
Dendy; wenn dessen Spicula bis auf die von T op sen t als abweichend erwähnten Acanthostyle
ebenso sind wie in der Form von Amboina, dann ist die von Celebes sicher verschieden. Wohin nun
auch die Amboina-Art gehören mag, sicherlich ist die hier vorliegende, die ich topsenti nenne, von
Rhaphidophlus filifer verschieden.
Rhaphidophlus seriatus n. sp.
(Taf. 1, Fig. 6 und Taf. 5, Fig. 7.)
Diese sehr auffällige Form liegt in zwei einander sehr ähnlichen Exemplaren vor, von denen
das eine in Fig. 6 der Taf. 1 dargestellt ist. Wie diese Abbildung zeigt, besteht die Spongie aus
einer grossen Anzahl fingerförmiger Teile von 7—8 cm Länge, welche neben einander liegen, meistens
in einer einfachen Reihe, und zum Teil seitlich mit einander verwachsen sind, bald fast in ganzer
Länge, bald nur im untersten Teile, zum Teil auch durch Hautbrücken. ohne Skelet verbunden. Am
Ende erheben sich meistens diese Teile zu grösserer Höhe. Ob das ganze Gebilde auf irgend eine
Weise fixiert gewesen ist oder nur im Sande gesteckt hat, ist mir nicht klar geworden. Die Farbe
ist in konserviertem Zustande rotbraun, in trockenem etwas dunkler braun als bei den anderen Arten,
aber von der Färbung des konservierten Stuckes bedeutend verschieden. Die Oberfläche ist sehr uneben,
mit vielen grösseren und kleineren Papillen dicht und unregelmässig besetzt, häufig bildet sich
durch Verschmelzung der Papillen ein netzartiges Relief mit Grübchen darin. An den längeren, frei
hervorragenden Teilen ist der Rand unregelmässig zackig.
Die Maasse der Skeletteile sind die folgenden:
I. M eg a sc le re .
1. Die dicken S t y le in den Hornfasern sind 185—230 p lang und 11—13 p dick, die
Spitze ziemlich kurz (Taf. 5, Fig. 7 a);
2. A c a n th o s ty le in ganzer Länge mit Dörnchen besetzt, 76 p lang und 7 p dick
(Taf. 5, Fig. 7 b);
3. S ty le zwischen den Skeletfasern bis zur Oberfläche, 270—280 1 lang und 8 p dick
(Taf. 5, Fig 7 c);
4. ähnliche S ty le in der Haut von der halben Grösse, 140 p lang und 4 p dick
(Taf. 5, Fig. 7 d).
II. M ic rosc ler e .
1. Toxe, zum Teil in Bündeln beisammen liegend, etwa 200 p lang und sehr fein
(Taf. 5, Fig. 7 e) ; .
2. Isochele von 13 p Länge (Taf. 5, Fig. 7 f).
Rhaphidophlus erectus n. sp.
(Taf. 2, Fig. 2.)
Das vorliegende 36 cm hohe Stück ist vielleicht kein vollständiges Exemplar, es besteht aus
zwei aufrechten, in der oberen Hälfte mehrfach verzweigten Aesten. Diese sind etwas zusammengedrückt
und überall mit sehr charakteristischen spitzen Papillen besetzt, sodass der ganze Schwamm
dornig ist. Die Färbung ist in konserviertem Zustande kaum verschieden von der des trockenen
Stückes und zwar hellbräunlich.
Die Skeletteile sind von denen der vorigen Art wenig verschieden:
I. M e g a s c le r e .
,-1. Die S t y l e des Hauptskelettes sind 200—220 p lang und 10—13 p dick.
2. Die abstehenden A c a n th o s t y l e sind 75 p lang und 7—8 p dick.
3. Die längeren, dünneren S t y l e erreichen 270—:300 p an Länge bei einer Dicke von
7—8 p, während
4. die kleineren S t y l e ziemlich bedeutend in ihrer Länge variieren, etwa zwischen 130 und
200 p bei einer Dicke von 3-—5 p.
Die Microsclere sind wie bei der vorigen Art.
Rhaphidophlus topsenti n. sp.
. (Taf. 2, Fig. 3.)
Von dieser Art, welche mit der Abbildung T o p s e n t s (1. c.) ziemliche Aehnlichkeit hat,
aber sicher nicht mit Rhaphidophlus filifer R. und D. zusammenfällt, wie ich schon erwähnt habe, habe
ich nur einige unvollständige Stücke in trockenem Zustande gesehn, welche erkennen lassen, dass
eine beschränkte Anzahl rundlicher Aeste, die sich zum Teil noch ein wenig verzweigen, etwa zu
einer Länge von 15 cm erhebt. Die Oberfläche ist ähnlich wie bei Rhaphidophlus seriatus deutlich
faltig und papillös, doch nicht so grob wie bei dieser Art und nicht stachlig wie bei Rhaphidophlus
erectus. Die Farbe ist in trockenem Zustande hellbräunlich.
Die Megasclere sind, wie es scheint, ein wenig grösser als bei den anderen beiden Arten:
1. Die S ty le in den Hornfasern messen 230—260 p an Länge bei einem Durchmesser
von 13—15 p.
2. Die A c a n th o s ty le sind 70—75 p lang und 8 p dick.
3. Die losen S ty le werden 320 p lang und 10 p dick,
4. die kleineren etwa 90p§fl20 p lang und 3—5 p dick; sie haben meistens am stumpfen
Ende einige deutliche Wärzchen.
Die Microsclere sind nicht wesentlich von denen der beiden anderen Arten verschieden, nur
mögen die Isochele mit einer Länge von 15 p etwas grösser sein.
Echinodictyum eavernosum n. sp.
(Taf. 2, Fig. 4 und Taf. 5, Fig. 8.)
R id le y und D endy haben (GhaNenger-Monacconida, p. 165) eine Echinodictyum-Art von
Tahiti beschrieben, die aus einem eigentümlichen Netzwerk von Trabekeln besteht, welche aussen
als starke Dornen enden. Hierin ist ein Exemplar von Celebes ziemlich ähnlich, nur besteht es
weniger aus Trabekeln als aus Lamellen, die mehr oder weniger grosse Hohlräume umschliessen und
aussen mit unregelmässigen, meist dicken Stacheln und Knoten besetzt sind, wodurch das Ganze ein
sehr charakteristisches Aussehen erhält. Die Form des Schwammes ist cylindrisch (Taf. 2, Fig. 4),
das Exemplar etwa 12 cm hoch; die Farbe ist dunkelpurpurn, fast schwarz (in konserviertem Zustande),
während Echinodictyum rugosum nach R id l e y und Dendy konserviert chocoladenbraun ist. Dieser
Umstand dient neben dem mehr lamellären Bau des mir vorliegenden Schwammes und den verschiedenen
Skeletteilen zur Unterscheidung beider Arten. Nur von einer Echinodictyum-Art (ndleyi) hat
Dendy (Catalogue of non-calcareous Sponges in: Proceedings of the R. Society of Victoria, v. 8, p. 45)
ähnliche Style beschrieben, wie sie bei der Art von Celebes bündelweise aus der Oberfläche herausragen.