
F. W ü-r m e r. AA. K o n c h y l i o l i t h
3. T r o c l i i l i t e n . (TroMten , K n iu l-S c h ic k -
■ken.) Dieselbe röbrige Schaale, dieselben Windungen,
und die nämliche Höhe, wie bei den
Strombiton und Tnrbiniten, aber die Basis ist
zwei- bis dreimal breiter und ihr Durchmesser
fast der Höhe gleich. Die Öffnung oval
und gedrückt. Der Windungen sind 3 bis 8.
Die Windungen bald mehr flach,
bald rund, meist an einander schlies-
send. Glatt. Mit Knoten oder Körnern
besezt. Getreift — in die Lang
e , in die Quere. —■ Gegittert. Gerippt.
Gezackt.
Von der Größe eines Gerstenkorns bis
x u 3 . 4 j a 18 Zoll im Durchmesser der
Basis.
Oft als Sieinkern und dann die. Gewinde
etwas von einander abstehend.
Zuweilen verkiest.
Nicht häufig. Im Jura- Kalksteine. Neuf-
chatel. Im Höhlen - Kalksteine. Glücksbrunn.
Liebenstein. Im Sandsteine. St. Gallen. (puer-
fur't. Im Muschelkalke. Hersbruck. Heimberg.
PVeinheim bei Alzei. In der Kreide./
Siena. Im neuesten Flözkalke. Grignon.
Düsseldorf ( der rotlie Berg). Hildesheim. '
Courtagnön. Chaumont. Toskana. - Piemont.
Sizilien. : Faxöe.
Die Basis verhalt sich zur Höhe w ie 2 : 2
«der 2 : 3 bis 2 : 4.
ß ß . D i e ä u f s e r s t e W i n d u n g i s t g r o f s . d i c k u n d
1. N e r i t i t e n . (Schwimm - Schnecken, Halbmond
- Schneckon. ) Mit halbmondförmiger
Öffnung. Die obern, schief gedrehten»
gedrückten Windungen ragen seitwärts ein
wenig hervor. Die erste Windung meist
oval.
Glatt. Gestreift. Gegittert. Gekörnt.
Gerippt. Gefurcht,
Von der Gröfse einer Linse bis zu 1 j
, Zoll.
Mit der Schaale und als Steinkern.
Meist aufser dem Gesteine.
Nicht häufig. Im Muschelkalke. Arensburg.
Minden. Mainz. In der Kreide. Petersberg.
Im neuesten Gypse und Flözkalke.
Grignon. Parnes.
Mecklenburg. Avignon. Courtagnon. Rouen.
Schafhausen. Verona. Turin. Vul d’Elsa.
Pisa. Piacenza.
2 . -G lo b o s i t e n . (K u g el -Schnecken.) Die
obern Windungen ragen, in der Mitte ein
wenig hervor. Die äufserste Windung ist
sehr grofs und kuglich. Die Öffnung länglich.
Glatt. Gestreift. Gegittert. Mit Knötchen.
1
Von Linsen-Gröfse bis zu 4 Zoll.
Meist nur kalzinirt.
Nicht häufig. Im Muschelkalke. Weinheim
bei Alzei. Neustadt a. d. H. In der Kreide.
Mastricht. Im neuesten Flözkalke und Gypse.
Grignon. Parnes.
Mecklenburg. Turin. Verona. Schafhausen.
Kommen den Nerititen n ah e , sind aber
, runder und kugelförmiger. Die Gestalt der-
Nerititen ist o v a le r, auch ihre Windungen
mehr an der Seite.
Ein grofser Theil der Globositen ohn e
Schaale sind Steinkerne v on Bukziniten.
3. H e l i z i t e n . (Versteinerte Garten- oder
Erdschnecken.) Die erste Windung ist im
Verhältnisse zu den ¿'übrigen nicht so grofj
als bei den Nerititen und Globositen, aber
weit gröfser als bei den Umbiliziten. Das
zweite Gewinde bat einen gröfsern Umfan®
als bei. den Nerititen. Die ändern, mehr
oder weniger liervovtretenden, Windungen
endigen sich allmählig in eine stumpfe Spme
und liegen nicht so seitwärts als bei den
Nerititen. Die Öffnung ist auf der e
Seite gedrückt, mithin nicht ganz rund,
sondern etwas spizzig zugehend.
Mit der Schaale und als Steinkern.
Nicht besonders häufig. Iu. neueren ploz.
kalk-Schichten, im aufgeschwemraten Lande,
Thüringen (in bituminösen Erdlagern).. Qued.
linburg. Nördlingen. Ulm. Sternberg in Meck*]
lenburg. Schweiz. Locle (im Mergel). vToi.!
kana. Volterra. Grignon. Valecas bei Madritj
(im Meerschäume).
4« T r o c h i l i te n a r t i g e K o c h l i t e n . ( Tn.
chitenartige Kochliten, Oelkrüge, Nassauer,
Mondschnecken.) Die obern Windungen gsl
hen noch mehr hervor und die Spizze ist
- daher länger. Die äufserste Windung* ver*
liältnifsmäfsig zu den übrigen nicht so grob
und bauchig als bei den Globositen, ab«
doch Tund. Die Öffnung rund.
Glatt. Gestreift.
Die meisten sind Steinkemc.
Selten. Im neuern ' Flözkalke. Goslar»
Heimberg. . Ouerfurt. Schaf liausen. Verona,
Val d’Elsa.
Der Durchschnitt der ersten Windung v
hält sich gegen die 'Höhe des Pet-refafcts fast
w ie bei den Trochiliten. Daher der Nam<
x Dürfen nicht mit manchen Bukziniten
wechse lt werden.
A n h a n g . O p e r k u l i t e n . (Versteinern
Schneckendeckel.') Als Tlreile manch«
Schnecken, der trochilitenartigen Koch*
liten , Nerititen etc.* •— Plattej scheibenförmige,
runde oder ovale, ,auf dei
neu Seite halb zirkelförmig gestreifte,
auf der ändern glatte Körper.
Sehr selten.. Mastricht (Petersberg]
Courtagnon. Grignon. Wilhelmshühe bi
Kassel.
ß . Die untere gröfse und lange Windung^ w o die Mündung sic
befindet, ist nicht mehr rund und röhrenförmig, sondern inac
niclifaeh gedrückt und gebogen.
0 .a . W e n n d i e r in t e r e .W in d u n g « d e r d i e g r o f s
S c h a a l e s i c h L n - .* ( n e S p i z z e , d e n ü b r i g e n
a l lm ä h l i g a b n e h m e n d e n , W i n d - u n g e n g eg en
U b e r , e n d i g t . <
1. B u k z i n i t e n ; ( Trompeten - Schnecken.)
Mit kurzer oder stumpfer, selten etwas ff-
bogener, gerader, schmaler und längere
(oder Schnabel — Spindeln) Spizze. Die erst
Windung dickbauchig. Von 5 bis 10 Win
düngen. Diese rund, flach, einwärts gebogen,
oder abgese'zt, mehr oder weniger- hervor
tend. Die Öffnung läuglich rund.
Glatt. Gestreift — in die La 1:
in die Quere, zellenförmig. — Gegittert.
. Gerippt. Runzlig. Gefurcht*
Gekörnt, Knotig. Mit kleinen St»*j
cheln. Links gewunden.
Von 1 Linie bis zu 16 Zoll grofs, ff-
wohnlich von 2 “ 3 Zoll Länge.
Meist kalzinirt. Oft als Steinkern.
Zuweilen metallisirt.
Häufig. Im Alpen- und Jura - Kalksteine*
Basel. Im Sandsteine, S t. Gallen. Im Mn*
F. W fl i- iu <! r. — AA K o n c K y l i . o l i t h e n.
schclkalke. Hildesheim (Diekholzen). Heimberg,
Müggendorf. In der Kreide, M a -
' stricht ( Petersberg ) . Siena. Im neuesten
Gypse und Flözkalke. Grignon. Payne.
Mecklenburg (Sternberg). Goslar. Kassel
( Wililelmshöbe ). . Chaumont. Courtagnon.
^ Dax. Turin. Pisa. ■ Cas tel Jiorentino•
Piacenza, ■ Piemont. Siebenbürgen. Oxford.
Harwich.
A u h a n g , K o n o t r o c h i t e n . Die erste
. Windung konisch. Die Spizze gedrückt.
Die Oeffnung lang und schmal.
Glatt. Gestreift. Knotig. Zackig.
Meist nur kalzinirt.
Eine Bukzinj ten - Art.
2. K a s s id i t e n . (Sturmhauben, Helmschneckqn.)
Mit kleiner, meist gebogener Spizze. Die
oberen Windungen stehen- nicht soweit hervor
, als bei den Bukziniten. Lange und
schmale Oeffnung. Meist mit einem Saume
am Rande der ersten Windung. Diese ver-
liältnifsmäfsig gröfser als bei den Bukziniten.
Glatt. Gestreift. Mit Knoten oder
' Warzen. Der Saum zuweilen so breit,
dafs er einen faltigen Ansaz der ex-
| sten Windung bildet.
Meist kalzinirt.
Selten^ Im neuern Flözkalke. Grignon.
Parnes. ■ Chaumont. ' Courtagnon. Monte -
ferrato. Vsrona. Piémont. Pisa. Val d’Elsa
' in Toskana. -
3 . I ln i fc nm u s c h e ln . (Harpiten, ) Den
Bukziniten* und Kassiditen ähnlich , aber mit
erhabenen, langen und schmalen Rippen auf
der erste'n bauchig gewölbten Windung, und
stumpfen Spizzen an den oberen Windungen.
Fast nur kalzinirt.
Aeufserst selten. Im Flözkalke. Grignon.
T fs y bei Paris. Champagne. Piomont.
Gothland.
D ie erste Windung und die Oeffnung w ie bei
den B u k z in iten , die oberen Windungen mit
denen der Kassiditen Ubereinkommend.
4* B u l l i t e n . Einer Feige ähnlich. Mit langer
Spizze. Sonst1 die erste Windung gleich
der der Globositen, die obern Windungen
ebenfalls wie bei diesen, wenig oder gar nicht
hervorragend.
Glatt. Gestreift. Gegittert. Knotig*
Gerippt. '
Selten. Im Sandsteine, neuesten Flözkalke,
Gypse , in der Kreide. Meist nur kalzinirt
oder als Steinkern. Chaumont. Courtagnon.
Rheims. Avignon. St. Gallen (im Sandsteine).
Neufchatel. Toskana. Piacenza. Siena. Moll-
. beck bei Lüneburg. Danzig. Siebenbürgen.
5 . M u r i z i t e n . ( S tachel - Schnecken. ) Mit
kurzer Spizze und Zacken, Stacheln oder
Knoten. Die Oeffnung ist oval.
Meist kalzinirt.
Sehr selten. Im Sandsteine. St. Gallen.
Im Muschelkalke. Müggendorf. Weinheini
bei Alzei. In der Kreide. Rouen. Siena.
Im neuesten Gypse und Flözkalke. Grignon.
Courtagnon. Sotssons in Champagne. Toskana
(Val d’Elsa» Pisa). Piacenza. Verona
(Ronca - Thal). Piemont (Asti). Rom. Bo- /
6. P u rp u r i te n . , Mit langer, gerader oder
gekrümmter Spizze und Zacken, Stacheln odt
Knoten. Die Oeffnung ist ruhd.
Bis jezt nur kalzinirt.
Sehr selten. In neuern Flözschicliten. Cou,
tagnon. Pontlevoie;* Soissons in Champa*;
ne. Piomont ( Andona - Thal). Pisa. Sit
benbürgen.
D ie oberen Windungen treten bei den Muriz;
ten w ie bei den l’ urpuriten w en ig hervor.
ß ß . W e n n d i e u n t e r e W i n d u n g o d e r d i e g r o s
s e S c h a a l e s i c h um d i e n ä c h s t e W i n d u n
h e r u m l e g t , s o d a f s d i e O e f f n u n g l a n g uii
- s c h m a l w i r d .
V o l u t i t e n . (Tu teti- Schnecken.) Von ko
nischer Gestalt. Wie eingewickelt. Die oben
Windungen treten bald mehr, bqld weniger
bald gar nicht hervor.
Glatt. Gestreift; Knotig. Stachlig,
Gefaltet.
Meist kalzinirt oder als Steinkern. '
Seiten. Im Muschelkalke, in' der Kreide
neuestem Gypse und Flözkalke. Weinhei,
bei Alzei. Wällersleben ( im Tlionmergel).
Finnischer Grund bei Dresden. - Chaumon
Courtagnön. Grignon. Payne. Parnes. To.
kana (Val d’Elsa j Montalcino , Siena , Pisa).
Padua. Verona. Piacenza. Das Vizentinische
Turin. Mältha. 'Wielitzka.
2. Z y l i n d r i t e n . ' (Rollen-Schnecken.) Walzenförmig.
Züsammengerollt. Die inneren
Windungen ragen wenig und spiz hervor.
Die Öffnung lang und schmal.
Sehr selten. In neueren Flözschicliten,
Busweiler. Kassel (Wilhelmshöhe). .Grignon.
Verona*. Siebenbürgen.'
3. P o r z e 11 a n i t e n. Gleich der Hälfte eines
der Länge nach durchschnittenen Eies. Die
Windungen sind alle in der erstert versteckt*
Mitten die schmale, lange, gezähnte Öffnung
Mit einem Saume, ohne diesen.
Mit tiefen oder mit schwachen Einschnitten
an beiden Enden.
Sehr selten. In neueren Flözschichten , im
Muschelkalke, jüngsten Gypse und Kalksteine.
Weinh'eini bei Alzei. Mainz. Wallersleben
( im Thonmergel). Mecklenburg. Grignon.
Das Vizentinische. ' Piemont. Piacenza. Dänemark
(Seeland). Siebenbürgen.
4 . P h y s a l i t e n . (Blasen-Sclinecken , Kibizeier.)
Eiförmig, oben mit einer kleinen Vertiefung.
Die Öffnung länglich, aber nicht gezähnt,
sonst den Porzellaniten ähnlich.
Zuweilen metallisirt.
Höchst selten. Mecklenburg (Sternberg).
Franken (Turnau). Faxöe.
W . W e n n d i C n n Ä r e W ir t d u n g o d e r d i e g r ö f s e
> S c h a a l e s i c h a u ' s b r e i t e t u n d w e i t v o i j d e r
n ä c h s t e n W i n d u n g i n e i n e n F l ü g e l e n d i g t .
1, A l a t i t e n . (Flügel - Schnecken.)
Meise nur kalzinirt.
Sehr selten. In neuern Flözzen. Verona
( Ronca - Thal). Piemont ( Turin, Andona-
Thal). Florenz. Siena, Vesuv. Maranzana.
Rheims.
Haben die Alatiten ihre Flü g el cingebüfst,
so hält man sie o ft fü r Bukziniten,
Unregelmäfsig gewundene.
1* V e rm ik u l i t e n . (Wurmrölirensteine, Serpuliten, Lum-
briziten.) Ohne Ordnung, oft wurmförmig gekrümmte,
verschlungene oder spiralförmig gewundene hohle Röhren.
Glatt. Gestreift — in die Länge, in die Quere,
wellenförmig. — Gegittert* Gerunzelt. Gekörnt.