
I» A e n - f s e r e K e n n z e i c h e n .
auf «3er Aohse des Krystalles stand, während die andere Fläche,
sich gegen dieselbe Achse unter einem Winkel von 6 0 ° neigte,
so daß der. brechende Winkel 3 0 ° betrug. Dieses Prisma zeigte
in allen, Richtungen nur einfache Bilder der Gegenstände. Ein
anderes Prisma aus diesem Fossile hingegen, dessen beide, durch
Kunst hervorgebrachte , FäSichen sich sowohl gegen die Achse als
gegen einander selbst neigten, verdoppelte die durch dasselbe beobachteten
Gegenstände.
Sowie die, durch ein gewöhnliches Prisma gesehen werdenden, Gegenstände
, wie z. B. wcilse Streifen auf schwarzem Grunde und umgekehrt,
mit farbigen Rändern umgeben erscheinen, eben sö zeigt sich das durch den
ungewöhnlich gebrochenen Strahl, in Mineralkörperu mit doppelter Strahlenbrechung,
bewirkte zweite Bild des Gegenstandes. Während dasjenige
des gewöhnlichen Strahles mit ungefärbten Rändern erscheint,' ist' dieses
mit farbigen Säumen theilweise versehen.
I . - A r t u n d W e i s e d i e d o p p e l t e S t r a h l e n b r e c h u n g a n
M i n e r a l h Ö r p e r n z-u b e o b a c h t e n .
l ) Man faßt eine Stecknadel an der Spizze und hält sie gegen das
Fenster in einer gewissen Entfernung von dem« Auge, hierauf bringt man den
leralkörper zwischen Auge und Nadel, so dafs man durch seine Flächen
sielier. Unter den verschiedenen Lagen, welche man der Nadel gibt, wird
sich eine vorfinden, von welcher zwei abgegrenzte, untereinander parallele
Bilder, deren eins .in regenbogenfarbigem Lichte (dasjenige des ungewöhnlich
gebrochenen Strahles) erscheint, dem . Auge sich darbieten. Wird die Nadel
hierauf langsam so weit umgedrehet, dafs sie senkrecht in ihre vorige Stellung
zurückkehrt, so nähern,- während dieser Operation, sich die beiden
Bilder, und fallen zulezt in eine und dieselbe L in ie , jedoch öfters so , dafs
einer der beiden Köpfe übey den ändern hervorragt. "Der auf diese Weise
durch den Mineralkörper zu beobachtende Gegenstand kann auch e in , mit
Dinte auf eine Karte gezogener, Strich seyn. Diese Beobachtungsweise ist
nur bei Fossilien anwendbar, die eine starke doppelte Strahlenbrechung be-
sizzen. Zur genaueren Bestimmung der Richtung., in welcher die Bilder,
bei geringer verdoppelnden Krystallen, verschoben werden, dient ein, auf
einer Fläche mit Wachs befestigtes, Haar. Dieses Haar wird "unter dem aufliegenden
Krystalle in eine solche Lage gebracht, dafs d ie beiden, durch denselben
gesehen werdenden, Bilder sich, bis auf Ausnahme ihrer Enden,
decken. Nun wird auf ähnliche Weise ein anderes Haar so befestigt, dafs es
das erstere unter einem rechten Winkel schneidet. In dieser Lage können
die beiden Bilder in" größtmöglichster Entfernung von einander gesehen
werden.
• 2 ) Kurzsichtige mögen sich folgender Beobachtungsweise bedienen t
Man durchsteche ein Kartenblatt mit einer kleinen Stecknadel, halte die so
entstandene kleine Öffnung an eine der Flächen des Mineralkörpers, und nähere
die entgegengesezte Fläche dem Auge. So trete man, in einer gewissen
Entfernuiig vor ein im Dunkeln brennendes L ich t, und suche die Lage, in
welcher die Lichtfiamme durch das kleine Loch in der Karte gesehen werden
kann. Mau wird auf diese Weise zwei genaue, scharf begrenzte Bilder erhalten.
Das Kartenloch verhindert die Nebenstrahlung, welche ohne dasselbe
die Bilfcr verwischen und unkenntlich machen würde.
Je größere Dicke ein Mineralkörper, durch, welchen gesehen w ird , be-
,sizt, um so merklicher ist der Abstand der beiden Bilder des Gegenstandes. ,
Doch ist dieser Abstand nach 'Verschiedenheit des angewandten Fossils verschieden.
' So scheinen die beiden, durch rhomboedrischen späthigen Kalk- ‘
stein, erhaltenen Bilder, während der Gegenstand von dem Krystalle nach
und nach' entfernt w ird , sich mehr zu nähern; sie entfernen sich dagegen
von einander, w enn , statt des rhomboedrischen späthigen Kalksteins, durch
geschliffenen Zirkon oder Chrysolith beobachtet w ird , und dieses um so
mehr, in je größerem Abstande das Objekt von ihnen entfernt gehalten
wird. Es ist beim Quarze, Baryte, spätliigem XalksteilTe, Gypse und Honigsteine
Thatsache, dafs, wenn ein -Gegenstand durch zwei . parallel laufende
Flächen dieser Fossilien gesehen w ird , die beiden Bilder sich nicht weiter
von einander entfernen, derselbe mag auch noch so weit, von ihnen abstehen.
Sieht man hingegen durch inkliiiirende-Flächen an diesen Fossilien, so entfernen
sich die beiden Bilder um so' mehr von einander, je größer der Abstand
der Objekte, von der hintern Fläche dieser Mineralkörper ist. — ö f ters
lassen kleine Exemplare die doppelte Strahlenbrechung nicht bemerken,
und in allzu dünnen kört sie ganz auf; es ist daher erforderlich stets große
ausgezeichnete Stücke zu wählen. Der Quarz; dünne Platten aus isländischem
späthigem Kalksteine, liefern hierzu .ein Beispiel. — Auch die Absonderungsflächen
, welclft sich zuweilen im Innern der Krystalle vorfinden
verursachen Täuschung. Sie reflektiren die Bilder gleich einem Spiegel. In
selteneren Fällen hat die Mitte des Krystalles eine völlige Hemitropie (Umkehrung
zur, Hälfte) erlitten. Die .Täuschung durch. Absonderungsfläcken
Innern wird , sehr leicht «durch die, beträchtlichere Entfernung .der Bi]<le,
und dafs zuweilen deren mehr als zw e i, und manchmal verkehrt erscluj,
nen , erkannt. Die Hemitropie wirfl schwerer durch kleine .Risse, die sief
dann an den Endflächen deY Krystalle vorfinden, ausgemittelt; • leicht jedocB
mit Aufopferung des Krystalles, wenn derselbe ausgeglüht wird. Diese
genlicit in -der Struktur wurde bis jezt am späthigen Kalksteine ünil an
achtflächigen und amphiliexaedrisehen Gypse beobachtet.
Die doppelte Strahlenbrechung ^würde era\vorzügliches Kennzeichen [j,
die Fossilien abgeben, wenn nicht -die Auffindung derselben öfters mit R
vielen Schwierigkeiten verknüpft wäre. So zeigen mehrere • erst diese Ei.
genscliaft, nachdem sie durch Schleifen darauf vorbereitet wurden. .Bei <]J
geschliffenen Edelsteinen .hingegen sind öfters die vielen, dßrek diese Ben,
beitung entstandenen, Flächen e.:; Hindernifs der Beobachtung. Diese Fla
eben können aber dennoch zur Ausmittelung -doppelter StrahlenbreclnJ
beitragen, wenn ’ man sich vor den dadurch bewirkten Täuschungen ged
ehert Jiat. In seltenen Fällen..erhöhen sie diese Erscheinung. So der ¿‘np/iirj
der Korund. Sie ’ »eben ein sternförmiges Bild’ des Gegenstandes.
Schon durch natürliche Bruchflächen gewähret der ipät/iiil
Kalkstein aus Island■ die Erscheinung der doppelten, Stpahlciibn
chung; .allein sie wird bemerkbarer, wenn derselbe» nach. JMafc
gäbe seiner rhomboedrischen Form, geebnet» und dann wie Ji
-optischen Gläser-polivet wird. 'Obgleich derselbe, - auch bei noefl
-.so sorgfältiger Behandlung, nie vollkommene Durchsichtigkeit a
h ä lt, so wird dieser Nachtheil dennoch dadurch vermieden, dilj
man ihn nach dem Schleifen mit Oel oder Eiweiß dünn überzit
liet. Es ist hierbei , zu bemerken, dafs die natürlichen BrucliOi
che'n sich am schwersten» und die Schnitte um sö schwerer po!i
reu lassen., je mehr sie sich den ersteren nähern.
„ Unter den -zusammengesezten Apparaten verdient folgende, von Mau
angegebene, Vorrichtung einer ‘ Erwähnung. An einer senki-echt sceliend;.-
Tafel von Holz wird parallel mit deren oberem Rande, der Rand ei
auf der hintern Seite durch Lampenrufs geschwärzten, Spiegelglases so
festigt, dafs cs sich gegen den Horizont unter einem Winkel von ,54°
neiget. Ein zweites ebenso geschwärztes Spiegelglas erhält ^ dieselbe S
und gleiche Neigung gegen den Horizont, an dem, unteren Rande der T;
zugleich mit dieser lezteren einen Winkel von 35° 25/ bildend. Das
dem oberen Glase in senkrechter Richtung auf d^s untere reflektirt werd«
Licht wird von diesem nicht weiter zurückgeworfen» sondern von desselben
absorbiret. Ein doppelte Strahlenbrechung besitzendes. Fossil s
zwischen beide Gläser gebracht, dafs sein Hauptschnitt (Hauptschnitt ei«
Seitenfläche wird die Ebene- genannt, welche senkrecht auf dieser Seitei
fläche stehet und die Axe des Fossils zugleich durchschneidet) atif eine
dieser Gläser senkrecht stehet, verändert die Wirkung des unteren Gluj
nicht im Mindesten; indem das in der Verlängerung-deS Strahles sich befu
dende Auge kein reflektirtes Licht" empfängt. Wird hingegen, durch Ui
drehen des Fossils,.die senkrechte Lage seines Hauptschnittes gegen eins &
Gläser verändert, so tritt doppelte Brechung des durchgehenden Liclin
ein. Die beiden Strahlen werden nun - von der untern Spiegelscheibe refla
tirt und zwar um-sö stärker, je mehr der Hauptschhitt des Mineialkörpes
durch seine Drehung um die Vertikallinie,' dem Winkel von 45° sie
nähert. Über diesen Punkt hinaus nimmt die Verdoppelung der Strahls
bei fortgeseztem Umdreheir ab, bis sie , wenn der Hauptschnitt genau l>
Viertheil einer Umdrehung vollendet h a t, in einfache Brechung sich W *
auflöst. Bleibt das untere Glas, nach eingebrachtem, auf doppelte Brecli««
zu prüfenden Fossile, in jeder Lage desselben vollkommen dunkel., so i
dieses ein Beweis des Maugels dieser Eigenschaft ; erscheint hingegen di<s
Glas'''abwechselnd hell und dunkel, so besizt das eingebrachte Fossil «*>
Fähigkeit, die Bilder verdoppeln zu können. Diese Methode dient glw
g u t, die doppelte Strahlenbrechung in Fossilien zu erforschen» sie mög®
die beiden, Bilder w e it,- oder nur sehr wenig von einander entfernen; ja <»
leztere ist sie das einzige Mittel, indem in ihnen die Zerstreuung
Bilder viel stärker is t, als deren Entfernung, weshalb sie Sich aufseiJ«
nicht getrennt erhalten lassen.
I I . N ä h e r e B e l e u c h t u n g d e s V o r g a n g e s b e i d e r
d o p p e l t e n S t r a h l e n b r e c h u n g .
Während bei der einfachen Strahlenbrechung der Sinus des Einf«11!
Winkels, eines Lichtstrahles in stets_ gleichem Verhältnisse zu dem S ||
des Brechungswinkels stehet, wird bei der doppelten Strahlenbrechung cl“!
senkrecht auf den in. richtiger Lage befindlichen Miueralkärper, ? so au»
lender Lichtstrahl, daß er keine Refraktion durch die Spiegelung erle»^’
in zwei Theile gespalten. -Der eine dieser Strahlen göltet 'ohne seine ß,cl
verändern durch das Fossil; der andere wird von seinem .W1
8. D a s V e r h a l t e d a s L i c h t .
ilh einem von zweien Punkten abgelenkt, welche allen Körpern der Art
leu sind, und die sich vor ändern durch ihre mathematischen Verhältnisse
iieichnen. Die Krystallform bestimmt die jedesmalige Lage dieser Punkte.
tung 3 ,
So sind es die zwei stumpfen Ecken an den rhombdedrischen
Bruchstücken des Kalkspathes, welche die erwähnten. Punkte enthalten.
Es befinden sich nämlich an diesen Bruchstücken, so 'wie
an jedem stumpfen• Rhomboeder nur zwei solcher Ecken, deren
jede von drei stumpfen Winkeln eingeschlossen ist; während die
‘ sechs übrigen Ecken jedesmal' ein spizziger und ein stumpfer Winkel
abgrenzt. — So bei dem Zirkon die Endspizzen des Oktaeders,
welchen diese Punkte zugeschrieben werden.
Das merkwürdige Verhältriifs dieser Punkte zu dem ungewöhnlich gesehenen
Strahle gab mehreren Naturfoi-schc-rn Anlaß, «lie Erscheinung
dir doppelten Strahlenbrechung mit derjenigen der chemischen Anziehung
bleichen. Sie belegten diese Punkte mit dem Namen'der Lichtpole
Id nannten die gerade L in ie , welche von einem derselben zu dem ändern
eil werden kann, die Lichtaxe des Fossils. Dieser Lichtaxe parallel
der ungewöhnlich gebrochene Strahl und das demselben entsprechende
[d eines Gegenstandes, nach Maßgabe der, jedem Fossile eigenen, brechenden
traft. Nach derselben ist das Nebenbild des Gegenstandes mehr oder weniger
von diesen Punkten genähert und zugleich , in Beziehung auf das,
jlvcli gewöhnliche Brechung hervorgebrachte, stets höher stehende B ild ,
i siöfsei-en oder geringeren Abstande “Von dem Auge des Beobachters.
So eine der stumpfen Ecken des Kalkspath-Rhomboeders, je
nachdem der Strahl durch die eine oder die andere der parallelen
Seitenflächen austritt. Ferner in demselben Fossile, in welchem das,
flem gewöhnlich gebrochenen Strahle entsprechende, Bild in, die-
Masse des Rhomboeders höher hinauf gerückt erscheint, während
I d,-16 vom ungewöhnlichen Strahle abhängige Bild des Gegenstandes
tiefer auf dem Gründe des Rhomboeders sich zeigt. In dieser
| Lages kann das erstere, durch eine Bewegung des Kopfes nach
‘ rechts oder links, gewissermaßen über das andere hiirweggefükret
werden.
Um die Axe der Brechung und Krystallisation in einem, die Strahlen
Joppeinden, Mineralkörper aiyfzufinden, wird nach M alus folgendermaßen
fahren: zwischen beide geschwänzte Gläser des früher beschriebenen Ap-r
wird ein horizontales Täfelchen angebracht, . aus dessen Mitte ein
hteckiges Loch so ausgeschnitten ist, daß zwei seiner Seiten mit der, den
Isern zur Befestigung- dienenden, senkrechten Tafel parallel, die zwei an-
Seiten auf derselben seukreclij: stehen. Das Fossil wird Uber diese
ung’eele»t, und durch Umdrehen in die Lago gebracht, in welcher das
t vom oberen Glase näcli'seinem Durchgänge durch das Fossil, von
unteren Glase nicht mehr zurückgeworfen, „sondern völlig von demsel-
cingesogen w ird , so daß es dunkel, erscheint. So wird das Fossil mit
;hs befestiget, und dann auf seiner untern, dem Ausschnitte des Täfel-
is zugewandteu Fläche, parallel den Seiten des Rechteckes, zwei gerade
ien • eingerissen. Nach Maßgabe dieser Linien geschehen nun zwei
litte in das Fossil, so dafs beide senkrecht auf der bezeichneten Fläche
en. Die Resultate dieser Schnitte sind zwei neue Flächen, deren. eine
Wendig mit der Brechuugsaxe des Mineralkörpers parallel seyn muß.
ihrer Auffindung werden «lie hierdurch entstandenen neuen Seitenflächen
Idem. Apparate geprüft. Stehen bei einer derselben dio - beiden, unter
Winkeln aufeinander gezogenen» Linien auf jenen, .zuerst .gezogenen
Senkrechter Richtung» so ist das-ein Z e ich en d a f s diese‘Fläche auf dem
yKsclmitte des Fossils senkrecht ist. Bei der ändern Fläche» welche der -
■^4 parallel seyn mufs» werden die beiden, unter rechten Winkeln aüfein-
P1' gezogenen, Linien gegen den Durchschnitt def Seitenflächen geneigt
‘ > und eine dieser Linien die Richtung der Axe, geben.. Um «Liese
ltung zu bestimmen ist es hinlänglich, einen neuen Schnitt parallel mit
ud einer dieser Linien zu machen. Wenn in diesem neuen Schnitte von
aufeinander -senkrecht stehenden Linien, die eine parallel, die andere
Juccht mit der is t , welche die Richtung des Schnittes bestimmt hat, so
«fieser Schnitt die Richtung der Axe. Bleibt dagegen in diesem dritten
»itte, wei;n das Fossil in dem Apparate gediehet w ird , da6 untere Spie-
la* dunkel, so ist die Richtung der Axe senkrecht auf der Linie, in
her der Schnitt geschehen, und folglich senkrecht auf die lezte Seiten-
e. Es gehet hieraus hervor, daß zwei oder, höchstens drei Schnitte
Itrdert werden, um, bei jedem hierher gehörenden Fossile die Axe der
chung ufld dev Krystallisation zu bestimmen, welche Veränderungen sol-
! -|s -'uch in seiner äußeren Gestalt erl.tten haben mag.
Zur Versinulichung der Abweichung des einen Strahles von dem au-
¡Tt11 > und derjenigen der diesen Strahlen., entsprechenden Bilder des Ge-
¡taudes, sowie des' Fortgehens fies ungewöhnlich gebrochenen Strahle*
längs der Lichtaxe des Fossils, wird folgende, durch, eine Zeichnung erläuterte,
nähere Beschreibung dienen :
Es sei der Gegenstand ein mit weißer Färbe auf schwarzes
Papier getragener Punkt, und werde durch eiii möglichst hello».
Rhomboeder von Isländischem Doppelspathe, das mit einer seiner
Seitenflächen auf demselben liegt, beobachtet. Die Neigung des
Rhomboeders sei dabei seitwärts nach links, und das beobachtende
Auge befinde sich senkrecht iibe'r dem Gegenstände. In
Fig. 20 Taf. II. sei a der Eiufallspuuk.t dés unterliegenden Gegenstandes;
a b der nach dem gewöhnlichen Gesezze gebrochene
' .Strahl J a c der uugewöhnlich gebrochene Strahl. Der Strahl a,
seine ursprüngliche -Richtung während des Durchganges beibehaltend,
trijt in solcher an der oberen Fläche des Rhomboefiers wieder
heraus, seinen Weg senkrecht nach I als dem Gesichtspunkte
fortsezzend. Dc-r von a gegen c abweichende Strahl nimmt bei
seinem Austritte in c die mit b I parallele Richtung r t. Diese
beiden parallelen Strahlen sind es, durch welche das Auge in I
und t , die beiden Bilder "des Gegenstandes .empfängt. Die beiden
Lichtpole (stumpfen Ecken) sind bei A und G; der abweichende
Strahl a c nähert sich hierbei der stumpfen Ecke A. — Mehrere
hierher gehörenden Fossilien lassen nur einfache Bilder der Gegenstände
bemerken, wenn solche in gewisser Richtung durch erstere
gesehen werden. So. der späthige Kalkstein aus Island'; er zeigt in
zweien. Fällen nur ein einfaches Bild des Gegenstandes : 1) durch
Flächen parallel , mit der Lichtaxe und. 2) durch Flächen, welche
diese Axe senkrecht durchschneiden ; als da sind die parallel laufenden
S,eiten- und Endflächen eines sechsseitigen Prismas, doch
nur in dem Falle, wenn der Gesichtsstrahl auf den Flächen, durch
welche gesehen wird, senkrecht stehet lind in derselben Richtung
liegt. Die Lichtaxe ist diejenige gerade Lin ie, welche liier von
A nach G gezogen werden kann..— Gegenstände, welche wie der,
als Beispiel gewählte, weiße Punkt auf schwarzem, Grunde, keinen
größeren Durchmesser haben, als die durch das. Kalkspath- Rhomboeder
oder eines ändern verdoppelnden Fossils bewirkte Abweichung der
beiden Bilder unter einander beträgt, erscheinen durch" die in
der Fig. 20 abgebildeteu Lage des Mineralkörpers beobachtet, als
zwei g r a u e d ic h t an 'einander grenzende Bilder. Daß sie in
grauer Färbe erscheinen, rührt von «lern schwarzen Grunde, auf
welchem der Gegenstand gezeichnet is t, i her. ' Ist der Durchmesser
dés Gegenstandes gröfser', als die Ablenkung des ungewöhnlich
gebrochenen Strahles, so stellen sich an den beiden Bildern
um so merkwürdigere Erscheinungen ein.
Mau gäbe dem -Gegenstände z. B. die Gröfse., daß sip die Weite
der Ablenkung des ungewöhnlichen Strahles, um das Zweifache übertreffe.
Es «ei a b e d Fig. 22 ein weißes Quadrat ,auf schwarzem
Felde, von ^ Z o ll Seite,, und werde durch ein rhpmboedri-
-sches ‘Bruchstück des Isländischen späthigen Kalksteins,, von 1 j
Zoll Dicke und hinreichender Länge, das mit einer seiner Seitenflächen
horizontal auf ■ dem. Gegenstände ¡ liegt,. beobachtet. Der-
Hauptschnitt dieses Rhomboeders sei parallel mit der Linie a c ,
•die Neigung desselben von den Augen, ab nach vorwärts, und «lie
untere Fläche bedecke zugleich mit dem . weißen Quadrate noch
«inen hinlänglichen Tlieil des schwarzen . Feldes., worauf dasselbe
.gezeichnet ist. So erscheinen ■ drei Rechtecke, . deren., jedes Aer
■Hälfte des j : zum Gegenstände gewählten, Quadrates ^entspricht,
wovon die beiden h d g c und f b e a grau, und zwar erstercs
■heiler, lezteres dunkeier grau und das mittlere weiß ist. — Wird
umo-ekehrt, statt des weißen Quadrates auf sckwavzem Grunde, ein
gleiches von schwarzer Farbe auf weifs.çm, ..Grunde.’ durch das
Rhomboeder gesehen , so erscheinen auch d«
2 4 darstellt,, welche sich von d<
.scheiden, daß das mittlere scli
Fig. 24 c'. d, g h und- a b e f ,v
zeigen.!-.t-^ Werden
flj von gewissen, andei
¡. Rechtecke , wie Fig.
i früher, erwähnten dadurch unter-
rarz ist, und die beiden grauen,
Lue umgekehrte Intensitätrder Farbe
: weißer oder schwarzer .yuadrate, ähnliche
Farben durch' das Rhomboeder getrachtet,
-ntstelxenj neue Farben in den Rechtecken, ; So wenn .ein blaues
und ein .r.othes Quadrat, von- erwähnten Dimensionen, .auf wentern
Grunde sich neben einander befindend, der Beobachtung unterliegen,
und die Verschiebung. der Bilder genau, in horizontaler
Richtung nach, der,,,linken Seite hin erfolgt. Es zeigen sich in
diesem Falle fünf verschieden gefärbte., Rechtecke, deren jedes
gleich der Hälfte der farbigen Quadrate ist. Ist das" rotlre Quadrat
-link s, so zeigt «las erste Rechteck.eine blafsrothe Farbe( durch die
. Vermischung mit dar .Farbe des Gruudes } das zweite die unveränderte
Farbe des rothen Quadrats, das dritte Purpurfarbe, indem
hier roth mit blau gemis.cht ist,,, das vierte die Farfie. des blauen
Quadrats, das fünfte elfio sehr .bljifsblaue, Farbe., -weil wieder hier
blau uüd weiß gemischt sind. Eiu dunkeier ;Grund y.eydtinkelt in
dem Maße das erste und fünfte, Rechteck, als solche . djircli weißen
. Grund erhellt werden. Eine, Reihe nebeneinander^, befipdlyclier verschieden
gefärbter .Qnadrate gewährt, durch.,das. Rhomboeder gesehen,
ein maniüclifäitiges Farbpnspiel. — N^v und farbigen
Gegenständen.zugleich.kann die Annahme statlL.findep.,i fiafs obige
Erscheinungen auf wechselseitigen Rreclniijgen und . Verschiebungen
der beiden, .Strahlen .und mitliin dnij.,;Farbeu. untereinander beru-
Jiei). Der, schwarze Grund, die-1 achwarzqii Gegenstände müssen
hingegen als • lichidos, angesehen, werden ^ da ^Dupkeihcit ,auf einer
Abwesenheit des Lichtes, wie Kälte auf einer Abwesenheit der
Wärme beruhet, und es eben so wenig ein verAunkelndes als eiu
Kälte erregendes Fluidum gibt. Daher können von den Punkten
des Raumes, wohin die stihwarzeh Bilder1 dA Grundes fallen', keine
Strählen nach dem Doppelspathe gelangen und durch ihn gehen.
P