
vcrireteneti Hepalicae in anderen Floren-Gebieten der Erde zu eniiög-
lichen, sei es gestattet, folgende Zahlen anzuführen.
Im Indischen Archipel sind nur 4 Galtungen endemisch: Wiesnerella,
Schiffneria, Treubia und Metzgeriopsis.
Unter den 4S0 Leliermoosarlen des Indischen Arciiipels sind bisher
260 als hlos ans diesem Gebiete bekannt nachgewiesen und müssen
nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntniss als endemisch
bezeichnet werden, eine Zahl, die sich in der Folgezeit eher ver-
grössern als verringern d ü rfte ; denn wenn auch einige derselben als in
den umliegenden Gebieten ebenfalls vorkommend nachgewiesen werden
sollten, so wird doch die Zald der noch zu entdeckenden endemischen
Arten diese sicher um ein Bedeutendes übersteigen. Von den übrigen
können 9 als Kosmopoliten bezeichnet werden. (Einige wenige sind üher-
diess nahezu kosmopolitisch, jedoch sind diese bei den einzelnen Floreii-
gehietenmit eingereiht worden). 3 Arten sind in allen Tropen-Gebieten
der Erde verbreitet. Ferner hat der Indische Archipel gemeinsam m it:
Südsee-Inseln (incl. Neo-Seeland, excl. Neu-Guinea).... 63 Arien.
Ost-Indien (incl. Burma und Tenasserim) 57 »
Ceylon.......................................................................................... 38
Philippinen..................................................................... 26 »
Mascarenen und Madagascar................................................. 25 »
Tropisches Amerika................................................................... 25 »
Neu-Guinea................................................................................. 23 »
Tropisches Afrika....................................................................... 2.0 »
Australien und Tasmanien..................................................... 18 »
Japan.............................................................................................. 17 »
Süd-Afrika.................................................................................. 11 ”
Europa ( ' ) ................................................................................... 8
Australisches Amerika 7 »
Nicobaren..................................................................................... 6 »
Nord-Amerika............................................................................ 6 »
(*) U n te r dic.«cn 8 Arten boriiitlcn s ich 4 je n e r b ek an n ten d e r E u ro p ä is c h e n F lo r a so
s e h r frem den F o rm en d e r B rilUcben Inse ln n äm lic h ; Eulejeunea flava, Jubula Ilu tch in sia e ,
Ile rbe rta adunca u n d Metzgeria hamota.
Nord-Afrika, Canaren, Azoren, Madeira................................... 4 Arten.
Insel Ascension.............................................................................. 2 •
Set. Helena..................................................................................... 1 •
Gochinchina.................................................... 1 ■
China................................................................................................. 1 ’
Diese Zahlen geben keineswegs die thatsächlichen Verhältnisse
getreu wieder, da wir die Lebermoosfloren einiger der genannten
Gebiete nur höchst unvollständig kennen, sondern sie beanspruchen
lediglich einen Vergleich zu bieten nach dem gegenwärtigen Stande
unserer Kennlniss. Immerhin erhellt daraus die grosse Überein-
slininiung der Lebermoosllora des Indischen Arciiipels, mit der von
Ost-Indien und Ceylon einerseits und den Pacifischen Inseln und
Neu-Giünea andererseits, was ganz natürlich erscheint, da der
westliche Theil unseres Gebietes dem tropisch Indischen Florenreiche,
der östliche dem Plorenreiche der Pacifischen Inseln angchört. Ebenso
verständlich isl die Übereinstimmung mit den Philippinen; hingegen
beruht die geringe Zahl der Arten, die unserem Florengebiete mit
den Nicobaien, Gochinchina und China gemeinsam sind, ganz sicher
auf unserer fast vollständigen ünkenntniss von der Lebermoosilora
dieser Länder. Aus der obigen vergleichenden Zusammenstellung
gehl ferner hervor, dass eine ziemliche Anzahl von Arten weit
westwärts über die Ostafrikanischen Inseln und das tropische Afrika
verbreitet ist. Hingegen dürfte die verhältnissmässig grosse Zahl
von Arten des tropischen Amerika doch zum guten Tlieile auf Be-
stiramungsfehler znrückznführen sein, indem ältere Hepaticologen
von der falschen Ansicht durchdrungen waren, dass hei tropischen
Arten eine ganz ungeheure, nahezu unbegrenzte Verbreitung möglich
sei, indem sie nahe Verwandte und sehr ähnliche Arten nicht scharf
unterschieden, ein Irrthum, der sich in neuerer Zeit für viele Fälle
bereits aufgeklärt hat. Künftige kritische Untersuchungen werden gewiss
noch für eine ganze Reihe solcher in weit getrennten Florengebieten
angeblich gemeinsam vorkommende Arten den Nachweis erbringen, dass
wir es hier mit sehr ähnlichen vicariirenden Arten zu Ihun haben.