
Vorrede.
B l e VeraiiluseunK zur Hciaussabo des voiliegeaden Werkes ist dns Interesse, welches die Blutgefüsse in
der Klannichraltigkeit ihrer Gestaltungen erwecken, die aufTiillend genug in einer und derselben Tbicr-Rlasse
theilweise geradezu entgegengesetzte Bildungen darbieten, die Uebergange durch welche die extremen Bildungen
verknüpft werden, sowie die Bedeutung die das Gefass-Sjstem für die Erscheinungen im Leben
überhaupt, die besondere Lebensweise gewisser Thiere und die Functionen einzelner Organe durch eigenthümliche
Modiücationen in ihrer Anordnung ausüben. Blntliiuf und Athmen stehen zu einander in innigster
Beziehung, und deshalb treten auch in der Regel obwohl nicht immer, wenn Modilicationen in den Circulations
oder Respirntions-Organen stattfinden, diese gleichzeitig iu beiden auf. Wichtige Verschiedenheiten
im Daue beider, oder einseitige Modification im Oane der Athmungs-Werkzeuge oder der Organe des Blutumlaufs
müssen deshalb auch we.sentlichc gleiche oder ungleiche Veründernngen in den Lebens-Krscheinungen
mit sich bringen. Am auffallendsten erscheint dies in der Klasse der Amphibien. Vor allem ist es die
arterielle Beschaffenheit des Blutes, von welcher die Uefilliigung zur Entwickelung eines höheren Wärmegrades
abhängt. In der Klasse der Mammnlien giebt es keine Thiere, welche in Betrefl'der Einrichtungen
des Gefäss-Systems den Amphibien gleichen. Im vollkommen ausgebildeten normalen Zustande ist die
Herzscheidewand überall vollständig, die Verbindung der grossen Arterien-Stämme geschlossen. Arterielles
und venöses Blut gehen demnach untermischt durch den ganzen Kreislauf. Demungcachtct giebt es unter
den Säugetbieren mehrere, die in Betreff der Temperatur-Verhältnisse zeitweise den Amphibien gleichen
nnd kaltblütig werden. Dies sind die Winterschläfer während der Daner des Winterschlafes. In meinem
Werke über den Winterschlaf'i habe ich die Meinung ausgesprochen, dass während desselben nicht allein
eine Verminderung des Respirations-Processes, sondern zur Zeit seiner Höhe eine vollständige Unterbrechung
des Athmens stattfinde. Dass nicht während der ganzen Dauer des Winterschlafes diese Unterelueu
EriclioiilüHi^o im Tl