
V O R W O R T .
Die ungemein miihevolle Arbeit, die seil mehr als einem JahrhundeiT
in einer weitschichtigen und z. Th. sehr schwer zugänglichen
Literatur zerstreuten Angaben über eine grosse Pllanzongruppe eines
Florengehieles zu sammeln, kritisch zu sichten und übersichtlich
darzuslellen, mag Manchem weniger dankbar erscheinen als die
Beschreibung neuer Formen oder detailirte morphologische, biologische
und physiologische Studien über einzelne Arten oder Ariengruppen,
denn solche Studien werden sich durch den Reiz des Neuen und
Originellen für den Forscher anziehender gestalten und ihm leichter
den Beifall weiterer Kreise sichern.
Das mag der Grund sein, dass leider so wenige mit liebevoller
Sorgfalt ausgeführte zusammenfassende Arbeiten existiren, die durch
Vereinigung der zerstreuten Fragmente zu einem Ganzen ein Bild
bieten von dem derzeitigen Stande des Wissens über die betreffende
Pffanzengruppe und ein werlhvolles Fundament bieten für weiteio
Forschungen. Ich meine damit nicht etwa Monographien, denn die
Monographie ragt durch die weitgehendste kritische Vertiefung und
durch die ihr gesteckten Ziele weit über den Rahmen der kritisch
gesichteten Zusammenfassung des Bekannten hinaus; letztere bildet
aber die unabweisliche Voraussetzung, die wichtigste Vorarbeit einer
Monographie. Man ist gegenwärtig gewohnt, solche Zusammenfassungen,
wie ich sie hier im Auge habe, als »Sylloge” (Synopsis)
oder »Conspectus” (Catalogus criticus, Repertorium u. dgl.) zu
bezeichnen, je nachdem Diagnosen beigegeben sind oder auf diese
nur durch ausgiebige Literaturcilate hingewiesen wird.