
einander verbunden» Gruppen bilddit. Wenn -auch ^die einzelnen Berge des
bergigen Landes Zusammenhängen, so. ist doch kein Mitteljoch bemerklich,
denn cs Anden häufige Zerschneidungen und Duvclischneidungen 'des ganzen
Volumens durch TJinlcr statt. Eine Abtheilung in Bergjoche ist zwar vorhanden
, allein nicht in der Verbreitung wie bei den Gebirgen. Auch laufen
eben solche Schluchten aus den Thälern hinauf und theilen diese in einzelne
meist kuppige und abgeplattete Berge.'
Manches bergige Land hat nur einzelne Berge aufzuweisen. Diese sind
theils lialbkuglich, theils kuppig, auch wohl abgeplattet.
Es gibt einen Übergang aus dem bergigen in das hochhügelich»
Land vou der einen, und in das Kegel - Gebirge von der ändern
Seite.
1>. H ü g e 1 i c h « s L a n d .
Nicht- sehr erhabene sanft zugerundete, oft wellenförmige Erhöhungen.
Jene bilden das li o ’c'h h ii g e 1 i ch e , diese das f 1 a c’h li ii g e l i c h o L a n d .
Es sind diese Erhöhungen entweder zu grofsen Parthicen vereinigt, die von
■ Thälbrn durchschnitten imd abgetheilt werden, oder es bilden sich mituiiier
: schon Hügelketten, welche Nebcntliäler haben; .wie dies zumal iu Sandregenden
der Fall ist. -
Zuweilen findet man das uügeliche Land selbst n Gruppen ¡versa
miv.elt. Es fst jq.d.och durch seine geringere Höhe und minder beträchtliche
Flächen - Ausdehnung merklich vom bergigen Lande ün1-"
terschieden.
Dasbergige-und,. dashligelich’e Land stehen zwischen dem Gebirge,
und den Ebenen in der Mitte und das flachhfigeliche Land grenzt
sciion an diese. Beide machen theils die Verbindungen'zweier Gebirge
ans, tfieilsv'-und dies am häufigsten, konsrituireh sie -den Fufs des
Hochlandes.. In .der .Mitte der. Ebenert ragen zuweilen einzelne Par-
thieen v,on hügelichem , selten von bergigem Eande hervor, welche
dann schon mehr dem Hochlande angehören.
c. E b e n e n.
Die flachsten und niedrigsten Gegenden, oft .nach der Länge und Breite
viele Meilen weit ausgedehnt. Man sieht sie theilweise ohne all* Erhabenheiten
und die etwa vorhandenen erreichen nur selten eine Höhe von 40
.bis 100 Fufs.
Die Ebenen machen zwei Klassen aus :
aa) Die h o h e n E b e n e n , welche, zwischen den grofsen Bergketten
befindlich, oft* sehr ausgedehnt und gleichsam auf den Rücken
de r B e r g e n v iü t e n F a n g e , ge.le g t s in d .
Die erhabenen Ebenen der T a r t a r e i , v on P e r s i e n und wahr
sclieinliich auch vom imleren A f r i k a; die Ebeiien v on Q u i t o
welch e eine Erhöhung viin 2000' Toiseiii über dem Meere lijiben um
aie . v o ii K a r a k o r u m ' ” in der C h i n c s i 8 c hSci* M o n g o l e i
welche jenen v ielleich t an Höhe nichts nachgeben.
bb) Die u i s d r : i g e n E b e n e r i , m i t San d , K ie s nn d Muscheln überd
e c k t u.nü w i e .as s c h e in t , un lü ug s t e r st aus dem M eerei lie r-v o rg etre ten
indem sie entweder die Becken der inneren Meere gebildet haben;
So die Ebenen auf der Nordseite des K a sp is ch en Meeres,"
die grofse Ebene im Süden der O stse e und die/welche der
Am a zon e n fl u f s . durchströmt;
oder von den Gewässern des Ozeans und seiner Meerbusen bedeckt
worden sind.
Wie z. B. das' T .e hama in A r a b ien , das D e lta in Aegypten'
und andere dergleichen Ebenen.
2. Ni e d e r u n g e n .
Die grofsen, weit erstreckten, oft mehrere hundert Meilen sich ausdehnenden
niedrigen und ziemlich ebenen Gegenden.
VI. Vormaliger Zustand des festen
Erdkörpers. v -
Dafs der feste Theil unseres Erdspliäroids vormals im flüssigen Zustande
gewesen, ist eine grofse und gewichtige Thatsache. Über sie ".sind alle
Hypothesen der Geognosie im Einklänge, für sie zeugen die unwiderspreclilichsten
Denkmäler der Vorwelt. Gestalt, innere Zusammensetzung und Aneinander-
fiigung der Gebirgsmässen, sowie ihre chemische Mischung., deuten die
Entstehung, aus einem fluiden Medium an. Iu den ungeheuren Lagen von
Überresten einer organischen Welt, selbst auf den Gipfeln hoher Gebirge,
finden wir .unverkennbare Zeugnisse, des vormaligen Meeresgrundes. Die mit
Sand überdeckten Ebenen, von salzigen und ändern Meeres - B estandteilen
durchdrungen, haben sichtbar «och jezt den Charakter des Seegrundes.
(Manche; Geologen und unter, d ie s e n zumal D e L u c , geben die
ursprüngliche Flüssigkeit des Erdkövpers z u , aber sie lassen solche
nur b i s zu e in e r gewissen Tiefe gelten. Indessen widerstreitet
diese Hypothese aller Wahrscheinlichkeit. Der Erdkörper mufste,
beim Beginnen seines Werdens, in dem Ganzen der Masse
•flüssigen Zustand zeigen. Welche Gründe sprechen dafür ,- dafs |
Agens, wodurch -die Fluidiiät der, der Oberfläche, am .«äcli«*
ig'dßge'pen.., .Theiie herbeigeführt wurde, nicht auch auf das &
eingpwirkt haben sollte V Wo haben wir die Grenzpunkte 7.vv‘
sehen dem Flüssigen und dem Festen zu suchen ? -— Andere N
-turforscher haben nicht .allein das Daseyn des Primordial - Fluidum,
in der ganzen Masse eingeräumt, sondern es ist dasselbe, na(j
ihrer Ansicht, in dem Zentral-Theiie noch immer Vorhand®,,
so dafs die Oberfläche unseres Planeten, als feste Rinde von ein®
gewissen bestimmten Tiefe, das flüssig Gebliebene im Innern bir»|l
Der leztereu Hypothese war vorzüglich DolomIKu zügethan. $•'
diente ihm zur Erklärung der Feuerberge, der Erdbeben *U. s. w,J
Weniger befriedigend liifst sich die Frage beantworten: ob jener Zusun,
des Fliissigseyns ein elastisch - oder ein tropfbar - flüssiger war ?■ Starre Körp.,
werden durch Gasarten aufgelöst. Der Phosphor durch Stickgas,... und wie Schwcfj
und Arsenik auch durch Wasserstöffgas. Die Kalkerde, welche durch Gewittert®
gon aus den höheren Regionen herabkommt, kann in eben den LufiarteoJ
die durch das elektrische Feuer zu einem tropfbaren Fluidum- verbunden wer
den, und nicht in latentem Wasser existirt haben. Nach der Analogie de,
Natur - Phänomene der Gegenwart. kann man v annehmen , dafs die Bestand
theiie aller Gebirgsarteu einst gasförmig vorhanden gewesen sind. Es
möglich, dafs an diesen ersten Zustand ’sich ein ' zweiter re ilue, j-
welcheni die gröfsere Hälfte-jener Gasarten zu tropfbaren Fluiden zusara
mengeraun. Aber, was man aucli immer, über diese Materie zu lixiren °t,
neigt seic, so behauptet sich die Annahme der Bildung der festen Erdnusnj
durch Niederschläge aus Flüssigkeiten und die • A'bsciieidiijig der- aufgelSsJ
Substanzen aus ihren. Lösungsmitteln. Worin müssen wir nun die UisaclJ
des ersten Niederschlags, oder der ersten Abscheidung suchen? WodiJ
wurden die nachlierigen herbeigeführt, deren Entstehungs-Periode durch J
Verhältnisse ihrer Lagerung bezeichnet ist? Die Beautwbrtung dieser FraJ
läfst sich insoweit sie mit der ersten Entstehung, mit der Schöpfung eint]
Sache in Beziehung stellt, nicht aus dem Gebiete menschlicher Kenntnis*
ergründen. Es geziemt der Kosmogeuie keineswegs mit Nichts anzufan*w
Sie nnifs das Daseyn aller gegenwärtig in dem Weltall zorstre.uten MaJ
rien voraussezzen und sich nur mit der Verscliiedenartigkeit der Zo
stände beschäftigen, welche jene Materien durchlaufen haben, bis sie di
Mischung und Gestalt gewonnen, welche wir jezt an ihnen wahrnehmti
Alles, was aufserhnlb der Grenzen dieser Sphäre liegt, gehört zu den Anim
fsungen der pbilosopliirenden Vernunft. Schlagen wir den gewohnten wi
e in , sezzen wir das Daseyn eines ersten Nicderschlages, einer einmalige
Abscheidung aus dem chaotischen I luidum voraus , so ist in dieser erste
Wirkung die Ursache aller folgenden begründet. Indem das Wasser zu fl
übergeht, indem der Gyps zu einem festen Körper sich umwandelt, indes
das Kochsalz aus der Soole anschiefst, wird Wärme erzeugt. Bei einem jede)
Übergänge eines Körpers- aus'dem. tropfbar- oder gasförmig elastisch - fliissij
Zustande in einen starren wird Wärmestoff entbunden. Diese Thatsaclx,
mit der die wichtigsten Erscheinungen im ‘Dunstkreise sowohl als im In J
der belebten Körper im Zusammenhänge stehen, beruht auf unerschütterliclisj
.Gründen, man mag, mit den atomis tischen i Aiitiphlogistikern , die Ursact:
der Wärme als eine expandirende , in die Zwischenräume anderer Grunfl
Stoffe eindringende Substanz, oder dynamisch, als Modifikation der urspriuJ
liehen Attraktiv- und Repulsiv - Gewalten annehmen. Bei dem Niederscliiaji
ungeheurer Massen von erdigen Grundstoffen und mächtigen Gebirgsschicl»«
mufs allerdings nicht blofs ?ine Erhöhung der Temperatur, sondern ein«]
wahre Erhizzung statt gefunden habei/. Es bezeugen nicht allein die F o rj
men der einfachen Fossilien, Aus welchen die gröfseren Ganzen der primiii-
ven Gesteinsarten bestehen, einen krystallihiaclien Ansolmfs. Auch ganze Oe;
birgsÄöcke tlmn durch ihren Anblick dar, dafs sie ihre anfängliche,. freiliJ
sehr verwischte, Form den Kräften der Anziehung verdanken, .welche nidl
einem Punkte hin und von einem Punkte aus wirkten, dafs sie gleich«»!
ungeheure Krystallgruppen zusammensezzen, welche sich um -einen Kern ver-l
sammelt haben.
Die uralte kolossale Pyramide des D r u * s i n S a v o y en , vom Eis-]
meere aus betrachtet, und die südliche Wand des W e i s se n b erg«j
nach C o u r n n y e u x h in , stellen eben solche Beziehungen g««*l
eniun Punkt dar, als das Innere eines spät'entstandenen Hügels vosj
, Säulenbasalt oder von Poi-phyrschiefer.
Aus diesen kyyställinischen Bildungen geht der Beweis h e r v o r ,^ 1
jene Niederschläge, welchen der feste Erdkörper seine gegenwärtige Ges»l‘
verdankt, plözlich erfolgten. Sie lehren, dafs der Übergang aus dem Flüssigen
ins ¡Starre nicht aJlmälilig -und nicht in unendlich kleinen JVTassen
geschähe.
Die Niederscliläge im Allgemeinen, und zumal die Niederschläge grofser
Gebirgsmasseit, können mitliin nicht ohne Entbindung von Wärme gedacht
werden.. Diese Wärme ging in die noch übrigen Theiie der Solution üb«.
VII. Veränderungen der Planetenrinde. 149
¡i« erregte .in diesen Verdampfung, Verminderung des Anflösungsmittels
Lj, als unmittelbare Folge dieser Verminderung, neue Niederschläge. Folg-
ch ist die Emstohung der ersten Gebirgsschicht zugleich als Uvsache der
tstehung der folgenden zu betrachten. Es bedarf ¿einer neuen Hypothese,
y « der Annäherung eines Kometen, um die grofse Wasser - Verminde-'
zu erklären. Erhärtung einer ., Gebirgsmasse und! Verdampfung1 sind
^ertrennlicho Begriffs. Je grÖfser die erhärtete, oder die-niedergeSchJa-
Masse war, desto schneller mufste derselben ein neuer Niederschlag
^Jgeit. Ja mehr Niederscliläge vorhergegangen waren, desto erwärmter
■niste im Ganzen der Rest des Menstruums seyn. Denn es ist sehr wahr-
peinlich,' dafa in einzelnen Fällen, selbst hei einer erhöhten Temperatur,
jjo chemischen Anziehungskräfte der sich bildenden neuen Gebirgsschicluen
, balanzirt wurden, dafs ihre Bildung oder Absonderung nur sohr langsam
e und dafs wählend dieser Zeitfrist die Auflösung -sich von neuem
Pälcete. Mannichfache geognostische Erscheinungen deuten auf diese Zwi-
lienepoche hin. In den primitiven Gebirgsarteu, welche, als die zuerst
:cdergeschlagenen, in einem kühleren Medium entstanden, erkennt man
•u ruhigem krystallinisclien Anschufs. Die späteron Flöz - Gebirge hinge-
, bei deren Bildung das Medium bereits eine hohe Tomperatur ge wonbatte
, tragen ein mehr erdiges Ansehen, als. Folge mechanischer Au-
Jiwemmung. Zu der Zeit, als die leztereu erhärteten ,• war das Menstruum
i sehr erhizt. Eino zu grofse Menge von Anziehungskräften wirkten zu
¿eher Z e it, als dafs die gleichartigen Elemente sich hätten ruhig abson-
Vn können. Demmigeachtet erscheinen, obgleich mir als Ausnahmen, milder
Reihe neuer Gesteinsarten, Schichten von krystallinischem An-
Miusse, so im dichten Jura-Kalksteine körnig - blätteriger Kalkstein, Gyps,
iukstein. Der Bildung dieser dürfte jene Ruhe, jene Abkühlung vorhergingen
seyn, deren oben gedacht worden. Wird ih der Entbindung des
lärmestoffes ein Grund von der verschiedenen Mischung der Ur- und Flöz-
¡ebirgsarten bemerkt, so mufs dieselbe bei der' ursprünglichen Porosität der .
in noch um vieles wirksamer gedacht werden. Mit dieser ursprüng-
ilien Porosität mufs man die sekundäre nicht verwechseln, Leztere, sie
ine Folge der Auswitterung ciugewachsener Mineralkörper, oder der
■irkung des Feuers, ist unendlich später, als die Formations-Epoche
jlbst. Die erstere ist dieser Epoche gleichzeitig.. Sie verdankt ihr Daseyn
i chemischen und mechanischen Kräften selbst, welche bei der Erhärtun*-
,cli thätig zeigten. Nimmt man Wärme - erzeugende Niederscliläge aus einem
jigemeineu chaotischen Menstruum an, so mufs, zumal wenn die Tempe-
tur schon mächtig erhöht* is t, eine grofse Menge elastischer Dämpfe er-
ugt werden. Das Menstruum selbst geräth in ein Aufwallen, desien Spu-
a sich eben so sehr an der Form und Richtung der Gesteinscliichjen, als
ihrer ( Dichte erkennen lassen. Beim Niederschlage von Erdmassen su- -
ien Dämpfe zu entweichen; .die noch weiche Masse bläht sich auf; es
Iden sich theils Zellen und kleinere Öffnungen, theils weite Durchbrüche,
öhlen. Viele Quadratmeilen in Deutschland sind mit Sandstein- und Kalkeinflözzen
bedeckt, welche schlackcnartig, wie Laven, durchlöchert sind,
ti den genannten Gebirgsarten — bei jenen nämlich nur da, wo ein kalk-
ctiges Bindemittel vorhanden is t, mag die durch Wärme entweichende
jolilensäure mitwirksam gewesen seyn; doch ist diese Wirkung nur örtlich,
«rade die poröse Formation, welche am meisten für die entwickelte Hypo-
s zeugt, welche am allgemeinsten über den gaiizen Erdkörper verbreitet
die; neueste Trapp-Formation, findet man fast völlig leer von kohlen-
juren Fossilien. Die blasige, ¡¡¿eilige und dab.ei gar nicht verglaste, sondern
idige Grundmasse so vieler Basalte und Mandclsceine scheint aus einem
piztent aufschäumeifden Medium entstanden zu seyn.
Bei diesen hypothetischen Betrachtungen über die Entbindung des Wärme-
Mfes wird nicht die Existenz eines tropfbaren Mediums vorausgesezt; dio
l'ubindung mufste vor sich gehen, wenn auch dieses Medium :anfänglich in
,»nem gasförmig elastischen Zustande war. In jedem Falle hat die Erhär-
; der Gebirgsmassen einen wichtigen Einflufs auf die Bildung des Dunst-
,«ises gehabt. Die in den Flöz - Gebirgen vergrabenen organischen Stoffe
.-“gen von der Existenz eines tropfbaren Fluidums, des Wassers, in welbem
die Niederschlägo statt fanden, und die Analogie zwischen Flöz- und
lufängliclicp Gesteinschichten macht ein Gleiches auch für die lezteren
wahrscheinlich. Ein Theil des Mediums wurde zersezt, während dafs dio
«nperatur desselben sich alimählig erhöhte und während dafs die aufge-
°sien, sich abscheidenden Grundstoffe ihre Anziehungskräfte gegenseitig
gegen das Medium übten. Mit den ansteigenden Dämpfen giiigcn lüft-
°rmige Stoffe über, und der Duustkreis gewann ■ eine peue Mischung
"d neue Schichten^ Diese alTmählige Zunahme, wclclie • nicht gleich-
'äfsig Uber den ganzen Erdkörper statt hatte, modiflzirte wiederum dio '
Dichtigkeit der Verdampfungen. Wenn da? Medium von höheren und
dichteren Schichten gedrückt war, so nahm dasselbe eino höhere Temperatur
an. Dio Veränderung des Auflöstingsmittels geschah langsamer, die Niederschläge
bildeten sich allmähliger und so liegt in diesen Verhältnissen der
Atmosphäre ein neuer Grund, warum die Formation der Gesteiaschichten
nicht immer mit zunehmender Geschwindigkeit vor sich ging, warum reinere
und unreinere Anschüsse krystallinische und erdige Massen mit einander
ab wechselt). (H u m b o l d t . )
VII. Veränderungen der Planetenrinde.
Die physische Geschichte unserer Erdkugel lehrt uns gewisse Zeiträume
kennen, oder mindestens ahnden, in welchen der ruhige Zustand derselben,
durch einen gewaltsamen Konflikt feindlicher Kräfte, für eine Epoche von
kürzerer oder längerer Dauer schauderhaft unterbrochen ward und auf welche
irgend eine wesentliche Veränderung in'einem Theiie des grofsen Ganzen erfolgt
«. Diese Veränderung deutet sich durch Zerstörung und Umbildung an.
W a s s e r , L u f t , F e u e r und S c h w e r e sind die
wichtigsten Agentien der, mechanisch oder chemisch, durch Zerstörung,
Bildung und Umformung auf die Erdrinde wirkenden Ursachen.
1. Wi r k u n g e n des Wasse r s .
Von dom Momente an , wo bei der Bildung unserer Erdkugel die Atmosphäre
sich absonderte, begannen auch sofort die in ldzteier enthaltenen
Flüssigkeiten auf die Oberfläche des Planeten zu wirken und diese Wirkun-
,g«n haben bis jezt eine nicht unterbrochene Dauer gehabt
'Unverkennbar ist die chemische Aifiuit'.lt, welche manche Substanzen
des Erdballs gegen gewisse Bestandtheile der Atmosphäre
äufseru.
Das W a s s e r . findet sich unter gedoppelter: Gestalt.
t r o p f b a r - fl ü s s i g, in den Meeren, Strömen,, Bächen u. s. w. Mit
Wärmestoff verbunden erhebt es sich aus diesen Behältern in die
höheren Regionen des Luftkreises.-and erscheint, sodann hier, durch :
die elektrische Einwirkung der Atmosphärilien,
g a s f ö r m i g , als expähsibles -Fluidum, das, nach einer kürzeren -
oder längeren Zeit, dnr^ch besondere Veranlassungen von den Gebir-.
gen angezogen und seiner elektrischen Spannung, sowie seines Wärmestoffes
beraubt, in tropf bar - flüssigem Zustande auf die'Erde zurückfällt,
theils unmittelbar in die Meere, Ströme u. s. w ., theils
auf das feste Land,- wo e s, durch,die obern Schichten; des Erdkörpers
eingesogen, als Quelle von Bächen und Flüssen zu Ta<*e
kommt uud so d«!n gröfsern-Wasser-Behältern zugefülnt wird.
Diesen steten Kreislauf unterhält der Wechsel der Affinitäten des<-Wär-
mestoffes und des elektrischen Flüssigen und beide müssen als Ursachen der
verschiedenen Veränderungen in der Atmosphäre gelten, sowie deiv’damit
verbundenen. Modifikationen der Temperatur.
Man untersdicidet die Wirkungen ¿oj Wasser, auf di. Plan.t.mind.
naoU dem . . . l i a l ' .u d en oder b i 1 d i » d . „ E inJ»... , welchen , i . b, .
liaupten,
A . Z e r s t ö r e n d e . W i ; r k u n g e n.'
a. A u f m e c h a n j s ¿ h e m W e g e .
Sie finden statt;
1) An und für eicb, oder e » m i t t . i tjV ,' dbreji S to li, und Fort-
eebwemmung. Der Einflufs des Stoiees il, „mleo -gewaltiger, jd grätsel bei
einer F lu * d i. fomtrömeude W.s.erm.sje i . t , Jb mehr Tiefe fl* Fell bet.
Hierher gehören:
R e g e n F in th e n ; anhaltende Regengüsse erweichen Felsenwände
und schroffe Gebirge Stärkere .Fluthen — G e w i t t e r r e ite n
W o l t . „ b e u c h e — entbl3f.cn g.nae, Gegenden bi. auf d a .'f .,,!
Gestein Ton ihrer Dan,meide und rühren die., mit lieb fort. Sie
reis set i mächtige Felsen - Parthieen los v bilden Schluchten, Wasserrisse
U. S. w.
“in Gebirgs- Gegenden , wö .‘die,. Wassermenge mehr.-zusanunen«-
arüngt ist und einen stärkeren Fall hat, sind jene Wirkungen heftiger
, zumal wenn durcli verwitterte und lockere Gesteine das Eindringen
der Fiüthen begünstigt wird. '
Die ' Wasser Schwemmen die losgerissenen Massen mit sicli hinweg
und legen sie , den Gesezzen der Schwere gemäG, alimählig
wieder nieder, c
Geschiebe, Kiesel, Grufti,. .Sand,,„Sfhiamm.
Nehmen, Flusse, besonders reissende, solche Fluthen oftmals
auf, so entstehen immer neue Einschnitte und nach und nach erfo
lg t, durch die stets gröfscr werdenden Auswaschungen, eine
vollkommene ^eräuilerung des Fhifsheltes.
, . in -h?jien prolligen Gebirgen sieht man nicht selten ganze Stücke
Gebirge sich Iostrenhen und einstürzen.