen, von gewaltigem Umfange, bald in gnmra
telbarer Nähe das wiederfinden läfst, was ihre Hülfswissenscliaften uns »j-1
oft nur im Einzelnen und Kleiner^, oder aus weiter Ferne zu zeigen vcJ
mochten — gewährt sie auch in -technischer -Hinsicht die wichtigsten Vor
th eil e»
'Ohne bei 'der allgemeinen Betrachtung-des'festen Erdkörpers zu verweb
len und uns in geologischen1 Auflösungen zu vertiefen , ohne in eine Evkli.'
l'ung seiner allgemeinen Formen- und Dimensions-Verhältnisse, weiter als
der vorliegende Zweck es heischt, uns 'einzulassen, 'ohne in eine Unterm.]
cliung seiner Lage und seines Relativen zu den '-übrigen Himmelskörpern ein.
xugehen, — welche Theoreme aufserhalb des Kreises unserer gegenwärtigen ArJ
heit liegen, müssen w ir , was dieses Alles beitrifft, unsere Leser auf dJ
-Studium der physikalischen Erdbeschreibung hinweisen.
Die Delire, von den, den festen Erdball umgebenden, flüssigen Köi-i
pern entwickelt d ie -A tm o - s .p h ä r o 1 o g i « > die H y d r o g e o l o .
g i e -u. s.-w.
ü. Die Erdoberfläche.
Unser Erdkörper hat eine runde Form, die jedöch nicht sphärisch, Sonden
•sphäroidisch is t, erhoben an dem Äquator und niedergedrückt an den Polen,
so dafs d ie , durch den Äquator ziehende., Axe größer ist als' jene, welch
'durch «die -Pol« 'lauft.
Für diesen Säz gewinnen wir die Beweise aus der Theorie der'
Zentralkräftc, aus der Beobachtung der Pendel r Schwingungen unter
verschiedenen Breiten und aus dem, * in mehreren r Gegend«
.genommenen, Mafse der Grade des Meridians.
Bei der Betrachtung der Oberfläche des von uns bewohnten, Planeten,
Mieten sich dem Äuge, abgerechnet jene Erhöhung unter dem Aequator uni
■die Vertiefungen unter den Polen, eine zahllose Menge von Unebenheit«
■dar. Sie sind nach ihrer gröfsern oder geringem Allgemeinheit verschieden
J en e, die ganz allgemeinen Unebenheiten, erhalten ihre Bestimmung duvd
'das Niveau des sie umgebenden Wassers. ,
L a n d , heißt die über das allgemeine Gewässer hervorragende, trockne
Erdoberfläche. Die Grenzen des Landes sind , nach allen Seiten li-n,
durch das Wasser bestimmt, aus welchem cs sich nach und nach erhebt.
Ihm sind die- beträchtlichsten Erhabenheiten eigen, allein erst vermittels!
der Erfahrungen neuerer Zeit vermögen wir die Höhe zu bestimmen, zu]
Welcher das Land emporsteigt.
Festes Land. Inseln (Werder).. Archipele (Scheeren). / Cher so-
nese (Halbinseln). Landzungen. ■ Landengen (Erdengen). Set-
hilsten. Ufer (Strand). Vorgebirge.
S e e g r u n d nennt man die ganz allgemeine, mit Wasser bedeckwj
Vertiefung. Man nimmt an, daß das Muer überall in gleichem Niveau
stehe. Nun haben zwar die gemachten Erfahrungen gelehrt, dafs diese)
nicht an allen Punkten der Fall is t, aber sie haben auch zugleich die Über*
zeugung dargeboten, dafs die obwaltenden Differenzen von zu geringer Be*
dcutung sind, um einen Einfluß von einigem Belange nuf grofse Berechnungen
zu äußern*
HL Besondere und allgemeine Erhabenheiten
der Erdoberfläche.
1. Di e Berge.
E i n z e l n e , m e h r o d e r w e n i g e r b e t r ä c h t l i c h e , E r h ö h u n g
e n d e r E r d o b e r f l ä c h e , -w e l c h e a l s i s o l i r t e P u n k t e ilb e r d i**
B e ilbe e m p o r s t e i g e n u n d d i e z u g l e i c h e i n e n j ä h e n , o d #r
m i n d e s t e n s e i n e n m o r k l i c h e n A b f a l l h a b e n .
’/ Mit den Bergen dürfen die Plattformen -oder Erdbuckel -nicht verwechselt
werden, d. h. die grofsen erhabenen Erdmassen, welche
in der Regel -den Kern -der Kontinente -oder Inseln .ausmachen,
- aber lange und ausgedehnte Abhänge haben, durcligefiends höher
als dor übrige Kontinent -sind uud für die .ältesten Massen der Erde,
gleichsam als die Kerne derselben, gelten können. Eine Plattform
i kann Berge, Ebenen ,und Tliäler enthalten.; es gibt einige, deren
1 Abhang so stark is t, daß -das, auf ihrer Oberfläche sich sammelnde,
Wasser ablaufen kann; andere behalten', einen weiten Raum
hindurch, dieselbe wagerechte Ebene .und .die .Ströme können auf
ihnen nicht abfliefsen.
-Solche Plattformen-haben 'K ro a tien , Kr.ain, die T a r ta r e i,
:' ’ P e r s ie n .v\. s.'w.
Wir finden die Berge theils einzeln, .theils zu .mehreren, gruppenweise
i-sammelt, Gebirge bildend.
Einzeln "sieht man oft die vulkanischen P ik s ; auch verhält es sich
so mit verschiedenen kalkartigen B e rg en , .wovon I r l a n d und C h i -
n a Beispiele aufzuweisen haben.
Was die Verhältnisse -der Berge .betrifft, .so bemerken wir:
A . K o n s t i t u i r e n . d e T h -e i 1 e .
.•a. ." G ip fe l.
Die höchste Spizze, welche den ^erhabensten Theil -des Berges xusmacht,
eist in der Mitte desselben befindlich.
Die Form des Gipfels ist verschieden:
. a) A b g e p l a t t e t , in eine Art. von Ebene oder Fläche auslaufend ;
zuweilen findet die Yerfläcliung in ,s.o hohem Grade statt, daß
dannt ein Verschwinden des Gipfels verbunden ist;
b) h a lb k u g l i c l i ( s p h ä r o i d i s c h ) , oder dieser Gestalt nahe
kommend;
c) k e g e l f ö r m i g ( p y r a m id a l ) ; die höchsten Gipfel von allen, sie
sind die seltensten. Ist der kegelförmige Gipfel noch steiler als
’ der- Berg selbst-, so heifst er H o r n , N a d e l , P i k , Z a h n ,
K u p p e l , B a l l o n oder B r e s c h e . Hohe, aus den. Gipfeln
emporsteigende, Klippen oder Fel6enmasscn nennt mäh M n u e ru .
b . A b h a n g .
Die Neigung des Berges gegen den Horizont und zugleich sein größter
leil, welcher die Fläche zwischen dem Fuße und dem Gipfel bildet. Man
terücheidet: ;
a) S a n f t e A b h ä n g e ; der Winkel mit der Ebene des Horizontes
mifst keine 2 0 ° ;
b) s t e i l e A b h ä n g e ; der Winkel beträgt 2 0— 4 5 ° ; »
-c) j ä l i e A b h ä n g e ; welche einen Winkel von 45 *r—'8 0 ° ausmachen
uud
d). s e n k r.e cli t e A b h ä n g e ; wenn der Winkel über 8 0 ° ist.
Er steigt dann meist mit einer Felsenwäud aus dem Thale oder
aus der Schlucht herauf.
C. F u f s . '
Der unterste Theil des Berges, w o der Abhang in die Ebene übergeht,
er ins Thal auslauft. Ihm ist die größte Verflachung eigen.
d. G r u n d f l ä c h e .
Der dem Auge nicht sichtbare Theil. Er wird vom Umrisse des Berges
e. .K u p p e n .
Einzelne Erhöhungen an den Abhängen des Bei-ges, gebildet durch kleine
chte Nebenschluchten. Eine Kuppe übertrifft stets die andere an Höhe,
f sind theils mit Vegetation bedeckt, theils bloße Felsenmassen.
Auch die ä u f s e r e G e s t a l t d e r B e r g e läfst Verschiedenheiten
bemerken , welche nicht unbeachtet bleiben dürfen. Das dürre,
steile und zerstückle Ansehen mancher Berge koutrastirt seltsam mit
dem Charakter der Ruhe, dem Merkmale einer allmähligen Bildung,
. wfeichen andere .tragen. Berge, welche einigermaßen beträchtlich'sind
und aus Schichten von verschiedener Neigung bestehen,
bieten, der Senkungen und Umstürzungen wegen, Gestalten voii
endloser Mannicliläiiigkeil dar.
Die K i h n e k u l l c in W e s t g o t h l a n d erhebt sich in Form eines
Amphitheaters mit regelmäßigen Abstufungen; die senkrecht
'durchschnittene Masse de t T a f e l b e r g e s auf dem V o r g e b i r g e
d e r g u t e n 'H o f f n u n g zeigt die Gestalt eines Altars; bei A d c r s -
b a c h in B ö h m e n jiejit man ein Labyrinth v o n F e lsen , die sich,
gleich Pfeilern erheben; manche Berge C h i n ä ’ s haben eine AelinJ
1 lichkeit mit den. Köpfen v on Thieren',, von Tiegern, Bären u. s. w . ;
unter den Inseln A u s t r a l i e n s sind sehr v ie le , deren Berge auf
eine täuschende Weise den Ruinen zerstörter Burgen gleichen.
Zu den Naturseltenheiten gehören die d u r c h b r o c h e n e n oder
d u r c h l ö c h e r t e n Berge. Diese Phänomene unterscheiden sich
von den Höhlen nur durch Lokal - Verhältnisse, wodurch die Klüfte
eine gedoppelte Öffnung erhalten haben.
In der Nähe v on N e u s e e l a n d erhebt sich ein Felsen bo g en,
unter w e lch em , bei der F lu th , die W e llen des. Meeres durchgehen;
der T o r g h a t in N o r w e g e n ist in einer Oeffnung durchbrochen,
welch e 500 Toisen Länge und 25 Toijcn Höhe mifst. (B e i dem P a u -
s i 1 i p p o unfern N e a p e l , bei dem P i e r r e - P e r t u i s e auf dein
J u r a u. a. haben Menschenhände nachgcholfen.)
Ferner verdienen die sogenannten n a t ü r l i c h e n B r ü c k e n liier
erwähnt zu werden.
In der Grafschaft R o c k - B r i d g e in V i r g i n i e n sieht man eine
solche Brücke. Ein Bogen v on Kalkstein, welcher über- 80 F .
Oeffnung hat und dessen Höhe über der Wasserfläche des Stromes mehr
als 210-F. mifst. Hierher gehören auch : die Erdbriicke auf der Senkung
der Porphyr-Gebirge von C h u mb a n in dor Provinz d e l ö s
P a s t ö s ; die Brücke der Mutter G o ttes, D a n t k u genannt, bei
T o t o n i l k o hi Mexiko; der durchbrochene Felsen bei G r a n d o la
in der Portugiesischen Provinz A l e n t c j o u n d'en dlich die merkwürdigen
Brücken über den I k o n - o n z o in den K o r d i l l e r e n .
B. E i n f a c h h e i t o d e r Z u s a m m e n -
s e z z u ng.
a. E i n f a c h e B e rg e .
Wenn die Berge durch ihr Zusammenstößen nur ein Gebirgsjoch bilden,
h. Z u s am m e n g e s e z t e B e rg e .
Einfache Berge, stark zusammenstoßend und um einen größeren Kegel
gfuppirte Gebirgsjoche darstellend.
(Ueber die Fonn -Verhältnisse der Berge und Gebirge und über
ih re Gruppirungen ist zu vergleichen: L eonuaju) und jASsor „die
Form - Verhältnisse und Gruppirungen der Berge, plastisch dargestellt“ .
Die gelieferten Gyps- Modelle gewähren durch ih r Anschauliches grofsen
Nuzzen.)
2. Die Gebi rge.
G e b i r g e s i n d Z u s am m e n h ä u fu n g e n m e h r e r e r e in z e ln e n
B e r g e v <3 n b e t r ä c h t l i c h e r H ö h e , w e Lehe e i n e n g em e in -
s c h a f t l i c h e u R ü c k e n u n d F u f s h a b e n D a s V o lu m e n d ie -
s e i G r u p p i r u n g e n e r s c h e i n t h ä u f ig z e i s c h n i t t e n , a b e r n ie
d u r c h s c h n i t t e n . I h r e L ä n g e n -A u s d e h n u n g b o t l ä g t w . n i g -
s t e n s m e h r e r e M e i l e n u n d ih r e B r e i t e i •> ¡n a « R . g . l c t . »
s o b e t r ä c h t l i c h , o d e r d o c h n i c h t v i e l d a v o n v e r s c h i e d e n .
J e d e s G e b i r g e b i l d e t e in e e i g e n e , v o n dem a n d e r e n m e h r
o d e r w e n i g e r a b g e s o n d e r t e , G r u p p e , w e l c h e v o n e in em
b e s o n d e r n U m r i s s e b e g r e n z t w i r d , d a h e r g e b ü h r t ihm
e in e e i g e n e B e n e n n u n g .
A. T h e i l g a n z e .
a. Grundfläche.
Derjenige T he il, welcher unserem Auge nicht sichtbar sich darstellt.
Aus der Gesammtheit der Formen aller Grundflächen der einzelnen, zu einem
Gebirge verbundenen, Berge entspringt die Grundflächenform desselben.
b. H a u p t - G e b i r g s r ü c k e n .
Das über die Gebirgsliöhen auf den erhabensten Punkten, in ununterbrochenem
Zusammenhänge und in einer Richtung nach der ganzen Erstrek-
kung des Gebirges, sich ziehende Hauptjoch (der h o h e G e b i r g s r ü c k e n ,
Ge b ir g s k a n im ) . Durch den Haupt-Gebirgsrücken wird das Gebirge in
zwei Hälften getheilt, welche oft sehr ungleich sind, so daß die eine einen
flachen, weit ausgedehnten, die andere aber einen sehr steilen Abfall hat.
Er macht zugleich den Wassertheiler aus, indem von ihm nach beiden Seiten
hin die Flüsse und Bäche ablaufen. .
c. J o c h e .
Die Rippen des Gebirges, durch das Zerschneiden desselben von den
Thälern gebildet und aus den zusammenstoßenden Gipfeln einzelner Berge
konstituirt. Man unterscheidet:
na) das M i t t e l j o c h , welches über den Haupt-Gebirgsrücken
hinzieht und gleichsam den Rückgrath des Gebirges ausmaclit;
bb) die H a u p t j o c h e , welche zu beiden Seiten des Gebirges
von dem Mittel joche, mit dem sie in unmittelbarer Berührung
stehen, in abweichender Richtung herablaufen uud sich entweder
in ununterbrochener I ortsezzung bis an den Fufs des Gebirges
erstrecken , oder erst in einem Tliale endigen;
cc) die S e i t e n j o c h e , sie haben eine minder grofse Erstrecknng,
laufen vefn dem Ilauptjoche ab und bilden die Nebentliäier;
dd) die N e b e n j o c h e , welche an die Seitenjoche änstos&en. Sie
sind bald kleiner bald größer und erleiden, gleich den vorigen,
manche Modifikationen.
Die Mittel- und die Hauptjoche werden von d'cn Hauptthülcrn
begrenzt, die Seitenjoche von den Nebenthälern, die Nebenjoche
von noch kleineren Thälern.
N n 2