
Es mag zweifelhaft erscheinen, ob man eine solche inkrustierende Form zur Gattung Axinella
stellen soll, solange man noch die äussere Form zur Kennzeichnung einer Gattung verwendet, wie
es hauptsächlich bei Phacellia der Fall ist. Mir scheint indessen vorläufig noch kein genügender
Grund vorzuliegen, eine besondere Gattung für krustenbildende Axinelliden zu schaffen, und ich stelle
diese und die folgende Art, die sich ähnlich verhält, zu Axinella. Carters Axinella virgultosa (Journ.
Linn. Soc. London, v. 21, p. 68, t. 5, Fig. 11), die aber nur Style enthält, besteht auch aus einer
Basalplatte mit zahlreichen Fortsätzen von ähnlicher Beschaffenheit, wie bei diesen japanischen Arten
(vgl. das p. 37 Anm. über Vosmaeria gesagte!).
Das Skelett besteht aus kürzeren, dünneren Strongylen und stärkeren, längeren Stylen, welche
über die Oberfläche hinausragen und derselben ihr stachliges Aussehn verleihen.
Die S tr o n g y le (Fig. 27a) sind 0,2—:0,3 mm lang und etwa 10 p stark, in der Regel in
verschiedenem Maasse gebogen; selten finde ich an einem Ende zugespitzte und dadurch ein wenig
verlängerte Spicula (Fig. 27 b), die im übrigen sich ganz wie die Strongyle verhalten, denen sie gleichwertig
sein dürften.
Die S t y le (Fig. 27 c) sind dadurch ausgezeichnet, dass sie in der Nähe des runden Endes
am stärksten sind, ihre Grösse schwankt bedeutend, indem die grösseren 1,20—1,25 mm lang und
30 p stark, die kleineren 0,3 mm lang und 13 p stark sind; natürlich giebt es auch Zwischenformen
zwischen diesen Extremen. Selten ist das spitze Ende eines Styles abgestutzt und abgerundet.
Fundort: Sagamibai.
A xinella tenuis n. sp.
(Taf. 8, Fig. 28 a, b.)
Von einer anderen krustenbildenden Axinellide liegt ein Stück vor, das nach den Skelettteilen
mit der vorigen Art verwandt ist; es besteht aus einer Kruste auf einem Steine in der Ausdehnung
von 2—3 cm, von der sich zwei aufrechte Fortsätze von 1 cm Länge erheben, die deutlich
zusammengedrückt und etwas über 2 mm breit sind. Die Färbung in Alkohol ist hellbräunlich.
Das Skelett besteht aus Ampbioxen in der zentralen Axe und Stylen von verschiedener Länge.
Die Am p h io x e (Taf. 8, Fig. 28b) sind etwa 0,35 mm lang und 12 p stark, in der Mitte
gewöhnlich geknickt.
Die S ty le (Fig. 28a) sind in der Regel zwischen 0,4 und 0,7 mm lang und etwa 20 p
stark, häufig am stumpfen Ende geknickt, doch giebt es auch eine längere Form, die über 2 mm
lang wird.
Das Exemplar ist von D ö d e r le in bei Enoshima aus einer Tiefe von 100 Faden erbeutet
worden.
Axinella sp.
In der Sammlung H ilg e n d o r f s ist noch ein kleines Bruchstück einer Axinella vorhanden,
dessen Oberfläche mit kleinen Papillen bedeckt ist; die Färbung des konservierten Exemplars ist
bräunlich.
Über die Form kann ich nichts angeben.
Das Skelett besteht aus stärkeren und schwächeren Nadelzügen und aus der Oberfläche
etwas vorragenden Stylen. Die Hauptzüge werden von unregelmässig gekrümmten Strongylen und
Tornoten gebildet, die ziemlich verschiedene Länge, etwa 0,4—0,85 mm haben. Längere Style
bilden hauptsächlich kleine zur Oberfläche gerichtete Züge; sie sind ungefähr 0,7 mm lang, während
an der Oberfläche kurze Style (0,18 mm lang) zu finden sind.
Fundort: Hakodate, durch Hilgendorf erbeutet.
Gattung P h a c e l l i a (Bowerbank).
Yon blatt- oder plattenförmigen Axinelliden, für welche die Gattung Phacellia geschaffen
worden ist, liegen aus der Döderleinschen Sammlung mehrere trockene Exemplare vor, für welche
ich eine Anzahl neuer Arten aufstellen musste, die durch Form, Farbe und Beschaffenheit der Skelettteile
gut charakterisiert sind. Von einer Beantwortung der Frage, ob diese Gattung nicht besser
einzuziehn wäre, sehe ich vorläufig ab.
Ph acellia fu sca n. sp.
(Taf. 4, Fig. 4 und Taf. 8, Fig. 29.)
Drei Exemplare zähle ich hieher, welche durch ihre in trockenem Zustande rotbraune Farbe
auffallen, während ihre Form etwas differiert: das eine von 8 cm Höhe ist unten schmal, nach oben
blattförmig verbreitert, eins von 10 cm Höhe ein etwas unregelmässig geformtes Blatt (Taf. 4, Fig. 4
rechts) und das grösste 13 cm hoch und mehr unregelmässig geformt, mit stärkeren Einschnitten,
Verlängerungen und Falten (Fig. 4 links). Die Oberfläche erscheint grob netzförmig; die Stärke der
Platte beträgt etwa 5—6 mm, stellenweise finden sich grössere oder kleinere Durchbrechungen, die
jedenfalls vom Weichkörper überzogen waren.
Das Skelett besteht aus einer dichten axialen Nadelmasse, von der andere Spicula zur Oberfläche
hin gerichtet sind.
Es ist nur eine Nadelform vorhanden: S ty le von ziemlich langer und dünner Form, die
meistens mehr oder weniger stark gekrümmt sind (Taf. 8, Fig. 29), ihre Länge beträgt etwa 0,9 bis
1,4 mm bei einer Stärke von 15—25 p.
Die Exemplare sind aus der Sagamibai.
Phacellia elegans n. sp.
(Taf. 4, Fig. 3 und Taf. 8, Fig. 30 a, b.)
Wenngleich die beiden Exemplare, die ich in diese Art stelle, von etwas verschiedener Form
sind, so stimmen sie doch durch ihre hellgelbbraune Färbung, den Besitz ähnlicher Skelettteile und
auch darin überein, dass sie aus einem rundlichen Styl und einer blattförmigen Verbreiterung bestehen.
Bei dem grösseren Exemplar von 13 cm Höhe ist der Styl 12 mm breit und 6 mm dick,
der blattförmige Teil 9 cm breit, oben mit mehreren Lappen versehen, die Oberfläche ziemlich unregelmässig
gefurcht, während der Styl des anderen Exemplars bedeutend kürzer, das Blatt 4,5 cm breit
und mit deutlichen sternförmigen Furchensystemen, namentlich an einer Seite versehen ist; dieses
Exemplar ist 10,5 cm hoch. Der Styl trägt bei beiden eine basale Ausbreitung (Taf. 4, Fig. 3).
Das Skelett besteht aus einer festen inneren Nadelmasse und nach der Oberfläche gewendeten
Nadelbündeln. Es sind 2 Formen von Spicula vorhanden: