
Das Skelett bestellt aus einem unregelmässigen Netzwerk von Tylostylen, deren Grösse innerhalb
weiter Grenzen schwankt; die grösseren sind sehr auffallend dadurch charakterisiert, dass sie
gegen das zugespitzte Ende bin, von diesem etwa um ein Drittel der Länge, entfernt, sich stark
keulenförmig verdicken (Taf. 7, Fig. 23a), die grössten sind 1,6 mm lang und an der dicksten Stelle
50 ft stark, andere von ungefähr der halben Grösse; die kleinsten Nadeln haben 0,3—0,35 mm Länge
und etwa 10 ft im Durchmesser, zeigen demnach die Verdickung weniger stark (Fig. 23 b). Die
Köpfchen sind in der Regel rundlich, nur ausnahmsweise mit einer kleinen Kappe versehen. Micro-
sclere fehlen.
Das beschriebene Exemplar der Döderl ein sehen Sammlung dürfte aus der Gegend von
Enoshima stammen. In einem kleinen Bruchstück liegt mir ein zweites Exemplar vor, das zu derselben
Art gehören dürfte.
Leucophloeus incrustans n. sp.
(Taf. 7, Fig. 24.)
Eine Kruste, welche die Schale einer Xenophora in der Ausdehnung von mehreren Quadrat-
centimetem überzieht und ungefähr 5 mm an Dicke erreicht, ist im ganzen ziemlich glatt und zeigt
als auffallendsten Charakter ein paar zottenförmige Erhebungen von etwa 2—3 mm Länge und spitzkonischer,
etwas unregelmässiger Form. Diese Erhebungen sind als Oskularrohre zu bezeichnen,
welche von längsgerichteten Spicula gestützt werden. Unter ihnen finden sich ziemlich grosse, von
dünnen Nadelzügen in wenige Kammern geteilte Hohlräume. Diese Oskularrohre sind sehr dünnwandig
und sie werden nur von längsgerichteten, meistens mit der Spitze nach oben gerichteten
Tylostylen gestützt. Das konservierte Exemplar, das übrigens vom Weichkörper kaum Spuren erkennen
lässt, ist hellgrau von Farbe.
Die Spicula sind stellenweise zu wenig deutlichen Zügen angeordnet. Es sind spindelförmige
Tylostyle (Fig. 24) von 1—1,3 mm Länge und 40 p Dicke; die Verjüngung des köpfchentragenden
Endes ist häufig sehr bedeutend, sodass die Spicula bei schwacher Vergrösserung Amphioxen ähnlich
erscheinen. Die Köpfchen sind deutlich abgesetzt, von rundlicher Form; die Spicula sind häufig gekrümmt,
ihre dickste Stelle befindet sich ungefähr in der Mitte. Eine besondere Form kleiner Tylostyle
dürfte nicht vorhanden sein.
Das beschriebene Exemplar hat Döderlein westlich von Yogashima erbeutet.
Leucophloeus sp.
(Taf. 7 , Fig. 25 a, b.)
Ein 4 : 5 mm grosses, aber jedenfalls unvollständiges Exemplar von blassbräunlicher Färbung
(in konserviertem Zustande), dessen Oberfläche schlecht erhalten ist, scheint eine 2—3 mm dicke
Kruste auf einem Fremdkörper zu sein. Die Art dürfte auch zu Leucophloeus gehören und ist sicher
von den vorher beschriebenen Arten durch die Form der Skelettteile verschieden, ich möchte aber
doch diesem mangelhaften Exemplar keinen Artnamen geben.
Das Skelett wird hauptsächlich von grösseren Stylen (Taf. 7, Fig. 25 a) gebildet, die 0,5 mm
lang und etwa 20 ja dick sind, daneben finden sich kleinere von 0,25—0,30 mm Länge und 6 p Dicke,
die zwar auch im Choanosom liegen, hauptsächlich aber die dünne Rinde stützen, der sie in tangentialer
Richtung eingelagert sind.
Das vorliegende Exemplar ist von D öd e r le in bei Enoshima in einer Tiefe von 100 Faden
erbeutet worden.
Leucophloeus (?) sp.
(Taf. 7, Fig. 26.)
Noch weniger möchte ich eine dünne Kruste auf einem von verschiedenen Spongien überzogenen
pflanzlichen Körper benennen, die mir in trockenem Zustande vorliegt. Selbst die Zugehörigkeit
zur Gattung Leucophloeus erscheint mir durchaus nicht sicher, da die Style von ziemlich
abweichender Form sind. Auch hier ist das Skelett ein unregelmässiges Netzwerk stärkerer und
schwächerer, meist etwas gebogener Style. Die grösseren sind 0,16—0,18 mm lang und 10—12 p
dick, die kleineren etwas kürzer und von verschiedener Stärke, bis zu 2 ja herabgehend. Das stumpfe
Ende ist kaum verdünnt und einfach abgerundet (Taf. 7, Fig. 26).
Dieses Exemplar hat D ö d e r le in bei Amami-Oshima (Liu-kiu-Inseln) gefunden.
Familie Axinellidae.
Axinella copiosa n. sp.
(Taf. 3, Fig. 5 und Taf. 8, Fig. 26a, b.)
In einem Exemplar liegt mir eine AxineTla vor, die eine neue Art sein dürfte. Es ist eine
reich verzweigte strauchartige Masse (Fig. 5. Taf. 3) mit mehr oder weniger stark verbreiterten
Asten, die an den schmalen Seiten zahlreiche Oskula von 2—3 mm Durchmesser erkennen lassen.
Die Höhe beträgt 10 cm, die Breite 15 cm, die Färbung in trockenem Zustande ist hellbraun. Die
Oberfläche ist deutlich netzförmig.
Das Skelett besteht aus einem deutlich entwickelten Horngerüst, das die Spicula verbindet;
von einem axialen Strange ziehen die Fasern schräg nach oben und aussen.
Yon Megascleren sind 2 Nadelformen zu unterscheiden:
1. Am p h io x e und S tron g v le (Fig. 26a), deren Länge zwischen 0,35 und 0,6 mm
schwankt, während die Dicke 10—15 ja beträgt. Sie sind häufig ein wenig gekrümmt oder schwach
geschlängelt.
2. S ty le (Fig. 26b) von 0,2—0,4 mm Länge und 10—15 p Durchmesser; sie sind gerade
oder in der Nähe des stumpfen Endes geknickt.
Das Exemplar der Hilgendorfschen Sammlung ist von Hakodate.
Axinella incrustans n. sp.
(Taf. 8, Fig. 27 a—c.)
Yon einer dünnen Kruste erheben sich zahlreiche, bis 4 mm hohe und unten etwa 1,5 mm
breite, konische Fortsätze, die ebenso wie die basale Platte deutlich hispid sind. Die Ausdehnung
der letzteren ist 23 : 15 mm, die Farbe in trockenem Zustande rotbraun.
Zoologica. Heft 24. 7