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oxternum der linea aspora oeeis Icmoris sich findet nnd ich um einigcrmassen die Analogie mit dem trochanter
tertius reststelien zu können, mich habe auf die AVanderschaft begeben müssen. .Anch bei dem jetzt
allgemein anerkannten processus supracondyloideus nssis humeri findet sich die Abgangastelle desselben
oberhalb des cundylns internus ossis humeri vom us humeri keineswegs regelmässig in gleicher Entlernung
und es ist wohl sehr einfach, dass ein solcher Fortsatz ein Analogon eines wenn nuch nicht ganz gleichen,
doch ähnlichen Theils bei verschiedenen Thieren auftritt, beim Menschen nicht ganz gleichraässig iu allen
Füllen sich darstellen wird. Die Existenz des processns supracond3 loidcns exlcrnus ossie femoris habe
ich überdies seitdem unzweifelhaft beim neugeborenen Kinde schon in meiner Abhandlung über die Amputatio
spontanen foetalis') nachgewiesen. Hiernach kann ich mich nicht bestimmt fühlen, meine Herrn Wenzel
Gruber so anzüglichen Anschauungen über die Processus supracondjloidei uud ebensowenig meine
üehandlungsweise der Anatomie überhaupt zu ändern. Ich werde mich aber deshalb doch nicht bestimmen
lassen, die von Herru Wenzel Gruber gegen mich gerichteten Schmähungen (Monograpbiel zu erwiedern.
Auf Tab. XLl. Fig. 5 und 6 des vorliegenden Werkes habe ich zwei Abbildungen über das planum
elasticum infnndibuli vesicae urinariac des Menschen gegeben nnd pag. XII |Historisches) darauf hinge-
Mieseu. dass Kaiser Napoleon Iii. und der Marschall Niel von Frankreich wahrscheinlich noch am Leben
sich befänden, wenn nicht der Zeitgeist der makroscopischen Anatomie iu seinem Fortschritt gehemmt
wäre. Meine Ansichten hierüber sind folgende: Es ist nicht bekannt geworden, ob Kaiser Napoleon III.
sich der Cjstotomie unterworfen hat oder der Lithotritie, d. h. der Zerbrechung oder Zermalmung des Steines
innerhalb der Blase selbst. Als C i v i a l e ' l seine berühmte Entdeckung veröffentlicht hatte, wurde
sie hier durch J u l i u s Remer bekannt gemacht. Der damalige Direktor der chirurgischen Klinik unserer
Universität Prof. B e n e d i c t wünschte «ie jeder andere die gefährliche Operation des Steinschnittes durch
eine leichtere zu ersetzen. Der erste Kranke mit einem Steine in der Harnblase, der in die chirurgische
Klinik kam, wurde für die Civialesche Operation bestimmt, aber während der Vorbereitung zur Opeiation, die
vorzüglich auf die Erweiterung der Harnröhre gerichtet war, starb der Kranke. Die von mir damals durchgeführte
Sektion seiner Leiche ergab Vereiterung der Nieren und Hypertrophie der Harnblase. Die Nierenkelche,
die Nierenbecken, die Harnleiter waren stark erweitert, mit Eiter gefüllt. Nach Verlauf einiger Zeit meldete
sich bei B e n e d i c t wieder ein Kranker mit einem Blasenstein. Benedict entschloss sich auch hier zur Aus.
iährung der Civialeschen Methode. Aber auch in diesem Füll starb der Kranke während der Vorbereitung
zur Operation, die wie bei dem ersten Kranken vorzüglich auf Erweiterung der Harnröhre sich bezogen.
Die von mir anch in diesem Falle durchgeführte Sektion ergab dieselben Resultate wie iu dem ersten
Falle. Ob B e n e d i c t später noch die Civialesche Methode angewendet hat, ist mir nicht bekannt geworden,
wohl aber, dass er später noch durch die Cystotomie glücklich manchen Steinkrankeu geheilt hat.
Jos. L i e u t a u d hatte schon in der Milte des vorigen Jahrhunderts seine wichtigen Untersuchungen
über die Harnblase des Menschen bekannt gemacht Im^moires d« l'acad^mie 17571. Diese sind aber bis auf
die Worte Trigonum Lieutaudii und die Luetto luvulal der Harnblase so gut wie verloren gegangen, und von nur
wenigen der neueren Anatomen ist über die von mir gegebeneu näheren Auseinandersetzungen des Planum
Kg. «5 und U.
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elasticum infundibuli vesicale') nähere Notiz genommen worden. In dem vorliegenden WerCe habe ich auf
Tab. XLL zwei Abbildungen von dem Eingang der Harnblase in die Ilaruröhre gegeben. Auf Fig. V. hat
sich wahrscheinlich ein vereinzelter Stein längere Zeit festgesetzt gehabt, wodurch die cigenthiimliche pyramidenförmige
Gestaltung des ostium urethrale vesicae herbeigeführt wurde. Der Stein ist wahrscheinlich
später durch die Harnröhre enilecrt worden. Auf Fig. VI. ist die Abbildung von dem planum elasticum
infundibuli gegeben, mit allen fünf eminentiis ostii urethraüs, wie ich sie In meinem grösseren Werke über
die Harnblase als den regelmässigen normalen Zustand geschildert habe. In meinem grösseren citirten
Werk über die Harnblase Fig. X. habe ich alle fünf emincntiae in einem vergrösserlen, krankhaften
Zustande abgebildet und ausserdem das ligamentum elasticum interuretericum stark hypertrophirt dargestellt
und hinter ihm eine tiefe Versackung der inneren Haut, iu welcher sich 43 llarublasensteine fanden. Von
ihnen sind 41 in den beigefügten vier Gruppen durch Holzschnitte erläutert.
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