
Di« Stockwerke scheinen so entstanden zu -seyh,r daß die ganze Gebirgs- ,
masse zertrümmert lind zerklüftet wurde und in diese Klüfte und Trümmer
später die Erzmasse hinein drang.
Man findet auf manchen Stockwerken auch eigentliche Gänge,
welche dieselben deutlich durchsetzen und daher als jüngerer Entstehung
zu betrachten sind, -ferner gehen auch die Stockwerke in.
Gänge über.
In ihrem Formations-Alter grenzen die Stockwerke an das der Gebirge,
in welchen sie sich finden.
Hierher die zinnfiilirenden Stockwerke z u Ä l t e n b e r g und
G e i e r im Erz - Gebirge Sachsens. ,
C. S t e h e n d e S t o c 1c e.
Kegel - oder keilförmige Massen-, welche fast senkrecht im Gebirge mV
dergehen und die Schichten des Gesteines durclischneideh. Sie sind aus Sand,
Sandstein und Wacke zusammengesezt und enthalten deutliche Überreste aus
der Vegetation; es liegen Zweige von Bäumen nnd ganze Stämme darin.
Ihre' Schichtung ist sehr unregelmäßig.
• Die Entstellung der stehenden Stocke fällt in einen späteren Zeitraum
, als die der Gebirge.
jpie P u z z e n w a c k e n z u J o a c h i m s t l i a 1 gehören hierher,
desgleichen die trichterförmig gestalteten, mit Bohnerz auSgefiillten,
Oeffnungen mancher Gebirge.
D . P U TL '7, e H. l
Räume oder Höhlungen, welche nach allen-Dimensionen ziemlich gleich-
förmig ausgedehnt sind und die im zerklüfteten und zerrissenen Gebirge hin
und wieder zerstreut und ohne bestimmte Regeln verbreitet Vorkommen.
Theilweise sind sie mit E rz- und Steinmassen angefüllt, indessen findet man
sie auch leer. Häufig Stehen sie miteinander'in Verbindung, auch enthalten sie
mitunter Wasser.
Der Ib e rg am H a x z e ist aus einem Kalksteine zusammengesezt, dessen
Höhlungen man mit Eisenstein ausgcfiillt findet. In D e r b y flr i-r e
w ird auf solchen P uzzenwerk en Blciglanz gewonnen.
(Taf. IV. Fig. 8. enthält eine bildliche Darstellung der beschriebenen
besonderen Lagerstätten.)
XXIII. Die Vulkane.
W o fafs’ ich d ich , unendliche Natur ?
v . G o e t h e .
Die allgemeinen Begriffe von V u l k ä n e n findet man bereits
in dem Vorhergehenden gegeben. Es sind B e r g e , a n w e l c h e n w i r
e i n e E r n p t i o n s -E t s ch e i n un g w a h r n eli m e n. E in e E r u p t i o n
a b e r i s t d e r u n g e w ö h n l i c h e p e r i o d i s c h e Z u s t a n d d e r V u l k
a n e , w ä h r e n d d e s s e n D a u e r L a v e n a u s d em b e r e i t s g e b
a h n t e n F e u e r s c h l u n d e , o d e r a u s n e u e r g e w a l t s a m e r Ö f f n
u n g d e s G i p f e l s o d e r d e s . A b h a n .g e s h e r v o r b r e c h e n , u n d
ma n n i c h f a l t i g e S t - o f f e , m i t g r o f s e r G e w a l t a u s d em I n n e r n
g e w o r f e n , s i c h ü b e r d i e G eg e"n d vje r b r e i te n.
Wir finden Fe u er berge, deren Thätigkeits - Periode in längst verflossene
Jahrtausende fällt, andere haben erst im Mittelalter angefangen zu brennen,
und noch andere gehören der neuesten Zeit-an.
Au f manche w ich tig e Verhältnisse der/Vulkane sind w ir bemühet
gewesen schon im Vorhergehenden aufmerksam zu machen. Wiij
haben ihnen, nach dem R elativen der Altersfolge und nach der "Verbreitu
n g , eine -Stelle unter den allgemeinen Lagerstätten angewiesen,(Seite
1 6 1 ); w ir fixirten ihren physiognomischen Charakter, desgleichen
■ihren Unterschied v o n den Erdbränden und würdigten ihren zerstörenden
-und bildenden "Eiiiiluß aiff die Planetenrinde (Seite 1 5 1 ) , 1
endlich wurden ih r e , den Vertiefungen der Gebirge zugehörigen,
Feuerschttind.e beschrieben (S. 146).
Vulkane und Erdbeben stehen in naher gegenseitiger Beziehung.
■ -Die. Ursache der "Erdbeben und anderer Erd-Erschütterungen, dürfte
gar häufig in der Thätigkeit der Feaerberge begründet seyn , dehn
die Erfahrung lehrt, daß die in der Nähe der Vulkane und heifsen
Quellen unfern vom Meere gelegenen Gegenden durch jene verwüstenden
Natur - Erscheinungen' am meisten gelitten haben. Ebenso
scheint das Wiederaufleben von Vulkanen-, die während einer
kürzeren oder.längeren Frist nicht ausgebrochen waren, durch die,
in den duneren Tiefen unseres Planeten verborgenen, Ursachen >der
Erdbeben bedingt zur werden.
Die Feuerberge -in A m e r i k a und I t a l i e n haben vielfältige
Beobachtungen über das Zusammentreffen v on vulkanischen Ausbrüchen
und Erdbeben dargeboten. In S i z i l i e n wurden seit 1169 mit
allen Eruptionen des A e t n a zugleich Erdbeben verspürt. Heftige
Erschütterungen, begleitet v on Sturmwinden und häufigen B lizz en,
.gingen zumal der Explosion v on 1 6 69-voran. Alle diese Erscheinungen
.nahmen z u , je näher der Augenblick des Ausbruche* heranrückte.
. -Nirgends hat man häufigere Erdbeben gehabt als in S ß d - I s l a n 4,
w e il in jener Gegend das 'unterirdische Feuer mit einem gewaltig,
‘Ungestümrae loderto. ¿Merkwürdig ist dabei der Umstand, daß nu,
'die Erschütterungen, nicht so sehr in "dfer 'N ähe des H e k l a , als i„
, einiger Entfernung, zumal in G r>i m n ’ä s und der Gegend verspürte.
I n d e s s e n k e n n t m an au ch E r d '-E r sch ü tte r u n g en ., v o n denen es
s e h r w a h r s c h e in lic h i s t , d a ß s ie n ich t; v o n v u lk a n is c h e n ^Äusbrü.
e b e n h e r ru h r en .
'' Die vulkanischen Erdbeben haben in der Regel unmittelbar vot
d e r ’Eruption statt und hören nach dem Ausströmen der Lava auf.
Was die ä V f « • ’ r e^ t r u k t u r d e r V u 1 k a h e
betrifft, so ist diese so verschieden, als die. Erscheinungen selbst es sind,
welche die Feuerberge darbieten, und um sich eine genaue Idee von der.
selben zu machen-,. ist ■ es wichtig, ihre perpendikuläre Höhe mit ihren
Umfange, zu'vergleichen. -
Diese Schäzzung ist indessen nur plsdaun einiger Genauigkeit
fähig, wenn die Berge isolirt und in einer Ebene gelegen sind,
welche sieh ungefähr mit dom Meere im Niveau befindet.
Wenn man z. B . nach Humboldt den Umfang 'des P i k s v 0,
T e n e r i f f a nach-einer Kurve berechnet, w elch e durch den Have,
v on O r i t t v a , durcli G a r a c h i t c o , A d e x e -und G u in u ,
g e h t , un d wen h man die Verlängerungen dieser Grundfläche geg.,
den Waid v o n 'L a g u n a und das Kap N o r d - E s t der Insel &
‘r e c h n e t,' so findet sich dafs diese Ausdehnung 54,000 Toisen beträgt,
"die Höhe des P i k s ist" Folglich g" v on dem'Umfange seiner Gnuii
-fläche. Buch hat dieses Verhältnifs zu fü r den V e s u v und
fü r .den A e t n a gefunden. Wäre nun der Abhang jener drei Vjjj
"kane v on dem Giptel ’bis zur Grundlinie-gleichförmig, so würdej
a u f dem F ik v on T e y d e 14 2 ° 29' geneigt seyn , auf dem V.es«,
1 2 ° 41' ui.d auf dem A e t n a 1 0 ° 13<; ein Resultat, welches tt
'fremden w ü r d e , wenn man nicht dasjenige in Ueberlegung zögt
•was einen mittleren Abhang ausmacht.
Die isolirten Vulkane bieten, selbst in den entferntesten Gegenden, vitj
Ähnlichkeiten in ihrem Baue dar. Alk haben auf großen Höhen bedeuten!
Ebenen, in deren Mitte sich ein vollkommen zugerundeter Kegel erhebt.
So erstrecken sich auf d e m K o t o p a x i die Ebenen voniiSus]
g u a i k a bis über die Meierei von P a n s a n c h e . A u f dem V e s u
trennt sich in einer Höhe v on 370 Toisen der Kegel v on der Ebei
des A t r i o de;i,,Ga,v a l l i . D er P i k -v o n T e n e r i f f a zeigt zw
grofse Platten. D e r steinige Gipfel des A n t i s a n a bildet eine Insel i
der Mitte -einer ungeheuren Platte , deren 'Oberfläche 42 Quadrate
len beträgt und deren Höhe um 200 Toisen die des Gipfels vom Pii
v o n T e n e r i f f a übertrifft.
An der gegenseitigen Verbindung,, in welcheifydie Vulkane zu einandt
stellen, ist nicht wohl zu .zweifeln. Die Geschichte der wichtigsten Aus
briiehe bewahrt die unwidersprecliHchsten', Beweise für jene merkwürdig
Tharsache. Nicht allein die einander «alle gelegenen Feuerberge, auch diej
nigeii, welche weite Entfernungen trennen, zeugen von den auffallendst!
Wechselwirkungen.
Ungefähr zw e i Monate vo r der großen . Eruption des A.e t m
4.1. März 1 6 6 9 ,.lie ß e n der V e s u v und andere Vulkane der Uraj
g e n d , eine mehr als gewöhnliche. Thätigkeit bemerken. ■ Mit ei»
seltenen Heftigkeit wurden Rauchsäulen und Feuerstrahlen aus?
1 -stoßen.
A u f ähnliche Erscheinungen ü e i dem Erdbeben von L i s s ab o
w ird im Verfolge hingedeutet werden. Die Erschütterungen, wcld
den oben erwähnten Ausbruch des A e t n a begleiteten, wurden«
der Küste von A f r i k a verspürt. M a n .w e iß daß im Winter 18
■ a u f I s l a n d und S i z i l i e n z u gleicher Zeit Erdbeben statt hatte
• Sollte man sonach auf ein wirksames Rand zwischen „dem Hell
| un d dem A e t n a ZU schließen sich -berechtigt glauben ?
Die klimatischen Verhältnisse scheinen dicht ohne Einfluß auf, die ki
briiehe der Feuerberge zu seyn-; als durchaus abhängig von den meteorisch!
Phänomenen dürfen wir uns aber jene Erscheinungen nicht denken.
D e r V e s u v u. a. "Vulkane wurden meist bei nasser Witter«
"thätig, die Vulkane I s 1 a n d sr hingegen in der heifsen J,ihrem*
wen n der Schnee geschmolzen w a r. .
Allein wer vermag den Beweis zu führen , in welchem Verhüt
nisse die Kraft- Aeüßerttngen der Vulkane zu den auf der Oberd»
che wirksamen stehen.? Wer kann bis jezt evident dartl»11
inwiefern jene unserer physischen Welt an gehören ? Denn bei ä«
vielen Eruptionen scheinen Jahreszeit und Monate, Winter oil«1
Sommer, nasse oder feuchte Witterung auch ohne den entferntes1*
Einfluß auf ihr Erscheinen und auf ihre Dauer geblieben zu sey»
Wie lassen sich diq Modifikationen im Drucke der Luft, in ijj
Temperatur, in der Mischung der Atmosphäre, mit dev Gewalt u.
dem Hizzcgrade der Dämpfe im Innern der Feuerbergo in Vergib
-cliung bringen ?
Der irrige Glaube, daß Viele Basalt- und Flöztrapp - Gebüg
als Erzeugnisse des Feuers zu betrachten seien, muß - ein gcrccm'
■Mißtrauen gegen die größere Hälfte der an , (sogenannten) ausp
brannten und eingestürzten Vulkanen in früheren Zeiten angcstel‘|f
Beobachtungen erwecken.
1. N o t h w e n d i g e B e d i n g n i s s e z um Daseyi
d e r Vu lk a n e .
A. Di e e nt z fin d u n j j f ä h i g e n S t o f f e-
' S t e i n - oder B r .t n n'k ö b l e n -L a g e r u. s. w ., welche vort dem E(
Lörper in seinem Schooßey und in größerer -oder .geringerer Tiefe unter 11
■äußeren Oberfläche beherbergt werden.
, , ß r dev konische-Berg eines Vulkans ganz von Materien gebildet
, welche durch, .wiederholte Ausbrüche geschmolzen und aufge-
liäuft wurden, oder enthält er in seinem Mittelpunkte einen Kern
von Urfelsfin, welche mit Lava bedeckt sind, die selbst wieder das
nämliche, durch Feuer veränderte, Urgebirge sind?-Welche Bande
knüpfen die Produkte der neuen Vulkane an die Basalte, an die
Phonölithe und an jene Porphyre mit einer Grundlage von Feldspath
ohne Quarz, von denen die Kordilleren Perus und Mexiko's , 1 so
wie die kleinen Gruppen des’ Mont d’or, des Kantais und des Meie
n in Frankreich bedeckt erscheinen ? Wurde der Zentralkern der
'Vulkane an seiner Stelle erhizt, lind während eines Zustandes von
Erweichung durch die elastischen Dünste erhoben, ehe diese Flüssigkeiten
durch einen Krater mit der äußern Luft in Verbindung
standen ? Welches, ist die - Substanz, die seit Tausenden yon Jahren
diesen, bald so‘ langsamen, bald sp thätigen .Brand unterhielt?
Wirkt jene unbekannte Ursache in einer unermeßlichen Tiefe, oder
findet der chemische Prozeß in den sekundären, dem Granite aufgelagerten,
Felsen statt?“ ( H u m b o l d t . )
; B. D i e B e d i n g u n g d e r E n t z ü n d
u n g .
i Als äußere Ursache ein B 1 i z s t r a h 1, als innere die, S e 1 b s t - E n t z U n-
Lnw kies-, oder alaunhaltiger Braunkohlen, durch das Hinzudringen des
'assers begünstigt.
C. D i e S c h m e l z u n g d e r F o s s i -
I i e n , mv e 1 c h e d e n e n t z ü n d u n, g s-
F ä h i g e n S u b s t a n z e n a l s D e c k e
d i e n e n .
Hierbei* zumal die, den Stein- und Braunkohlen so häufig übergelagcr-
L, B a s a l t e und W a c k e n , bei welchen eine eigene.Leichtflüssigkeit zu
Uten kommt. „
I. D e r Z u t r i t t d e s W a s s e r s ' k ü m
v u 1 k a n i s c h e n , H. e e r. d Q.
Z u t r i t t d e r G ew ä s s e jr a u s d em M e e r e , — (es ist Charakter
eler Feuerberge, und ^sonders der der'alten Welt, dafs sie isolirt an den
ästen' und auf Inseln sich.finden,) — v o n a u f g e t h a u t e m S c h n e e
iid E i s e , — '(w ir wissen, daß die Thätigkeits-Periode der Vulkane I s -
nds meist in der heißen Jahreszeit e i n t r i t t , ) v o n F lü s s e n und S e e n ,
urcli A n s a m m lu n g v o n W a s s e r in d en H ö h l u n g e n d e s V u l -
Lus, —- (d en Ausbrüchen der Italienischen Feuerberge geht sehr oft nasse
ifitterung voraus, ) — u. s. w.
Man hat zwar in neuerer Zeit angefangen sehr gegründete Zweifel
über die .d ir e k t e u n d k o n s t a n t e V e r b in d u n g z w i s
c h e n d em M e e r e s w a ss er u n d d en H e e r d c n d e s v u l k
a n i s c h e n F e u e r s zu erheben, allein die Thatsache darf doch
nicht a)s bloß zufällig angesehen werden, daß man bis jezt in
der alten Welt keinen einzigen wirksamen Feuerberg aufzuweisen vermag
, der’ mehr als 10 Meilen _. von deii Küsten ■ entfernt gc-wesen
wäre. Anders verhält es sich mit clen Vulkanen der neuen Welt.
Hier findon sich die Feuerberge meist in beträchtlicher Entfernung
vom Meere.
Der J o r u l 1 o liegt 16 Meilen von den Küsten ab und mehr als 42
-von irgend einem noch thätigen- Vulkane.
Nicht in diesem.Umstande allein, sondern in dem Allgemeinen
f ihrer Phänomene, Wirkungen und Erzeugnisse sind" die Vulkane
der neuen Welt, von denen unterschieden, die wir in Europa kennen.
Auf Manches ist bereits, im Vorhergehenden hin gedeutet worden
und Vieles wird im Verfolge noch) entwickelt, werden.
Was d ie 'L a g e d e r F e t i-e r b e r g e betrifft •— i s o l i r t , o d e r
a u f I n s e l n v o n k l e in e m (Jm 'fsiig e — so sieht man allerdings
in Europa und’ in Asien', soweit man das Inner« dieses lezteir
Kontinents kennen gelernt hat, keinen brennenden Vulkan in einer
Kette von Bergen. Alle sind mehr oder weniger davon entfernt.
Der A e t n a , der f i k der A z o r e n , die drei S a l a z c s der
Insel B o u r b o n und der ganze Archipel v on Vulk anen, w e lch e das
I n d i s c h e Meer und ^er große Ozean einschließen.
In der neuen Welt aber machen die, - durch ihre Masse so impo-
nirenden, l euerberge einen Theil der Kordilleren selbst aus. Auf
diese große Höhe der Lage, und auf die mächtige Schneedecke
ist hauptsächlich die Verschiedenheit der Amerikanischen und der
Europäischen Vulkane begründet.
Der gebirgige Theil des Königreichs Q n i t o > ein Plateau v on
sehr beträchtlicher Ausdehnung und einer Höhe von 8 — .9000 Fuß ,
1 läßt sich als ein einziger Feuerberg , mischen, dessen einzelne freie Spiz-
zen man durch besondere Namen kenntlich gemacht liat- W as man
mit dem Ausdrucke der Vulkane von T u n g u r a h u n , von K o t o -
p a x i , von P i c h i n c h a bezeichnet, find sehr wahrscheinlich nur
die Spizzen des hämllchen Feuirsclilühdes'. Daher die "Erschütterungen,
• mit einem gräßlichen unterirdischen Donner begleitet . welch e man an
alten Punkten wghrnimrot; daher die, Erdspalten , welche sich, fern
v on den einzelnen Kegeibergen ö ffn en , und dieselben Erzeugnisse auswerfen
‘ die a\\s ihren Vulkanen selbst her verbrechen.
Die Glimmerschiefer - und Gneißberge von P r u und v on H e u -
G r a n a d a berühren unmittelbar die vttlk anische n Porphyre der ProVinnen
Q u i t o und P a s t o . Siidiich und nördl ch von thesen. Gcgend
e n , i
B
?
©
t im a la , si d die thätigen
Vulkan reihenweise" gestellt. Sie sezzen gleicht m die Kette der Urgebirge
fo r t, und wen n das vulkanische F euer in einer von den Kordiilerci
entfernten Ebene durchgebrochen h a t . w ie be zw e i Feuerbergen
der Provinzen Q u i x o s und M c h o-a k a n , dom S a n g a y
und dem J o r u U o , so muß diese Erschoinun .als ine Ausnahme
von dem Gesetze betrachtet w e r d e n , wc lclies ich die Natur in diesen
Gegenden aufgelegt zu haben scheint'. (H umBOLDT.
Eben so merkwürdig ist es, dafs man verlöschte Feuerberge
findet, die vom Meere umringt liegen.
Die Inseln I sch in, P r o z id a und Ponza.
Manche Vulkane haben in ihrem Innern große Höhlungen
welche mit atmosphärischem, von bloßer Infiltration , lieriährendem
, Wasser angefülft sind.,
■Die Feuerberge der A n den, des Eilandes L u z on und wahrscheinlich
auch der Pile auf T e n e r i f f a gehören hierher.
E. V e r a n l a s s u n g ' d e s A u f s t e i -
■ g e n s u n d A u s s t r ö m e n s d e r g e s
c h m o l z e n e n S t o ' f f e . a u s d e r
M ü n d u n g d.e s K r ä t e r s .
V e r w a n d lu n g d e s W a s s e r s in D äm p f e ; M e n g e d e r e x -
p a n d i r t e n g a s f ö r m i g e n M a s s e n , welche die Laven von sich weg-
stoßen, sie’ bis zum offenen Schlunde erheben und über den Rand des Kraters
hinunter treiben.
. Ohne erhobene Lava ist keine Eruption in ihrer Vollständigkeit
möglich. Die Dämpfe gehen, wenn sie fehlt, frei zum großen
Krater hinaus. Es findet keine Verdichtung, k.eine Versammlung
derselben statt, daher keine Ursache zu Explosionen. Das Hydrogen
steigt vielleicht in kurzer Zeit nach seiner Erzeugung als
leuchtende Feuersäule aufwärts.
Aus diesem Grunde kann die Intensität des vulkanischen Feuers
nicht immer gleich groß seyn, und Feuerberge, deren Wirkung nie
bedeutend war, können in ihrem Innern einen ungeheueren Zer-
storungsstolf verbergen.
' 2, Siz des. vu lk a n i s c h en Heerdes .
Was den Vulkan unterhält, ist nicht immer zugleich die Ursache der
Ausbrüche. Der Siz seines Heerdes kann wohl schwerlich im Feuerberge
seyn. Im Kegel nicht, weil mau bei manchen Vulkanen schon .die ganze
innere Höhlung desselben . gesehen hat, und ebenso' wenig in der unteren
Hälfte des Berges, weil dann eine Verbindung der nahen Gewässer mit dem
Fenerheerde des Vulkans nicht denkbar wäre. Auch ist der ganze Konus
selbst nur aus dem Innern ausgeworfen, daher mufs das vulkanische Feuer,
die Hebungsursache, noch ungleich tiefer liegen, wahrscheinlich in weiter
Tiefe unter dem Fuße des Berges, und was im Heerde vorgeht, ist vielleicht
sehr verschieden von dem, was unter dem Boden des Kraters wirkt.
Je tiefer indessen der Feuerheerd des Vulkans in der Erde lieg t, um so
lebhafter muß der Windofen vermöge des Luftzugs wirken.
Die Ausbruche sind Folgen einiger neuen, zu den Wirkungen des
Feuerquells tretenden Bedingungen. Vielleicht findet bei diesen Wirkungen,
selbst bei den heftigsten Ausbrücheny durchaus keine Veränderung statt und
darum ist die Eruption von der unmittelbaren Wirkung dor vulkanischen
Ursache wohl zu unterscüeideh.
Jene , welche die Berge' erhebt und sich als Lava oder Asche
- über aie «Jmgege.nl v.lbr .itet, kannte man den änlsem, d ie « ,
welche in der Tiefe verborgen lieg t, den innereu Vulkan nennen.
3. Z e i t r ä um e der E r u p t i o n s - P h ä n om e n e .
Alle vulkanischer! Wirkungon theilen sich in Explosionen des einzeln
. Geschmolzenen und in zusamriienl.ängenden Erguß des in großer Menge
flüssig Gewordenen, Dieses sind die Hauptmomente. Jeder Ausbruch ist
von Erscheinungen begleitet, welche ihm ausschließlich eigen und oft den
schon vorher beobachteten ganz unähnlich sind. Allein die Gesammiheit
jener Phänomene — welche, wie uns die noch gegenwärtig thätigen Feuerberge
belehren, gleichzeitig eintrcteii, auf einander folgen, mit einander abwechsel
n , einander gegenseitig aufheben und zei stören, sonach ein Entstehen und
•Verschwinden der verwickehesten Resultat herbetzuführen geeignet sind —
gestattet dem ui geachtet, ein Ordnen in gewi se Zeiträume, die mau,_in jedem
Ausbruche wi eders erkennt, von denen s ets die eine als nothwendig bedin
»te Folge der anderen erscheint und die mithin gleichsam den Charakter
von Eruptio/is - Gesezzeu gewinnen.