
Rhizaxinella clavata n. sp.
(Taf. 1, Fig. 19, Taf. 5, Fig. 27 und Taf. 8, Fig. l a , b.)
Sicher schliesst sich die japanische Form, der ich den obigen Namen beilege, recht nahe an
Suberites ramulosus Ridley und Dendy an, sowohl in der Körperform wie in der Heimat, da die letztere
Art bei den Philippinen vorkommt, indessen habe ich nach der Beschreibung, welche Ridley und
Dendy von den Skeletteilen geben, nicht die Überzeugung erhalten, es mit derselben Art zu thun
zu haben.
Das Exemplar hat in Alkohol eine helle, fast weissliche Färbung; der Styl ist deutlich vom
Körper abgesetzt, nach oben und unten etwas verdickt, mit dem unteren Ende an dem Bruchstück
einer Muschelschale befestigt (Taf. 1, Fig. 19). Am oberen Ende zeigt der Schwamm ein kleines,
aber deutliches Oskulum. Vom Styl her setzt sich ein Bündel von Nadeln, schwach divergierend
bis etwa in die Mitte des Köpfchens fort, um dann in einzelne Bündel zu zerfallen, die nach der
Oberfläche hinziehen (Taf. 5, Fig. 27).
Das Skelett besteht aus:
1. starken Subtylostrongylen (Taf. 8, Fig. la ), deren Köpfchen meist ziemlich undeutlich
abgesetzt ist, während das entgegengesetzte Ende wenig verjüngt und abgerundet ist; die Länge beträgt
etwa 1,4 mm bei einem Durchmesser von 45—50 p;
2. dünnen Tylostylen (Fig. 1 b), deren Grösse innerhalb bedeutender Grenzen schwankt,
die Länge beträgt 0,4 bis 0,7 bis 1 mm, der Durchmesser 0—10 p; das Köpfchen ist zwar nicht
gross, aber deutlich gerundet.
Das Exemplar ist von Döderlein bei Enoshima (No. 89 der Karte) in einer Tiefe von
100 Faden auf zähem Schlamm erbeutet worden.
Rhizaxinella excellens n. sp.
(Taf. 3, Fig. 2 und Taf. 8 , Fig. 2a—e.)
Das hübsche, in Fig. 2, Taf. 3 dargestellte Exemplar hat in trockenem Zustande eine hellbräunliche,
ins Gelbe spielende Färbung, die Oberfläche hat durch die hervorragenden Nadeln ein
sammetartiges Ansehn.
Von einem ziemlich kurzen und kräftigen Stamme, der mit einer basalen Ausbreitung an
einem Steine festsitzt, gehen zwei starke Aste aus, die sich alsdann reich verzweigen. Die Enden
der Zweige sind zwar gewöhnlich etwas verdickt, doch laufen einige derselben in Spitzen aus. Oskula
sind nicht wahrzunehmen. Die Höhe des Bäumchens beträgt 14 cm.
Im Innern der Aste verlaufen ziemlich starke Stränge, während die radiäre Rindenschicht
relativ schwach ist.
Durch das Vorkommen geschlängelter Spicula erweist sich diese Art als zweifellose Rhizaxi-
neüa, während das Fehlen derselben bei der offenbar sehr nahestehenden Art, die ich als Rhizaxinella
a/rborescens bezeichne, Grund genug ist, dieses Merkmal nicht als Gattungscharakter gelten zu
lassen, namentlich auch deshalb, weil bei Rhizaxinella excellens nicht nur die langen und dünnen
Spicula geschlängelt sind, sondern hin und wieder auch die kurzen und dicken (Fig. 2 d), wenngleich
ein solches Verhalten nur als Ausnahme zu bezeichnen ist, in der Regel sind diese Nadeln, wie bei
anderen Arten, gestreckt oder nur schwach gekrümmt.
Die Skelettelemente haben drei wesentlich verschiedene Formen:
1. Kurze, dicke Tylostrongyle (Fig. 2 a, d) mit ziemlich deutlich abgesetztem Kopfe,
am ändern Ende nicht oder wenig verdünnt und abgerundet; ihre Länge schwankt etwa zwischen
0,8 und 1,5 mm bei einer Dicke von 20^40 y.
2. Längere und dünnere, geschlängelte Tylostrongyle (Fig. 2c, e) von 1,2-—1,85 mm
Länge und 25 p Durchmesser. Die Krümmung ist ziemlich unregelmässig und erinnert lebhaft an
die geschlängelten Strongyle vieler A.xinelliden.
3. Kleine Tylostyle (Fig. 2b, f) der Rinde, die 0,23—0,45 mm lang und 9—12 p dick
sind; das Köpfchen ist deutlich abgesetzt, von rundlicher Form.
Das beschriebene Exemplar der Döderlein sehen Sammlung stammt aus der Sagamibai.
Rhizaxinella arborescens n. sp.
(Taf. 3, Fig. 3b und Taf. 8 , Fig. 3a—c.)
Auf den ersten Blick der vorigen Art recht ähnlich, unterscheidet sich die in Fig. 3 b, Taf. 3
dargestellte Form durch eine dunklere braune Farbe, weniger zahlreiche Zweige, auch durch das
Fehlen des sammetartigen Aussehens, hauptsächlich aber durch die Beschaffenheit des Skelettes. Der
Axenstrang dürfte schwächer, die radiäre Rindenschicht stärker sein, als bei Rhizaxinella excellens.
Geschlängelte Nadeln habe ich nicht gesehen; die Köpfchen der Spicula sind wenig deutlich ausgebildet,
häufig ganz rudimentär.
Es dürften nur zwei wesentlich verschiedene Nadelformen Vorkommen:
1. Grosse Subtylostyle oder g | Strongyle (Taf. 8, Fig. 3a) von mässiger Stärke; die
Enden sind bald ziemlich scharf zugespitzt, bald kurz abgerundet, die Nadeln wenig gebogen oder
gerade. Ihre Länge beträgt 1,4—1,9 mm, ihr Durchmesser 25—30 p.
2. Kleine Subtylostyle (Taf. 8, Fig. 3 b, c)r deren Länge meist zwischen 0,27 und 0,4 mm
schwankt, doch auch 0,6 mm erreicht; die Köpfchen sind klein. Die Dicke der Nadeln beträgt 8—10 p.
Das Exemplar ist von Döderlein mitgebracht, es ist in der Sagamibai gefunden worden.
Rhizaxinella elevata n. sp.
(Taf. 3, Fig. 3a und Taf. 8, Fig. 4a—c.)
Von einer kleinen Basalplatte erheben sich dünne Stämmchen, von denen bei dem mir vorliegenden
Exemplar (Fig. 3 a, Taf. 3) zwei ohne Verzweigung und ohne deutliche Anschwellung in
verschiedener Höhe endigen, während das dritte Seitenzweige abgiebt, die ebenso wie der Hauptast
gegen das Ende deutlich verdickt sind. Die Höhe des Exemplars beträgt 17 cm. Die Färbung ist
braun, wie bei der vorigen Art. Oskula scheinen vorhanden zu sein, am deutlichsten an dem Hauptaste,
wo die Ränder desselben eine deutliche Spitze bilden; die Kloake ist eine ziemlich tiefe Höhlung.
In den Anschwellungen bilden die radiären Spicula eine fast 4 mm starke Schicht. Die Nadeln
gehen durch so viele Zwischenformen in einander über, dass man kaum bestimmt sagen kann, wieviel
Arten von Formen vorliegen. Am meisten different sind die am Ende gerundeten Spicula. Es
kommen vor'^
1. Subtylostrongyle (Taf. 8, Fig. 4a) von 1,3—1,5 mm Länge und etwa 80 p Dicke,
die am Ende wenig oder nicht verjüngt sind; das Köpfchen ist nicht sehr deutlich.