
Die Lungen collablrcn bei verBtärkter Evapiration in einem eo hoben GraHe dass sie in den foetalen Zusland
zurückkehren und luflleer werden, ohne dass daraus eine sonstige wesentliche Veränderung In den animnlen
nnd vegefativen Functionen hervorgeht. Die Thiere können höchst wahrscheinlich aus ihren Lnngen die Luft
willkürlich vollständig entfernen und sie wieder willkürlich mit Luft füllen. Einc ungewöhnliche Weite lindet
aich weder in den Stämmen der Arterien noch der Venen (wenigstens nicht beim Delphin von dem os in Betreff
der Venen angenommen worden istl. Zahlreiche einfache peripherische Gefieehte und grosse Wundernetze
an den Venen, vor Allem aber an de» Arterien der grossen Blutbahu bilden die Behälter in denen das
Blut während des Tauchens aufgenommen wird. Die Cetaceen sind diejenigen Thiere bei welchen die
peripherischen Gefässe und namentlich die Arterien deu höchsten Grad der Ausbildung erreichen. In
diesen allgemein im Körper, am Thorax, am Halse, im Abdomen, in der Schädelhöhle, Im Rückgrats-
Kanal, am Schwänze und an den Extremitäten vorkommenden arteriellen Wundernetzen linden wahrscheinlich
bei der Unterbrechung des kleinen Blutlaufs durch die Lungen und der dadurch benirkten Sistlrung des
Kreislaufs im Ganzen, besondere lokale un regelmässige inuere Wuudernetz-Kreisläufe statt, bedingt dnrch
die Contractilität der Arterienwände. Abwechselude Verengerung und Erweiterung derselben treibt das
Blut wahrscheinlich durch die zahlreichen Anastomosen in den Netzen um, ohne bei der sonstigen uligemeinen
Blutstauung weder in die Stamme der Arterien zurückgedrängt zn werden noch den Capillaren
des Aorten-Systems näher zn rücken.
Wnndernetze einzelner Gegenden haben überdies ohne Zweifel ihre besonderen Beziehungen zu den
Organen die ans ihnen das Blut beziehen. Die grossen Betia mirabilia uterina bei Delphinus phocaena
schützen das trächtige Thier vor Blut-Ueberrdllung der Gebärmutter und sichern es dadurch gegen Abortus.
Dass der arterielle Blutiauf in Organen die aus Wundernetzen ihr Blnt erhalten langsamer ist als in andern
bedarf keiner besondern weiteren Erwähnung. Die Verlangsamung wird um so bedeutender sein, je vollständiger
dio Wundernctze und j e enger die sie zusammensetzenden Zweige sind, welche das Blut zu
dnrohlanfen hat. Allen Organen welche Ihr Blut allein ans arteriellen Wundernetzen erhallen, fehlt wenn
diese aus kleineren Zweigen gebildet werden wahrscheinlich der Schlag der Arterien. Bei einem früher
von mir an einem jungen SchiSpsen angestellten Versuch habe ich an dessen Gehirn nur den venösen respiratorischen
nicht aber den arteriellen Puls wahrnehmen können. Ecker'l hat zwar später den Säugetbieren
allgemein, mit Einschluss der Wiederkäuer, eine doppelte Gehirnbewegung, den arteriellen und venösen
(respiratorischen) Puls zugeschrieben. Aber Ecker hat keinen Versuch bei Wiederkäuern angestellt und das
Verhalten ihrer Gehirn-Arterien nicht beachtet. Die Arterien des Gehirns sind wahrscheinlich sämmtlich bei
Wiederkäuern, mit Ausschluss des Lamas und des Kameels, pulslos. Bei den zuletzt genannten Thieren so wie
bei der Gattung Felis, deren Vertebral-.\rterien wie bei den andern Säugetbieren und wie beim Menschen zum
Gehirn gehen, während die Carotides cerebrales aus Wundernetzen hervortreten, sind die Arterien des
grossen Geliirns wahrscheinlich pulslos, während dem kleinen Gehirn die arterielle Bewegung nicht fehlt.
Die Blutgefässe der Thiere vorzüglich der Säugethierc sind seil vielen Jahren Gegenstand meiner
Untersuchungen gewesen. In Belreif ausführlicherer Beschreibungen des Ursprunges und Verlaufes
der Arterien einzelner Thiere verweise ich auf einen Theil meiner früheren Schriften'l. Die Präparate
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welche als Grundlage zu dem vorliegenden Werke gedient haben, sind bei der Untersuchung theilweise
zwar verdorben oder gänzlich zerstört worden, aber der bei Weitem grössere Theil derselben
befindet sich wohlcrhaltcn in der angiologischen Abtheilung des Brealiiuer anatomischen Museums.
Während des Cnratoriums des Herrn Geheimen Ober-Regierungsruthes Heinke bewilligte Sc. Evcellenz
der Herr Minister E i c h b o r n die Fonds zur besonderen Aufstellung des antliropotnuiischoii diinii Se. Evcellenz
der Herr Minister von L a d e n b e r g die Fonds für die Aufstellung dea zootomiacben Theiles der angiologischen
Sammlung. Beide Abtheilungen sind jetzt vereint nebeneinander in einem grossen im Jahre IHÖ.")
nach meinem Vorschlage neu eingerichteten Saale aufgestellt. Sr. Excel lenz dem Herrn Curator der Universität
Wirklichen Gehclmenrnth und Ober-Präsidenten von Schlesien Freiherrn Dr. v. S c h l e i n i t z und
Sr. Excellenz dem Wirklichen Geheimen Staats-Ministcr und Minister der Geistlichen- Unterrichts- und
Medicinal-Angelegenheiten Herrn Dr. v. Mühler beehre ich mich meinen innigsten Dank für die gniLdige
Gewährung meiner die Einrichtung des angiologischen Saales betreffenden Anträge abzustatten.
Dr. H. Barkow.
or Scliligidom md Kopfs dc >9 LoopoldiQo-C .roi;».» Silurs.